Ätherisch-balsamische Anmutung erwartet einen, sodann man die Birken hinter sich gelassen hat. Die Hölzer sind gehackt, keine Blüten weit und breit. Kampferartig und kräftig sticht die Myrte in der Nase. Ein bisschen Qual, ein bisschen medizinischer Eindruck. Krautig und würzig setzt sich der Weg fort.
Sakraler aber heller Weihrauch empfängt beim Eintritt ins Portal. In dunstigen Schwaden kriecht er über den Boden. Alles, was noch vor einem liegt, wird sich in Rauch auflösen. Nur keine Hektik jetzt. So ein frischer kühler Kirchenboden hat auch seine Reize.
Unweigerlich kommt nun ein Gedanke auf. Ein Bild erscheint: Hieronymus Bosch „Der Garten der Lüste“. Den Blick im Kopfe auf die rechte Seite des Triptychons gewandt. Ein kalter Schauer über den Rücken. Erwartet das einen? Ich bekomme Sodbrennen. Ist das schon das Höllenfeuer? Oder liegt es am soeben verzehrten Stuten zur falschen Zeit? Keine Antworten. Immer noch Weihrauch überall und diese verflixt scharfe Myrte …
Nach ein wenig Innehalten zeigt sich die Basis. Zaghaft zwar und immer noch in kühlen Rauch gehüllt, aber in der Komposition inzwischen atmosphärisch etwas dichter und aromatischer mit einer leichten Bitterkeit. In gewissem Abstand wabert eine ledrige Note vorbei und sogleich zieht sich der Duft zurück.
Tatsächlich ist das gesamte Arrangement irgendwie von sonderbarer Art entspannend, jedoch ohne kokelnde Ecken und feurige Kanten.