Oxford Street ist der dunkel-aromatische Vertreter im Programm von Hugh Parsons. Hier rieche ich ganz zu Beginn die intensiven Veilchen im Kopf, die angeblich in Regent Street vorhanden waren. Allerdings wird hier außer Zistrose in der Basis nichts Blumiges angegeben.
Wie dem auch sei, die Tendenz ist aromatisch, vanillig, holzig. Im Kopf gibt Trüffelaroma etwas die Linie dieses Duftes vor. Die Gewürzmischung im Herz ist eher mild und überhaupt nicht bissig. In der Basis ist Vetiver sehr zurückhaltend erkennbar. Das kostbare Adlerholz hat man hingegen eher sehr zurückhaltend eingesetzt. Eher noch sind andere Hölzer mit von der Partie.
Der ganze Duft ist zunächst süßlich voluminös, dann aber trockener werdend. Vanille wird in der Pyramide nicht angegeben. Auch wenn sie vielleicht nicht enthalten ist – da bin ich mir nicht sicher - ist der Gesamtcharakter irgendwie vanillig. Ob das immer noch der Trüffel ist? Verbunden mit der Holzigkeit ist da so etwas wie ein Barrique-Fass-Geruch, aber mit Gewürzen!
Ich finde, dieser Duft passt nicht so ganz in die betont „englische“ Linie. Da gibt es weder Lavendel, noch Farne, noch sonst irgendwie grünes Zeug, das einen typisch englischen Gentleman Duft ausmachen kann. Im Gegenteil spricht Oxford Street die Freunde milder Holzigkeit und vanilliger Aromen an. Es ist auch eine Spur von Oud und anderem da, die das Holz durch seine leicht medizinische Note aufwertet und auch vor vanilliger Pappigkeit rettet.
Ich denke, das ist ein gelungener Winter-Duft. Sicher kein Must-Have, sicher auch kein ganz großer Duft, aber einen Test ist er allemal für Freunde warmer, runder Herrendüfte wert. Ach ja, ich glaube, auch Liebhabern der Serge Lutens Düfte könnte das gefallen. Nachtrag: Der Drydown nach ein paar Stunden ist wunderbar - sehr homogenes, vanilliges Holz. Das gibt eine ganz relaxte Stimmung!