Go, go, go shawty. It's my birthday I Mein zweiter Geburtstag & kurzer Einblick in meine Journey!
PARTY TIME I 2 JAHRE PARFUMO I Wie hat alles angefangen?
Es ist kaum zu glauben, dass bereits zwei Jahre vergangen sind, seitdem ich Teil dieser genialen Duft-Community bin! Parfumo ist für mich weitaus mehr als nur eine "Community"; es ist ein Ort, wo Freundschaften entstehen, Wissen geteilt wird und wir gemeinsam die Welt der Düfte in ihrer ganzen Vielfalt erleben. Wir leben vom Austausch, von der Expertise jedes Einzelnen und vor allem von der Leidenschaft von vielen hier! Ein grosses Dankeschön an alle hier für die harte Arbeit und euren Support!
Nun aber zur Hauptfrage, wie hat alles angefangen? Stichwort: Naxos.
Ich habe mich schon immer für Düfte interessiert, aber früher war es so, dass sie einfach nur "gut" riechen mussten. Oftmals waren es simple Designer, die einfach nur "blue and simple" waren, was absolut in Ordnung war. Irgendwann bin ich per Zufall an einen Xerjoff Naxos gelangt und ja, es war um mich geschehen. Was rieche ich da? Es war für mich eine Offenbarung; Tabak, Honig, Lavendel, eine geniale Komposition mit unschlagbarer Performance. Zumindest für meinen damaligen Kenntnisstand. Als ich dann die Verpackung gesehen habe, war ich komplett dem Naxos verfallen und jep, da ist der erste Domino-Stein gefallen, meine Reise hat angefangen
Wie sah meine Reise dann aus und welche Learnings kann ich teilen?
Ich glaube ich habe eine ziemlich typische Duftreise hinter mir, zumindest sehe ich diese in meinem Umfeld ziemlich oft, einfach zeitlich versetzt :) Es fängt wie üblich mit angenehmen Nischendüften an und weil man so wenig weiss zu Beginn, schaut man sich ganz viele Videos an. Zu Beginn waren es natürlich Häuser, die für den Einstieg extrem geeignet waren; Xerjoff, PDM, Nishane... und ja, es konnte natürlich nicht nur ein Duft von jeder Brand sein, man musste aus jeder Kollektion irgendetwas haben; im Falle Xerjoff von der V-Collection, über Shooting Stars hin zur 1861er etc. Die vielen Videos von Influencern sind da natürlich auch keine grosse Hilfe, denn irgendwie sind dann doch fast alle Düfte gut gewesen, "pantydropper", oder "seductive". Naja. hier meine Learnings, die für viele Neulinge eventuell gehaltvoll sein könnten.
LEARNING 1: Teste so viel wie du kannst! Teste was du mögen könntest, kaufe aber nur was du liebst!
Ich muss ehrlich sagen, dass ich teilweise einfach gekauft habe, um die Flakons zu haben, weil die so genial geranked waren, sehr oft blind. Absolut nicht empfehlenswert. Ich weiss, Proben sind teuer, und ja, sie sehen nicht schön aus im Regal. Aber vertraut mir, es macht absolut keinen Spass, so viele Düfte zu kaufen, die dann lange stehen zu lassen und dann für die Hälfte des Preises verkaufen zu müssen, nahezu voll. Finanziell ein absolut unnötiges Vorgehen!
LEARNING 2: Kaufe nicht den Hype als Flakon & sei kritisch, wenn Düfte zu oft vor die Kamera gehalten werden!
Nun zu Beginn war ich schon ziemlich unerfahren; fast jeder neue Release wird zu Beginn ja schnell hochgelobt und vor die Kamera gehalten. Natürlich verliert man auch ein kleines Wort zum Negativen, aber oftmals werden die positiven Aspekte hervorgehoben. Insbesondere bei neuen Releases habe ich bittere Erfahrungen machen müssen, weil meine Erwartungshaltung einfach komplett falsch abgeleitet war. Bitte bedenkt, dass die Brands natürlich die Marketing-Maschinerie laufen lassen müssen und auch wenn es sehr viele gute Reviewer und Influencer gibt, gibt es natürlich auch immer Gegenstücke. Man muss sich immer mit gesundem Menschenverstand die Frage stellen, wer einem was aus welchem Grund und mit welchem Hintergrund so gut positioniert. Dann wird einem einiges schnell mal klarer.
