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Top Rezension
'Liebst du mich noch?' fragte er sie, als er ging. 'Mehr als das Leben.' antwortete sie leise.
Als Jacques Polge Mitte der 80er Jahre einen neuen breitentauglichen Chanel-Duft zu erschaffen antrat, begab er sich auf eine ebenso herausfordernde wie aufregende Reise. Galt es doch neben den Altvorderen des Hauses zu bestehen, das olfaktorische Erbe und die Traditionen der Rue Cambon zu ehren und erhalten und doch etwas ganz Neues zu erschaffen und Chanels Gestaltungsanspruch zu untermauern.
Das Resultat, Chanels Coco, ist tatsächlich anders als seine berühmten Vorgänger N°5 und N°19, die - jeder auf seine eigene Art - selbstbewusste und (in ihrem dufthistorischen Kontext) moderne Düfte sind, die starke und freigeistige Frauen im Fokus haben - Frauen, die klirrende, vielreihige (Kunst-)Perlenketten zu langen Hosen und umpaspelte kleine Boucléjäckchen mit Goldknöpfen zu flachen Schuhen tragen.
Nun ist es keineswegs so, dass eine Trägerin von Coco kein Freigeist wäre und keine Perlenketten tragen kann. Doch ist der Zugang zu diesem Parfum ein anderer. Obschon er einer ist, der es in Charakter, Ausdauer und Ausdrucksstärke spielend aufnimmt mit N°5 und N°19 - kraftvoll cognacfarben arrangierte Gartenblumen in der Klangfarbe eines Cellos oder einer Klarinette auf einem Grund von raschelnder Seide und warmer Haut, mit einem Hauch Puder über der erkennbar Chanelschen Architektur - sind ihm eine doch eine Sanftheit und Weichheit zueigen und etwas Empfangendes, die einen so viel privateren Duft aus ihm machen.
Weniger die selbstbewusste, Culottes tragende Dame mit Bubikopf und Goldohrringen als eine Liebesszene - intim betrachtet durch ein Schlüsselloch, in elfenbeinernem oder sepiafarbenem Licht. Als präsentiere eine Frau nach dem Zurückstreichen ihrer Haare sekundenlang die nackte Haut ihrer Schulter und die Linie ihres Halses - oder eine schlafende Raubkatze ihren schutzlosen und weichen Bauch.
Fazit: ein Duft wie eine Umarmung und wie ein Versprechen - verletzlich und zärtlich drängend zugleich. Auch nach über dreißig Jahren noch.
Das Resultat, Chanels Coco, ist tatsächlich anders als seine berühmten Vorgänger N°5 und N°19, die - jeder auf seine eigene Art - selbstbewusste und (in ihrem dufthistorischen Kontext) moderne Düfte sind, die starke und freigeistige Frauen im Fokus haben - Frauen, die klirrende, vielreihige (Kunst-)Perlenketten zu langen Hosen und umpaspelte kleine Boucléjäckchen mit Goldknöpfen zu flachen Schuhen tragen.
Nun ist es keineswegs so, dass eine Trägerin von Coco kein Freigeist wäre und keine Perlenketten tragen kann. Doch ist der Zugang zu diesem Parfum ein anderer. Obschon er einer ist, der es in Charakter, Ausdauer und Ausdrucksstärke spielend aufnimmt mit N°5 und N°19 - kraftvoll cognacfarben arrangierte Gartenblumen in der Klangfarbe eines Cellos oder einer Klarinette auf einem Grund von raschelnder Seide und warmer Haut, mit einem Hauch Puder über der erkennbar Chanelschen Architektur - sind ihm eine doch eine Sanftheit und Weichheit zueigen und etwas Empfangendes, die einen so viel privateren Duft aus ihm machen.
Weniger die selbstbewusste, Culottes tragende Dame mit Bubikopf und Goldohrringen als eine Liebesszene - intim betrachtet durch ein Schlüsselloch, in elfenbeinernem oder sepiafarbenem Licht. Als präsentiere eine Frau nach dem Zurückstreichen ihrer Haare sekundenlang die nackte Haut ihrer Schulter und die Linie ihres Halses - oder eine schlafende Raubkatze ihren schutzlosen und weichen Bauch.
Fazit: ein Duft wie eine Umarmung und wie ein Versprechen - verletzlich und zärtlich drängend zugleich. Auch nach über dreißig Jahren noch.
3 Antworten
Licorne vor 7 Jahren
Wunderschöner Kommentar! Ich lieb(t)e Coco sehr, vor allem in den 2000ern. Jetzt gehe ich sparsam mit meiner Flasche EdT aus 2005 um. Und soeben habe ich ein ca 20 Jahre altes EdP ersoukt - ein Traum! Dennoch bin ich ein wenig traurig, dass die Reformulierungen dem Duft die Krallen gezogen haben .
Kugeldistel vor 10 Jahren
Mit dem konnte ich nicht warm werden; war Chanels Antwort auf Opium & Co., für mich aber bei weitem nicht so gelungen, da zu sehr mit Fokus auf den Massenmarkt geschaffen.
Ginger vor 10 Jahren
Grosser Kommentar fuer einen grossen Duft!

