CK One Calvin Klein 1994 Eau de Toilette
Top Rezension
Wegweisender Unisex-Klassiker mit Nostalgiefaktor
Gestern durchwühlte ich mal wieder das Parfumschränkchen und da fiel mit eine großer Flakon aus trübem Glas in die Hände: Darauf prangten zwei große Buchstaben in Serifenschrift, ein C und ein K, darunter ein kleines, serifenloses "one". Dreimal auf den allzu vertrauten Sprühknopf gedrückt und bam - es schleudert mich dreißig Jahre in die Verangenheit:
Es ist 1994 und ein großartiges Jahr für neue Parfums. Ich war viel in der Parfümerie meines Vaters, einer dieser Läden, die einmal eine Drogerie und Reformhaus waren, und in der noch immer Weizenkleie neben Rasierpinseln aus Dachshaar, Tempotaschentüchern, Zahnpasta und eben immer mehr Herren- und Damenparfums verkauft werden. Dort roch es immer halb nach blumigen Damenparfums, halb nach Medizin, Tees und ein bisschen staubig-trocken nach Makeup. Dann aber roch es vor allem nach CK one.
Ich kann mich noch erinnern, als der Calvin-Klein-Vertreter den Duft präsentierte. Es ist vielleicht heute schwer nachzuvollziehen, wie revolutionär das damals war. Die Duftnote war ganz anders als alles, was für Herren (und Damen) damals populär war. In den Regalen fand man vor allem holzige, würzige Moschusbomben oder Fougeres, die fast ohne Ausnahme nach Opa rochen. CK one war frisch, jung, saucool und - what? - "for a man or a woman". Dieses Unisex-Ding, das heutzutage irgendwie selbstverständlich scheint, das war damals ganz neu. Und dieser Ansatz, zusammen mit der schwarz-weiß-Werbung, dem coolen Design und der umfangreichen Produktlinie (ich kann mich erinnern, es gab sogar ein Haargel von CK one!) katapultierte den Duft direkt in die Klassenzimmer der Nation.
Ich war in der 5. Schulstufe, ein Alter, in dem man sich noch nicht für Parfums interessieren sollte, aber CK one war irgendwie dafür verantwortlich, dass ma es trotzdem tat. Zur Erinnerung: 1994 war auch das Jahr, in dem Tommy und Polo Sport auf den Markt kamen. So roch es dann auch in der 5b. Und auf dem Pausenhof. Und im Schulbus (allerdings nur am Morgen wegen der überschaubaren Haltbarkeit). Ich verkaufte CK one im Laden meines Vaters, verteilte Proben unter den Schülern, nicht, weil ich Werbung dafür machen musste, sondern weil es irgendwie jede/r haben wollte. Wir rochen alle gleich und es gefiel uns. Denn wir rochen alle anders als Mama oder Papa. CK one war der Duft einer Generation.
Ich hatte alles: Duschgel, Bodylotion, Deo-Stick, das schon erwähnte Haargel. Ich fand CK one so geil, es war das erste (und natürlich einzige) Parfum, das ich sogar kostete. Wen's interessiert: Es schmeckt nicht besonders gut. In der Parfümerie wurde immer ein Tester extra bestellt - für mich. Und mein 200ml-Flakon war zuverlässig leer, wenn die neue Lieferung kam.
Irgendwann hatte ich den Hype etwas satt und als dann mit einer einmal 3,5-Zoll-Computerdisketten geliefert wurden, mit einer Probe und einem CK one-Bildschirmschoner (für Windows 95) drauf, fand ich es auch übertrieben. Wie lang der Hype gehalten hat, ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass 1996 "CK be" kam und "Aqua di Gió" und dann alles anders war. Ich hatte mich vorher schon von CK one etwas sattgerochen und versuchte, mit älteren Calvin-Klein-Parfums aus der Reihe zu tanzen: Eternity war mir zu erwachsen, obwohl ich es gern trug, Obsession fand ich zwar sehr lecker, aber noch untragbarer, also fand ich in Escape for men meine Erlösung. Der wurde für eine Zeit lang mein Signature-Duft, Contradiction for men hat mich dann noch eine Zeitlang fasziniert, war aber zu seriös für mich und an die Präsentation von "Crave" kann ich mich noch erinnern - an den Duft nicht mehr.
