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Top Rezension
Hass auf den ersten Blick.
Wenige Sekunden nach meinem ersten Test hatte ich The Moon abgeschrieben. Aufsehenerregend, aber nichts für mich. Zu laut, zu überladen, zu süß. Der Teststreifen landet im Müll.
Nach einigen Monaten bin ich wiederholt in einem einschlägigen Luxuskaufhaus in Berlin um Düfte zu testen. Ich will The Moon noch eine Chance geben. Ich behalte den Teststreifen eine Weile bei mir während ich andere Düfte teste. The Moon beruhigt sich allmählich und wird durchaus spannend, aber die quietschige Himbeernote macht mir zu schaffen. Der Teststreifen landet wiederholt im Müll.
Weitere Monate ziehen ins Land, mich verschlägt es wieder ins besagte Kaufhaus. The Moon. Soll ich nochmal? Na gut, ein letzter Versuch.
Mein Bild von The Moon fing sich langsam an zu verändern, der Teststreifen sprach mich immer mehr an. Auf die Haut damit, let’s give it a try.
Ich verlasse das Kaufhaus, die Sonne scheint, Maske kann endlich ab, ich rieche an meinem Handgelenk. Verdammt, irgendwie ist der gut.
Kurze Zeit später durfte The Moon dann bei mir einziehen.
The Moon eröffnet mit übersteuerten Ambrox-Beeren, die leicht fermentiert süß-sauer wirken. Nicht als Note gelistet, aber definitiv rasch wahrzunehmen ist Kumin/ Kreuzkümmel. Kumin wurde hier meines Empfindens nach großartig dosiert und ist nicht zu schwitzig, sondern formt einen tollen körperlichen Gegenpol zu den synthetischen Beeren.
Insbesondere in der Herznote ist für mich beim tiefen Einatmen ein durchaus angenehm dreckig-rauchiges Oud zu vernehmen, auch hier wieder vorzüglich dosiert und eingebettet in die Gesamtkomposition. Weihrauch wirkt auf mich als leichter Lift der bereits genannten Noten, Rose eher hintergründig.
Die Beeren sind weiterhin präsent und tanzen förmlich auf dem Untergrund aus Oud, jedes Einatmen kribbelt. The Moon wirkt besonders in diesem Stadium aufmunternd und ist ein echtes Erlebnis. Julien Rasquinet zeigt hier meiner Meinung nach gekonnt wie Kontraste spielerisch und doch harmonisch zusammenfinden können.
Die Basis von The Moon präsentiert sich cremig, leicht ledrig und schon fast pudrig. Ein Eindruck der noch bis zum nächsten Tag auf der Haut verweilt.
Noch ein paar abschließende Worte.
The Moon sollte meiner Meinung sparsam dosiert werden, ein Sprühstoß ist mehr als genug. Der Duft projiziert besonders in den ersten Stunden wie verrückt und hält wie erwähnt bis zum nächsten Tag.
Insbesondere Oud-Puristen und Kritiker von synthetischen Inhaltsstoffen werden hier wahrscheinlich ihren schlimmsten Alptraum finden.
Wer The Moon jedoch ohne Vorurteile und mit ein bisschen Geduld begegnet, kann sich durchaus auf einen spielerisch-vielschichtigen Duft freuen, der nuancierter ist als man vielleicht auf den ersten Blick meint.
Nach einigen Monaten bin ich wiederholt in einem einschlägigen Luxuskaufhaus in Berlin um Düfte zu testen. Ich will The Moon noch eine Chance geben. Ich behalte den Teststreifen eine Weile bei mir während ich andere Düfte teste. The Moon beruhigt sich allmählich und wird durchaus spannend, aber die quietschige Himbeernote macht mir zu schaffen. Der Teststreifen landet wiederholt im Müll.
Weitere Monate ziehen ins Land, mich verschlägt es wieder ins besagte Kaufhaus. The Moon. Soll ich nochmal? Na gut, ein letzter Versuch.
Mein Bild von The Moon fing sich langsam an zu verändern, der Teststreifen sprach mich immer mehr an. Auf die Haut damit, let’s give it a try.
Ich verlasse das Kaufhaus, die Sonne scheint, Maske kann endlich ab, ich rieche an meinem Handgelenk. Verdammt, irgendwie ist der gut.
Kurze Zeit später durfte The Moon dann bei mir einziehen.
The Moon eröffnet mit übersteuerten Ambrox-Beeren, die leicht fermentiert süß-sauer wirken. Nicht als Note gelistet, aber definitiv rasch wahrzunehmen ist Kumin/ Kreuzkümmel. Kumin wurde hier meines Empfindens nach großartig dosiert und ist nicht zu schwitzig, sondern formt einen tollen körperlichen Gegenpol zu den synthetischen Beeren.
Insbesondere in der Herznote ist für mich beim tiefen Einatmen ein durchaus angenehm dreckig-rauchiges Oud zu vernehmen, auch hier wieder vorzüglich dosiert und eingebettet in die Gesamtkomposition. Weihrauch wirkt auf mich als leichter Lift der bereits genannten Noten, Rose eher hintergründig.
Die Beeren sind weiterhin präsent und tanzen förmlich auf dem Untergrund aus Oud, jedes Einatmen kribbelt. The Moon wirkt besonders in diesem Stadium aufmunternd und ist ein echtes Erlebnis. Julien Rasquinet zeigt hier meiner Meinung nach gekonnt wie Kontraste spielerisch und doch harmonisch zusammenfinden können.
Die Basis von The Moon präsentiert sich cremig, leicht ledrig und schon fast pudrig. Ein Eindruck der noch bis zum nächsten Tag auf der Haut verweilt.
Noch ein paar abschließende Worte.
The Moon sollte meiner Meinung sparsam dosiert werden, ein Sprühstoß ist mehr als genug. Der Duft projiziert besonders in den ersten Stunden wie verrückt und hält wie erwähnt bis zum nächsten Tag.
Insbesondere Oud-Puristen und Kritiker von synthetischen Inhaltsstoffen werden hier wahrscheinlich ihren schlimmsten Alptraum finden.
Wer The Moon jedoch ohne Vorurteile und mit ein bisschen Geduld begegnet, kann sich durchaus auf einen spielerisch-vielschichtigen Duft freuen, der nuancierter ist als man vielleicht auf den ersten Blick meint.
4 Antworten


Ich stimme zu, nicht für Oud-Puristen. Aber ein so erstaunlicher orientalischer Duft. Er erinnert mich sofort an Dubai. Genauer gesagt, an einen Spaziergang im Dubai Mall. Und ja, Nukleare Bombe. Dies (und Aurum d'Angkhor) sind die einzigen Parfums, bei denen ich mir gewünscht habe, sie würden in der Intensität etwas runterfahren :)). Als ich The Moon zum ersten Mal trug, wusste ich nicht, wie stark er ist, also habe ich 5 Sprühstöße genommen. LOL. Jetzt, wie du gesagt hast, ist ein Sprühstoß mehr als genug.