Iris Mater Castello di Ama 2014
5
Sehr hilfreiche Rezension
Von Wein, Duft und einer "Nase"
Vor einer Woche war ich auf der Mailaender Esxence. Da ich meine Nase nicht innerhalb von kurzer Zeit voellig ko kriegen wollte, hatte ich mir eine Strategie zurecht gelegt, die vorsah, nicht mehr als drei neue Duefte auszuprobieren. Einer davon sollte Iris Mater von Castello di Ama sein.
Schon als ich mich dem Stand naeherte, fiel mir der auf dem Logo stehende Name auf : Castello di Ama. Verwundert blieb ich stehen und starrte darauf. Was hat Chianti Classico mit Parfum zu tun fragte ich mich. "Castello di Ama" war mir bisher nur als ein Weingut im Herzen des Chiantigebietes bekannt, das ausgezeichneten, aber auch hochpreisigen Chianti produziert. Mein fragender Blick fiel dann auch gleich einem Mann hinter dem Counter auf und er nahm das als Gelegenheit, um mich anzusprechen. Es stellte sich heraus, dass mein Gespraechspartner Michele Marin war, die "Nase", die hinter dem Duft Iris Mater steht. Besser haette ich es gar nicht treffen koennen - mir einen neuen Duft vom Schoepfer selbst erklaeren zu lassen. Und Michele Marin ist ein Meister im Erzaehlen. In bunten Bilder beschrieb er mir den kleinen Ort Gaiole, in dem sich das Weingut befindet und die dortige Landschaft, die gepraegt ist von sanften Huegeln, Wiesen und Steinhaeusern, den sogenannten Rustici. Im Fruehjaht spriesst ueberall Iris, die mit ihren blau-lila Blueten die Landschaft mit bunten Sprenkeln ueberzieht. Und genau dieses Bild wollte er mit Iris Mater olfaktorisch umsetzen. Aber ist es ihm gelungen?
Wenn ich auf einer Duftpyramide Iris lese, denke ich automatisch an Pudrigkeit und Lipstick-Effekt. Beides trifft auf Iris Mater nicht zu. Bereits die Kopfnote ist gepraegt von einer starken Trockenheit. Trotz Bergamott hat die Kopfnote nichts Frisches oder Spritziges. Auch Rose und Osmanthus schaffen es nicht, diese Trockenheit aufzufrischen. Die einzelnen Duftnoten sind so gut miteinander verbunden, dass es mir schwerfaellt, einzelne davon herauszuriechen. Allenfalls Bergamott am Anfang und etwas Rose im weiteren Verlauf. Der Duft selbst veraendert sich nicht gross und wird auch in Punkto Sillage niemanden belaestigen. Obwohl es sich bei Iris Mater um ein Eau de Parfum handelt, ist die Haltbarkeit eher mittelpraechtig. Nach 3 bis 4 Stunden ist der Duft auf meiner Haut kaum mehr wahrzunehmen.
Michele Marin versteht es, mit Iris Mater das Bild einer typischen Huegellandschaft in der Toskana olfaktorisch umzusetzen. Die durch Iris hervorgerufene Trockenheit gibt gut die Impression von durch die Sonne ausgetrockneter Erde wieder. Auch Bertrand Duchaufour hat es mit Timbuktu geschafft, dieses Bild von vertrockneter, staubiger Erde hervorzurufen, wenngleich mit komplett anderen Duftnoten. Waehrend Duchaufour durch Verwendung von Mango in der Kopfnote der Trockenheit eine gewisse Fruchtigkeit entgegensetzt, ist und bleibt bei Marin die Trockenheit vom Anfang bis zum Ende der Hauptakteur.
Iris Mater ist ein interessanter Duft, der vielen, die das Besondere suchen, gefallen wird. Mir persoenlich ist er zu trocken, ich vermisse an ihm etwas, das diesen Duft aufhellt.