Die zitronige Frische, gepaart mit einer blumigen Süße und einem papiernen-metallischen Hintergrund: das war der Zauber von CK one. Ein unverbindliches, offenes Parfum, das tatsächlich gut zur Zeit passt, in der es entstanden ist. Die Tore, die es in der Branche geöffnet hat, kann man sich gar nicht groß genug vorstellen, denke ich. Die Präsentation des Flakons mit dem metallenen Schraubverschluss, den man dann selbst durch den Sprüher austauschte, war genial. Die schlichte Pappschachtel, in der das Ding steckte, ihrer Zeit weit voraus. Die Schriftart, die man irgendwann durch eine straightere, serifenlose ersetzt hat, war durchaus dem Zeitgeist entnommen: Schließlich war damals "Times New Roman" überall zu sehen, das galt damals als cool bzw modern. ("Aqua di Gió pour homme" verwendete auch eine solche, ebenso "Tommy"). Die mysteriösen, irgendwie amerikanisch-coolen Werbevideos, die dauernd überall zu sehen waren: das war alles aus einem Guss.
Jetzt, dreißig Jahre später, würde ich CK one nicht mehr regelmäßig tragen wollen. Zu undefiniert, zu schmalbrüstig, zu unverbindlich ist es mir. Aber wen wunderts - schließlich hat sich nicht nur der Zeitgeist verändert, sondern auch ich. Aber ich möchte immer eine Flasche CK one zu Hause haben, um diesen unglaublichen Flashback erleben zu können, den ich gestern hatte, als ich dieses Zauberwässerchen meiner frühen Jugend wieder aus der Flasche ließ.
Für mich ein Stück Nostalgie, ein absoluter Klassiker der Parfumgeschichte und ein Lehrstück in Sachen Marketing: CK one ist ein Teil von mir. Ich liebe es allein für die Erinnerungen an eine unbeschwerte Zeit!
Es ist 1994 und ein großartiges Jahr für neue Parfums. Ich war viel in der Parfümerie meines Vaters, einer dieser Läden, die einmal eine Drogerie und Reformhaus waren, und in der noch immer Weizenkleie neben Rasierpinseln aus Dachshaar, Tempotaschentüchern, Zahnpasta und eben immer mehr Herren- und Damenparfums verkauft werden. Dort roch es immer halb nach blumigen Damenparfums, halb nach Medizin, Tees und ein bisschen staubig-trocken nach Makeup. Dann aber roch es vor allem nach CK one.
Ich kann mich noch erinnern, als der Calvin-Klein-Vertreter den Duft präsentierte. Es ist vielleicht heute schwer nachzuvollziehen, wie revolutionär das damals war. Die Duftnote war ganz anders als alles, was für Herren (und Damen) damals populär war. In den Regalen fand man vor allem holzige, würzige Moschusbomben oder Fougeres, die fast ohne Ausnahme nach Opa rochen. CK one war frisch, jung, saucool und - what? - "for a man or a woman". Dieses Unisex-Ding, das heutzutage irgendwie selbstverständlich scheint, das war damals ganz neu. Und dieser Ansatz, zusammen mit der schwarz-weiß-Werbung, dem coolen Design und der umfangreichen Produktlinie (ich kann mich erinnern, es gab sogar ein Haargel von CK one!) katapultierte den Duft direkt in die Klassenzimmer der Nation.