LEARNING 3: Mach dir keine allzu grossen Gedanken um Batches, es lohnt sich in den meisten Fällen wenig bis nicht!
Ja auch ich habe mich hier verbrannt! Klar, bei gewissen Düften kann es durchaus Sinn machen, sich mit dem Thema Batch zu beschäftigen, aber auch nur, wenn man diese alte DNA oder einen eingestellten Duft wirklich von Herzen geliebt hat und/oder die Unterschiede zum Neuen so gravierend sind, dass man die zusätzlichen finanziellen Mittel investiert. Wichtig aber: bleibe im vernünftigen Rahmen und wäge die Risiken stets ab, denn beim Thema "ältere Batches" gibt es viele Risiken und Themen: ist es wirklich gehaltvoll, das Doppelte/Dreifache auszugeben, weil alte Batches 3-4H länger projezieren oder weil ein Stückchen mehr Booziness drin ist, oder Zimt, oder Tabak, oder was auch immer...? Natürlich kann das je nach Duft und individueller Präferenz immer Sinn machen, aber meine Erfahrung dazu: der Mehraufwand lohnt sich nicht immer, es gibt zu viel Neues zu entdecken und man kann auch schnell mal an falsche Leute geraten, die einem etwas unterjubeln, zumal es um sehr viel Geld geht.
LEARNING 4: Klasse statt Masse!
Was ich bei mir und bei vielen in dem Umfeld festgestellt habe, ist, dass man schnell mal damit anfängt, wirklich zu "sammeln". Per se, ist "sammeln" ja nichts Negatives und Parfum ist ohnehin ein Luxus, aber vertrau mir, man braucht nicht jeden Xerjoff, PDM, etc. Man muss nicht jeden Flanker eines Duftes haben oder jedes Parfum innerhalb einer Kollektion. Natürlich ist es irgendwie cool, aber sind wir ehrlich, wer soll so viel parfümierten Alkohol in seiner Lebenszeit verbrauchen können? Zudem setzt man sich selbst unter Druck mit der Zeit, weil man schnell mal vor einem Regal von 200 Düften steht, und 90% davon vielleicht 1-2 Mal pro Jahr trägt, für den Einzelnen aber vielleicht mehrere hundert Euros ausgegeben hat. Es ist simple Mathematik: hat man 50 Düfte, kann man bei täglichem Abwechseln genau 7 Mal einen Duft im Jahr tragen. Bei 100 Düften schon maximal 3-4 Mal, bei 500 Düften, schaffst du es nicht, jeden Duft 1x im Jahr zu tragen, ausser du wechselst zwischen Morgen-Mittags-Abendsduft. Du siehst, es wird immer "unvernünftiger" und es kommt gedanklich schon Stress hoch. Parfum sollte aber ein Genuss und kein Stress sein.
LEARNING 5: Teuer ist nicht immer besser!
Viel Geld für einen Duft auszugeben, bedeutet nicht immer, dass man auch etwas dafür erhält. In der Parfum-Bubble können Preise aus unterschiedlichen Gründen hoch sein und selten sind es die effektiven Kosten für den Einsatz der Rohstoffe, vertrau mir. Habe hierzu auch mit Brand-Ownern gesprochen. Teilweise schafft man teure Preise, um das Gefühl von Exklusivität und "geringerer Möglichkeit zum Zugang" zu schaffen, dem Klientel das Gefühl zu geben, dass man etwas erreicht hat. Teilweise schafft man bewusst eine Verknappung um die Preise höher zu setzen, oder released extrem wenige Einheiten, um die Kunden stets unter Druck zu setzen, einer der Wenigen im Besitz bestimmter Düfte zu sein. Man sieht doch teilweise, was für 50-150 Euro möglich ist, ist dann ein Duft, der 5-8x teurer ist, auch wirklich bis zu 8x besser? Hmm... denke in den meisten Fällen lässt sich das sowieso schwierig beziffern, aber rational selten zu erklären, ausser man redet es sich halt schön.
LEARNING 6: Der Unsinn des Preis pro ML I Mehr ist nicht immer sinnvoll!
