Mon Cuir Ramón Monegal 2011
14
Sehr hilfreiche Rezension
Blumen für die Herren?
Ich will sofort den Gleichstellungsbeauftragten sprechen! Als Mann fühle ich mich von Parfums wie Mon Cuir diskriminiert. Die geben sich als stattlicher, reiner Herrenduft, doch dann dreht eine kleine, versteckte Gemeinheit das Ganze wieder um!
Entgegen dem Titel mag ich Mon Cuir kaum als Lederduft akzeptieren. Rückgrat des Ganzen ist eine ausgeprägt orientalische Kombination, in der ich Vanilliges, Tonka, ganz wenig Patchouli und eine etwas dreckige Note wahrnehme, hinter der ich so etwas wie Benzoeharz vermute. Leder kommt hier nicht in moderner Form, sondern ausweislich der angegebenen Noten als Russisch Leder vor, also Birkenteerakkord. Von dem ist aber eher nur eine Ahnung zu spüren.
Mon Cuir ist ein feines, gut gemachtes Parfum, wenn auch auf den ersten Blick etwas konventionell. Es reiht sich damit ein in das Umfeld von Jaïpur Homme, Jicky und Givenchy Pi. Der ledrige bzw. Birkenteeranteil verfeinert es lediglich.
Grenzwertig empfinde ich die florale Note. Diese besteht sicher nicht nur aus Orangenblüte, sie tendiert doch stark in eine bonbonhafte Richtung, etwa Gardenie und Tuberose. Zweifelsohne ist es genau diese Zutat, die Mon Cuir davor bewahrt, ein Langweiler zu sein. Das ist zwar alles nur dezent angedeutet, aufgrund ihrer Prägnanz aber stets besonders wahrnehmbar, und die Art und Weise, wie man es wahrnimmt, macht Mon Cuir problematisch.
Denn diese dunkel-florale Note kommt vor allem in der Projektion zum Tragen, von der Mon Cuir durchaus aufzuweisen hat. Direkt auf der Haut wird das alles von Tonka und Benzoe übertönt. Das macht die Einschätzung dieses Duftes richtig schwierig, und ich bezweifele, dass viele Kunden beim Testen im Ladengeschäft überhaupt mitbekommen, dass Mon Cuir sich auf der Haut anders verhält als in der Projektion.
Für Frauen, die dreckige Benzoe-Orientalen mögen, ist Mon Cuir eine tolle Sache, als Herrenduft ist etwas Vorsicht angezeigt. Sicher ist das gut tragbar, und spannend ist es allemal. Man sollte aber doch wissen, mit wem man es zu tun hat und sich die weiblich-floralen Aspekte bewusst machen. Und sie welken nicht! Wenn nach bereits zwei Stunden der orientalische Grundton in einen pudrigen Moschus zusammenbricht, ist die blumige Projektion immer noch da. Ich könnte mir vorstellen, dass Freunde von Prada's Amber pour Homme sich mit Mon Cuir wohlfühlen, dezenter als jenes ist Mon Cuir dann doch.
Ich empfehle in diesem Fall dringend, beim Testen nicht ständig an der eingesprühten Haut zu riechen, sondern vielleicht auch einmal abzuwarten, bis ein Luftzug den in der Projektion wirkenden Duft in die Nase trägt. Auch ein Teststreifen mit Mon Cuir – ein paar Stunden am Schreibtisch oder woanders „vergessen“ - kann vielleicht das Geheimnis enthüllen. Von der üblichen Schnüffelmethode ist abzuraten.
Entgegen dem Titel mag ich Mon Cuir kaum als Lederduft akzeptieren. Rückgrat des Ganzen ist eine ausgeprägt orientalische Kombination, in der ich Vanilliges, Tonka, ganz wenig Patchouli und eine etwas dreckige Note wahrnehme, hinter der ich so etwas wie Benzoeharz vermute. Leder kommt hier nicht in moderner Form, sondern ausweislich der angegebenen Noten als Russisch Leder vor, also Birkenteerakkord. Von dem ist aber eher nur eine Ahnung zu spüren.
Mon Cuir ist ein feines, gut gemachtes Parfum, wenn auch auf den ersten Blick etwas konventionell. Es reiht sich damit ein in das Umfeld von Jaïpur Homme, Jicky und Givenchy Pi. Der ledrige bzw. Birkenteeranteil verfeinert es lediglich.
Grenzwertig empfinde ich die florale Note. Diese besteht sicher nicht nur aus Orangenblüte, sie tendiert doch stark in eine bonbonhafte Richtung, etwa Gardenie und Tuberose. Zweifelsohne ist es genau diese Zutat, die Mon Cuir davor bewahrt, ein Langweiler zu sein. Das ist zwar alles nur dezent angedeutet, aufgrund ihrer Prägnanz aber stets besonders wahrnehmbar, und die Art und Weise, wie man es wahrnimmt, macht Mon Cuir problematisch.
Denn diese dunkel-florale Note kommt vor allem in der Projektion zum Tragen, von der Mon Cuir durchaus aufzuweisen hat. Direkt auf der Haut wird das alles von Tonka und Benzoe übertönt. Das macht die Einschätzung dieses Duftes richtig schwierig, und ich bezweifele, dass viele Kunden beim Testen im Ladengeschäft überhaupt mitbekommen, dass Mon Cuir sich auf der Haut anders verhält als in der Projektion.
Für Frauen, die dreckige Benzoe-Orientalen mögen, ist Mon Cuir eine tolle Sache, als Herrenduft ist etwas Vorsicht angezeigt. Sicher ist das gut tragbar, und spannend ist es allemal. Man sollte aber doch wissen, mit wem man es zu tun hat und sich die weiblich-floralen Aspekte bewusst machen. Und sie welken nicht! Wenn nach bereits zwei Stunden der orientalische Grundton in einen pudrigen Moschus zusammenbricht, ist die blumige Projektion immer noch da. Ich könnte mir vorstellen, dass Freunde von Prada's Amber pour Homme sich mit Mon Cuir wohlfühlen, dezenter als jenes ist Mon Cuir dann doch.
Ich empfehle in diesem Fall dringend, beim Testen nicht ständig an der eingesprühten Haut zu riechen, sondern vielleicht auch einmal abzuwarten, bis ein Luftzug den in der Projektion wirkenden Duft in die Nase trägt. Auch ein Teststreifen mit Mon Cuir – ein paar Stunden am Schreibtisch oder woanders „vergessen“ - kann vielleicht das Geheimnis enthüllen. Von der üblichen Schnüffelmethode ist abzuraten.
2 Antworten
Aava vor 13 Jahren
Toller Kommi, der Mon Cuir für mich absolut auf den Punkt bringt!
Florblanca vor 13 Jahren
Dem einen zuwenig, der anderen zuviel. Für meinen Geschmack ist da genug Leder wahrnehmbar. Für mich ist er nicht das richtige.

