Madame de Rauch, darf man den einschlägigen Medien Glauben schenken, war eine sehr sportliche Dame.
Was zur damaligen Zeit wohl eher außergewöhnlich war, denn meist sollten die weiblichen Wesen still und sittsam sein und nur durch Liebreiz und freundlichem Benehmen auffallen.
Ob sie nun sittsam, freundliche und weiblich war, kann ich nicht sagen, jedenfalls führte dieses sportliche Dasein wahrscheinlich dazu, einen Duft zu kreieren, der sehr frisch, männlich-herb und absolut unsüss duftet.
Außerdem gibt es ihn wohl nicht mehr sehr häufig zu kaufen, denn ich finde nirgendwo eine Idee, welche Inhaltsstoffe sich in diesem Eau de Toilette befinden.
Ich vermute eine klassisch Kombi von Patchouli, Eichenmoos in der Basis, die Kopfnote startet möglicherweise mit Bergamotte und Zitrone, eventuell etwas grasig-grünes in der Mitte und eben das holzig-moosige Ende mit oben genanntem.
Der Kontrast von Zitrischem, warm-moosigem und kräuterlastigem ist für mich wieder einmal ein Faszinosum und ich bedauere es sehr, dass man es heutzutage nicht mehr schafft, solche Duftkreationen herzustellen, bzw. die Nachfrage dafür wohl nicht mehr da ist.
Aber, was fasle ich denn lange herum, hat doch unsere liebe Serenissima, deren kreative Feder und deren hohes Ausdrucksvermögen ich sehr schätze, den Duft meisterhaft beschrieben, was könnte man mehr verlangen, nur eines möchte ich heute noch dazu sagen:
Man sollte ihn vielleicht erst in der wärmeren Jahreszeiten ausführen. Jetzt erscheint es mir doch zu frisch und kühl.
Es dauert bestimmt nicht mehr lange, bis die Sonne wieder unerträglich brennen wird. Da kann ein sportlich-frischer Duft nicht schaden. Danke fürs Vorstellen.
Danke fürs Vorstellen dieses bestimmt sehr interessanten Duftes. Wenn ich diesen 1974 irgendwo entdeckt hätte, wäre wohl ein Flakönchen mit mir nach Hause gegangen ☺️