Saftig und blumig, grün und süß, einfach einmalig.
Ich kenne keine Parfumcreation, die so vielschichtig ist, wie Givrine von E. Coudray. Dabei ist dieser Duft schon 60 Jahre alt aber keineswegs veraltet.
Im Auftakt frisch, leicht limonig durch Bergamotte und Kumquat und auch ganz leicht bitter, mit schnellem Übergang zu einer saftigen, reifen Melone.
Die wird nach und nach mit frischen, grünen Blättern und Gräsern ergänzt und ich fühle mich wie auf einer Wiese, die gerade frisch gemäht wurde.
Denn jetzt hängen Blütendüfte in der Luft, leicht noch, aber immer deutlicher werdend und helle Hölzer geben wieder einen feinen, frischen Hauch. Sogar eine leichte Seifigkeit ist vorhanden, die ich im Zusammenhang als sehr angenehm empfinde.
Später kommen auch Gardenie und Maiglöckchen, die sich aber ergänzen und nicht in Konkurrenz zu einander treten.
Ganz zum Schluß wird Givrine warm, weich, leicht holzig und keinesfalls zu süss. Das ist es übrigens zu keiner Zeit, obwohl eine gewisse Süsse vorhanden ist.
Givrine fällt bei den Coudray Düften, ähnlich wie Nohiba, komplett aus dem Rahmen. Die meisten Coudray Düfte sind süß und sinnlich. Diese beiden sind es nicht, und trotzdem liebe ich Givrine.
Wegen seiner Vielschichtigkeit, seiner Frische, seiner grünen Note, seiner süßen und doch nicht süßen Note, der weichen Holzigkeit - der Vollkommenheit, mit der sich dieser Duft präsentiert. Givrine ist für mich perfekte Parfumeurskunst.
Ich erkenne nur einen Makel: es ist nicht sehr langlebig, verfliegt leider etwas zu schnell. Nach 5 Stunden ist ausser einer leichten, warmen und süsslichen holzigen Note nichts mehr übrig.