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Rutil
21.12.2018 - 15:42 Uhr
16
Top Rezension
6Duft 9Haltbarkeit 7Sillage 9Flakon

Milchzähnchenrechnung

Es gibt Türklinken welche eine Geschichte zu erzählen haben; oftmals war dabei ein Faden im Spiel. Und wiederum gibt es banale Begebenheiten mit einem Pausenbrot, welches jener Tage nicht nur zur liebevollen Befüllung meines noch jungen Magens diente - nein, diesem Pausenbrot wurde eine besondere Rolle zuteil. Es durfte Bühne sein, Bühne für meinen vorderen Schneidezahn. Diese Begebenheit war durchaus abstoßend für mich, rechnete ich doch keinesfalls damit und so lag der Milchzahn feist und weiß schimmernd auf dem Brote nach dem ersten Bissen. Jedoch hatte die ganze Sache natürlich auch einen Vorteil; ich konnte mich auf ein Tauschgeschäft mit der Zahnmaus einlassen…
Generell scheinen Zahnmäuse nicht wählerisch zu sein, selbst plombierte Milchzähne werden angenommen und über Nacht in ein kleines Präsent verwandelt. Als kleines Kind habe ich mich oft gefragt, was mit diesen ganzen Zähnen wohl geschehen mag… Werden daraus neue Zähne gemacht? Hat ein frustrierter Zahnarzt wohlmöglich eine skurrile Sammelleidenschaft? Baut sich die Zahnmaus einen Zahnpalast?

Dent de Lait - der olfaktorisch gewordene Milchzahn; ein Parfum welches gewissermaßen Erinnerungen wach werden lässt oder aufgrund des schon beim Lesen aufgeführten Blut-Akkordes leichten Ekel verursacht. Nun, so schlimm ist es durchaus nicht.
Der Auftakt ist, durch die verwendeten Aldehyde, durchaus metallisch und seifig und bleibt auch für eine gewisse Zeit bestehen. Kokosmilch und Mandel setzen eine süße und leicht sähmige Cremigkeit hinzu und schwächen den metallischen Eindruck ab. Der Blut-Akkord ist hauchzart und wird bestenfalls im Auftakt durch die Aldehyde in seiner metallischen Form wahrnehmbar. Die Haltbarkeit ist erstaunlich ausdauernd; die Sillage ist schon bei einem Sprüher recht raumfüllend und hält sich dementsprechend.
Generell bewegt sich das Parfum in eine zahme, unspektakuläre Richtung ohne viel Verlauf und so mag der Name "Dent de Lait" zwar Assoziationen wecken, bleibt jedoch im Endeffekt eine Variation der altbekannten Nivea Creme mit klinisch versüßtem Unterton.
Aktualisiert am 21.12.2018 - 15:52 Uhr
3 Antworten
HappySunnyHappySunny vor 5 Jahren
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Hmm, naja, aber " Nivea Creme mit klinisch versüßtem Unterton" hört sich jetzt ja mal nicht sooooo schlecht an...? ;o)
HasiHasi vor 6 Jahren
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Ich kenne nur die Zahnfee, da lagen dann im Tausch 50 Pfennige unterm Kopfkissen, aber Zahnmaus ist auch niedlich!
StrangeloveStrangelove vor 7 Jahren
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Also das Zähnchen auf dem Pausenbrot ließ mich auch kurz schaudern, den Duft find ich so gar nicht gruselig - da wollte der gute SL sicher den Umsatz ankurbeln (ging wohl in die Hose) dafür gehen nun feine Düfte der Collection Noire in exkl., sündhaft teure Wolkenkratzer..das ist pfui!
Unterhaltsam geschrieben...die Zahnmaus, ein gar seltsames Tier!