Hier ist eine Prinzessin à la Audrey Hepburn in "Ein Herz und eine Krone" gemeint, ein wenig überdrüssig, ein wenig übermütig, ein wenig traurig, nicht die albern-amerikanische Version einer Prinzessin in "Und plötzlich Prinzession" oder wie der Film heisst.
Der Duft ist gaaanz zart, trotz des Fruchtcocktails in der Kopfnote. Es erfrischt am Anfang, suggeriert sonnige Tage in einer tollen italienischen Stadt. Die Auswahl bleibt dem gewogenen Träger überlassen, hier bleiben die persönlichen Neigungen, ob Rom, Venedig oder Florenz ganz der Fantasie überlassen. Die Straßen sind heiß, die Prinzessin ist gelangweilt und sucht Abwechslung.
Die Geschichte bleibt immer noch frisch, entwickelt sich langsam in eine gehaltvolle Richtung. Jasmin und Nelke hauchen vorbei, bringen ein wenig Seriosität mit. Audrey im Film geht los, lässt sich die Haare schneiden, isst Eis, fährt Vespa, hat Spass mit ihrer heimlichen Liebe. So unbeschert, immer noch scheint die Sonne und alles ist easy. Langsam wird es Abend, der Ernst des Lebens, eine Herausforderung für jede Prinzessin. Soll sie, soll sie nicht, den schönen Mann, die erste Liebe, begleiten oder ihre Pflichten wahrnehmen? Es kommt wie es in einem Melodram kommen muss: die Pflicht siegt. Die schöne Prinzessin im Staatsornat steht vor versammelter Mannschaft, beantwortet artig und gesittet Fragen mit Stereotypen, schaut traurig. Und obwohl sie ihren Helden noch einmal unter der Masse sieht, bleibt sie dem Staate treu. Hach, wie schön....
Der Duft hat mittlerweile eine sanfte, vornehme (wenn man das bei einem Duft sagen kann) Wärme entwickelt. Die Unbeschwertheit und der fruchtige Anfangsübermut sind einer gereiften, wunderbar balsamischen Basis gewichen. Eine schöne Entwicklung, die gut hält. Sehr angenehm ist, dass hier weder Moschus noch Amber verwendet wurden. So bleibt der Duft fast unschuldig zart, die Iris ordnet sich dem Sandelholz nicht ganz unter, beide bilden eine Harmonie, die von dem zart nussigen der Pistazie ergänzt wird. Das ist mal eine schöne runde Basis.