Ich war in der 5. Schulstufe, ein Alter, in dem man sich noch nicht für Parfums interessieren sollte, aber CK one war irgendwie dafür verantwortlich, dass ma es trotzdem tat. Zur Erinnerung: 1994 war auch das Jahr, in dem Tommy und Polo Sport auf den Markt kamen. So roch es dann auch in der 5b. Und auf dem Pausenhof. Und im Schulbus (allerdings nur am Morgen wegen der überschaubaren Haltbarkeit). Ich verkaufte CK one im Laden meines Vaters, verteilte Proben unter den Schülern, nicht, weil ich Werbung dafür machen musste, sondern weil es irgendwie jede/r haben wollte. Wir rochen alle gleich und es gefiel uns. Denn wir rochen alle anders als Mama oder Papa. CK one war der Duft einer Generation.
Ich hatte alles: Duschgel, Bodylotion, Deo-Stick, das schon erwähnte Haargel. Ich fand CK one so geil, es war das erste (und natürlich einzige) Parfum, das ich sogar kostete. Wen's interessiert: Es schmeckt nicht besonders gut. In der Parfümerie wurde immer ein Tester extra bestellt - für mich. Und mein 200ml-Flakon war zuverlässig leer, wenn die neue Lieferung kam.
Irgendwann hatte ich den Hype etwas satt und als dann mit einer einmal 3,5-Zoll-Computerdisketten geliefert wurden, mit einer Probe und einem CK one-Bildschirmschoner (für Windows 95) drauf, fand ich es auch übertrieben. Wie lang der Hype gehalten hat, ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass 1996 "CK be" kam und "Aqua di Gió" und dann alles anders war. Ich hatte mich vorher schon von CK one etwas sattgerochen und versuchte, mit älteren Calvin-Klein-Parfums aus der Reihe zu tanzen: Eternity war mir zu erwachsen, obwohl ich es gern trug, Obsession fand ich zwar sehr lecker, aber noch untragbarer, also fand ich in Escape for men meine Erlösung. Der wurde für eine Zeit lang mein Signature-Duft, Contradiction for men hat mich dann noch eine Zeitlang fasziniert, war aber zu seriös für mich und an die Präsentation von "Crave" kann ich mich noch erinnern - an den Duft nicht mehr.
Die zitronige Frische, gepaart mit einer blumigen Süße und einem papiernen-metallischen Hintergrund: das war der Zauber von CK one. Ein unverbindliches, offenes Parfum, das tatsächlich gut zur Zeit passt, in der es entstanden ist. Die Tore, die es in der Branche geöffnet hat, kann man sich gar nicht groß genug vorstellen, denke ich. Die Präsentation des Flakons mit dem metallenen Schraubverschluss, den man dann selbst durch den Sprüher austauschte, war genial. Die schlichte Pappschachtel, in der das Ding steckte, ihrer Zeit weit voraus. Die Schriftart, die man irgendwann durch eine straightere, serifenlose ersetzt hat, war durchaus dem Zeitgeist entnommen: Schließlich war damals "Times New Roman" überall zu sehen, das galt damals als cool bzw modern. ("Aqua di Gió pour homme" verwendete auch eine solche, ebenso "Tommy"). Die mysteriösen, irgendwie amerikanisch-coolen Werbevideos, die dauernd überall zu sehen waren: das war alles aus einem Guss.
Jetzt, dreißig Jahre später, würde ich CK one nicht mehr regelmäßig tragen wollen. Zu undefiniert, zu schmalbrüstig, zu unverbindlich ist es mir. Aber wen wunderts - schließlich hat sich nicht nur der Zeitgeist verändert, sondern auch ich. Aber ich möchte immer eine Flasche CK one zu Hause haben, um diesen unglaublichen Flashback erleben zu können, den ich gestern hatte, als ich dieses Zauberwässerchen meiner frühen Jugend wieder aus der Flasche ließ.
Für mich ein Stück Nostalgie, ein absoluter Klassiker der Parfumgeschichte und ein Lehrstück in Sachen Marketing: CK one ist ein Teil von mir. Ich liebe es allein für die Erinnerungen an eine unbeschwerte Zeit!
10 Antworten


Aber ck one hatte was-damals-sehr richtig!
Lieben Gruß!