Schon als ich mich dem Stand naeherte, fiel mir der auf dem Logo stehende Name auf : Castello di Ama. Verwundert blieb ich stehen und starrte darauf. Was hat Chianti Classico mit Parfum zu tun fragte ich mich. "Castello di Ama" war mir bisher nur als ein Weingut im Herzen des Chiantigebietes bekannt, das ausgezeichneten, aber auch hochpreisigen Chianti produziert. Mein fragender Blick fiel dann auch gleich einem Mann hinter dem Counter auf und er nahm das als Gelegenheit, um mich anzusprechen. Es stellte sich heraus, dass mein Gespraechspartner Michele Marin war, die "Nase", die hinter dem Duft Iris Mater steht. Besser haette ich es gar nicht treffen koennen - mir einen neuen Duft vom Schoepfer selbst erklaeren zu lassen. Und Michele Marin ist ein Meister im Erzaehlen. In bunten Bilder beschrieb er mir den kleinen Ort Gaiole, in dem sich das Weingut befindet und die dortige Landschaft, die gepraegt ist von sanften Huegeln, Wiesen und Steinhaeusern, den sogenannten Rustici. Im Fruehjaht spriesst ueberall Iris, die mit ihren blau-lila Blueten die Landschaft mit bunten Sprenkeln ueberzieht. Und genau dieses Bild wollte er mit Iris Mater olfaktorisch umsetzen. Aber ist es ihm gelungen?
Wenn ich auf einer Duftpyramide Iris lese, denke ich automatisch an Pudrigkeit und Lipstick-Effekt. Beides trifft auf Iris Mater nicht zu. Bereits die Kopfnote ist gepraegt von einer starken Trockenheit. Trotz Bergamott hat die Kopfnote nichts Frisches oder Spritziges. Auch Rose und Osmanthus schaffen es nicht, diese Trockenheit aufzufrischen. Die einzelnen Duftnoten sind so gut miteinander verbunden, dass es mir schwerfaellt, einzelne davon herauszuriechen. Allenfalls Bergamott am Anfang und etwas Rose im weiteren Verlauf. Der Duft selbst veraendert sich nicht gross und wird auch in Punkto Sillage niemanden belaestigen. Obwohl es sich bei Iris Mater um ein Eau de Parfum handelt, ist die Haltbarkeit eher mittelpraechtig. Nach 3 bis 4 Stunden ist der Duft auf meiner Haut kaum mehr wahrzunehmen.
Michele Marin versteht es, mit Iris Mater das Bild einer typischen Huegellandschaft in der Toskana olfaktorisch umzusetzen. Die durch Iris hervorgerufene Trockenheit gibt gut die Impression von durch die Sonne ausgetrockneter Erde wieder. Auch Bertrand Duchaufour hat es mit Timbuktu geschafft, dieses Bild von vertrockneter, staubiger Erde hervorzurufen, wenngleich mit komplett anderen Duftnoten. Waehrend Duchaufour durch Verwendung von Mango in der Kopfnote der Trockenheit eine gewisse Fruchtigkeit entgegensetzt, ist und bleibt bei Marin die Trockenheit vom Anfang bis zum Ende der Hauptakteur.
Iris Mater ist ein interessanter Duft, der vielen, die das Besondere suchen, gefallen wird. Mir persoenlich ist er zu trocken, ich vermisse an ihm etwas, das diesen Duft aufhellt.
3 Antworten
Seerose vor 10 Jahren
Kann es sein, dass Michele Marin das nicht so richtig hinbekommen hat mit der Iriswurzel? Pulverisiert statt "Ver-absolutiert"? Kommt vor so etwas: Da ist die Idee/das Bild und das andere wird draus? Zuviel Immortelle? Pokal+
DOCBE vor 10 Jahren
Aha, also gewissermaßen eine Trockeniris-Auslese?! Getestet wird der auf JEDEN Fall.
Duftstick vor 10 Jahren
Sehr guter Kommentar über diesen Duft. Auszeichnung für dich. Hoffe der Duft hat auch in Deutschland mal einen Platz im Parfumerieregal.

