Monalisa war anders. Sie war es schon immer. Nicht, dass sie dies gewollt hätte, es war einfach so. Ihre Ansichten und Lebensgewohnheiten waren unkonventionell und von der Masse betrachtet gar rebellisch und unerhört. Dabei hatte sich Monalisa Wahrhaftigkeit und Beständigkeit zu ihren Tugenden gemacht. Nichts und niemand liess sie von ihrem Weg abkommen, so steinig er sich ihr auch auftat. Und trotz dieser Beständigkeit strahlte sie diese Leichtigkeit aus. Wenn sie einen Raum betrat, ruhten sämtliche Blicke auf ihr. Sie war schön, gewiss. Doch das war es nicht. Ihr Charisma war es, das keine Schönheit auf der Welt wettmachen konnte.
Es war Winter. Sämtliche Wiesen und Strassen waren in eine samtig weisse Decke gehüllt.. Monalisa liebte den Winter - immer schon. Sie liebte die Kälte und das Weiss und die alles vereinnahmende Anmut dieser Pracht. In ihr Cape gehüllt, lief sie mit stetigen Schritten die weiss gesäumten Feldwege entlang. Stille. Sie. Nichts. Für einen Augenblick konnte man ein paar Tränen auf ihren Wangen erkennen. Ein silberner Glanz. Tränen der Dankbarkeit und Vergebung. Die Wendungen der letzten Tage waren tiefgreifend. Sowohl für sie, als auch für andere. Sie hatte in der Vergangenheit viele Menschen gewarnt, wollte diesen die Augen öffnen. Vergeblich. Kognitive Dissonanz. Sie wurde ausgelacht, denunziert. Heute nicht mehr. Ihre dunkelsten und zugleich hellsten Prophezeiungen haben sich bewahrheitet. Endlich.
Endlich Licht. Das Ende der Dualität. Die Süsse des Lebens hatte Monalisa immer begleitet, wie einen Schwan seinen unbändigen Stolz. Wärme und Schwere zugleich. Ein Winterzauber - pudrig, voll, weiss und golden. Sanfte, zuckrige Blüten. Goldenes Zeitalter.
Nichts ist so, wie es scheint. Vertraue deinem inneren Kompass . Wenn du dies verlernt hast, lerne es erneut. Es gibt keine Zeit. Hier und Jetzt. Folge deinem Herzen. Glaube nichts, hinterfrage Alles. Das Ende ist nicht für alle. Dies zu entscheiden liegt bei dir.