Im Anlegen von Maßstäben alter Stile an neue Phänomene kann man irren. Die Maßstäbe z.B. der Deutschen Klassik an Werke des Sturm und Drang anzulegen, wird letzteren einfach nicht gerecht. Aber was heißt schon gerecht... Man wird durch den Beurteilungs-Filter überkommener Maßstäbe nicht die Qualitäten des Neuen wahrnehmen können. Es ist, als schneide man die Differenz wie in einem Prokrustesbett ab und stellt daraufhin fest: Nix was nicht besser schon da war.
Daß sich das Neue am Alten orientiert, dieses zitiert, Anklänge an Altes verwendet, sollte selbstverständlich sein, aber es erzeugt (nicht immer) ein Element (des Neuen), daß man in der "alten Manier" nicht findet.
Wenn der Name dieses Parfüms einen Sinn ergibt, dann imho deshalb:
Nicht das Kollektive des kreatürlich Sexuellen sondern die Übertragung das "Hinüberretten" dieser Eigenschaft in das konstruktiv Maschinelle. Also die Lust der Kreatur "portieren" in die Maschine (hier beziehe ich mich auf die Gedanken einer Bekannten, schmücke mich mit fremden Federn.)
All das, was ich hier zu riechen meine, ist synthetischer Natur. Metallisch-Harsch blumig etwas melonig hell aber kalt süß zu Anfang. Kühles Kunstleder bleibt auch im weiteren Verlauf kühl auf der Haut.
S-EX ist nicht zu verwechseln mit sexy: - Sex kann eine auf rein physische Aspekte reduzierter Vorgang sein. - Sex die Mechanik/Hydraulik der Säfte. - Androgyner Sex für Latexfetischisten. - Sex als Fetisch - Sex mit Gummipuppen/Dildo - Sex ganzkörperrasierter Barbipuppen, deren einzige Körperflüssigkeit Mineralwasser zu sein scheint.
Auch und besonders die letzten beiden Zeilen :D
Und wenn ich jetzt schreibe "Pokal!" - hebel ich dann damit die gewünschte Wirkung aus?