Er blickt in seine Augen. Licht einer künstlichen Sonne läßt ihn blinzeln. Ein ruhender See aus Glas wirft sein Bild zurück. Wie lange hatte er geschlafen? Gierig schaufeln seine Hände kühles Wasser in sein Gesicht. Strömend aus einem metallenen Fluss. Seine suchenden Blicke bleiben an einem goldbraunen Elixir haften. Seltsame Zeichen zieren es. Er wittert. Instiktiv greift er zu und öffnet es. Unterbewußt richtig, drückt er mehrfach darauf und zerstäubte Energie entflieht dem Gefäß. Manifestiert sich auf seiner Haut. Erinnerungen glühen auf. Krautiges Unterholz. Seine Wälder. Heimat. Leben.
Als er wieder erwacht trägt er seltsame Gewänder. Dunkle, weiche Stoffe und eine Kette aus dem gleichen weichen Material um den Hals. Ein Blick um sich, erkennt er mehrere seiner Art in fast identischer Robe. Seltsam. Ist das Rudel auf Jagd? Er sucht die Blicke der anderen. Zeichen. Doch dort gibt es keine. Oder ist er der Wolf unter Schafen? Ist er auf einsamer Jagd. Erinnerungen flakern auf. Lassen Endorphin und Adrenalin durch seine Adern schießen. Erwecken kurz seine Instinkte. Er ist nicht wie sie. Lauernd wartet er ab.
In einer Höhle aus Licht und Glas findet er sich in kauernder Haltung wieder. Eine Gruppe um sich. Alle blicken zu einem Wesen. In gleicher Uniform. Alle so gleich. Er versteht nichts von den Lauten, die er hört. Muss er aber auch nicht. Er hat genug gesehen. Er löst die Kette um seinen Hals und streift sie ab. Seine Hände befreien mit einem Griff seinen Hals und er bekommt endlich wieder Luft. Wortlos steht er auf und verläßt die Ansammlung. Der vermeintliche Alpha faucht hinter seinem Rücken. Als er sich umdreht, glühen seine Augen und der alte Silberrücken verstummt augenblicklich. Mit einem letzten Blick in die toten Augen um sich herum, verläßt er diesen Ort. Endlich erwacht.
Hayat - Leben. Welch wunderschöner Namen für einen wunderschönen Duft. Tief-grün und krautig startet und bleibt er. Läßt schnell die etwas dominante Animalik zu Beginn hinter sich und ordnet sie in die Heimat eines Wesens ein, dass tief im Wald zuhause ist, alt zu seien scheint und sehr gut auf sich selbst aufpassen kann. Balsamisch weich und doch latent würzig gibt sich Hayat auf der Haut und erweckt in mir Bilder eines Individuums. Frei von Austauschbarkeit. Stark. Wunderschön. Und lebendig.