Ich habe bei mir festgestellt gehabt, dass ich immer den Drang hatte, 100ML zu kaufen, obwohl teils 30ML oder 50ML Flakons vorhanden waren. Meine Mathematik mit dem Preis pro ML hat mir das halt auch einfach gemacht und ich habe mich oft dabei erwischt, mich dann anzulügen in dem Sinne, dass ich den Duft ja dann "oft" trage und dieser dann zu schnell leer sein könnte. Sobald man aber eine gewisse Anzahl Düfte in der Sammlung hat, macht es eigentlich - trotz teurerem Preis/ML - sehr selten Sinn, auf den grösseren Flakon zurückzugreifen. In der Realität schafft man es bei ab 40-50 Düften sowieso nicht, so schnell alle leer zu kriegen, dass man sich diese Sorgen machen müsste. Ja der Preis pro ML ist bei grösseren Flakons immer besser, aber die Gesamtausgaben für den Invest sind. zu Beginn dafür auch immer höher.
LEARNING 7: Du brauchst nicht immer einen Bunkerflakon; entscheide rational und vernünftig
Das "leidige" Thema der Bunkerflakons; es gibt sehr viele Gründe, warum es Sinn machen kann (Lieblingsduft eingestellt, nicht mehr produziert, Inhaltsstoffe dürfen nicht mehr verwendet werden und und und...), aber realistisch betrachtet, schafft man es bei grossen Sammlungen nicht einmal, die Erstflakons zu leeren, geschweige denn hier auf mehrere Bunkerflakons einen effektiven Nutzen zu argumentieren; ausser man findet bei 50, 100, 200 Düften irgendwie seinen Signature, den man sehr oft trägt. Dann stellt sich aber automatisch die Frage, warum brauchst du die übrigen 99% der Düfte, wenn die einfach nur rumliegen und verstauben... man kann es effektiv ins Absurdum vertiefen, was ich jedoch sagen will, ist, handle vernünftig und wäge immer ab. Es sind letzten Endes finanziell gebundene Mittel für eine vermeintliche Scheinsicherheit, die man sich einredet. Sei fokussiert und triff bewusst die Entscheidung, die für dich Sinn macht.
LEARNING 8: Es müssen nicht immer die bekannten und/oder gehypden Brands sein!
Ja man kennt es: ein Blonde Amber sieht einfach geil aus in der "habe ich" Liste, und ja, Xerjoff, PDM, Maison Crivelli, Pana Dora haben ihre Bekanntheit und Status... aber hey, da draussen gibt es noch sehr viel zu entdecken! Viele kleinere oder neue Brands, die weitaus Besseres machen, aber vielleicht weniger bekannt sind! Es sollte dir nicht wichtig sein, anderen mit "bekannten Brands" zu imponieren und in diesem seichten Wasser deine Auswahl zu limiteren; sei offen, erkunde andere Brands, andere Düfte. Es müssen nicht immer Bestseller oder bekannte Düfte in deiner Sammlung sein, halte Ausschau und lass dich überraschen von anderen Brands!
LEARNING 9: Sei bodenständig und urteile nicht, sei offen und lerne
Nun ja, ich habe nun einige Journeys auch miterleben können und auch den Wandel von einigen Personen gesehen. Verliere nie Bodenhaftung, egal was du besitzt und/oder weisst. Man muss jedem den notwendigen Respekt gebühren, egal ob dieser eine "günstigere", "kleinere" oder weniger ausfallende Sammlung hat. Man ist nicht besser, weil man viele oder teurere Düfte besitzt. Für jeden macht seine eigene Sammlung Sinn und das muss man einfach respektieren, denn es gibt für jeden seine individuellen Hintergründe (finanzielle Aspekte etc.). Man ist nicht speziell, weil man denkt, man sei "Ultra-Nische", oder High-End-Luxury, nur weil man ein paar teure Düfte hat. Sei respektvoll und offen gegenüber Allem; ob Designer, Nische oder was auch immer, sonst verpasst du vieles im Leben! Vor allem aber, sei respektvoll!
Nun, genug Learnings, ich werd ja schon beim Tippen müde :) So wo bin ich denn nun in meiner Reise? Ja - irgendwie orientalisch angekommen als Fazit. Was ich früher absolut nicht ausstehen konnte (starke Düfte, Rose, Oud etc.), fange ich an zu lieben, zumindest zum aktuellen Zeitpunkt und ja, es kann sich auch wieder ändern, aber hey, das ist ja das Schöne an unserem Hobby! So wie wir uns verändern, verändert sich die Industrie, unser Taste und alles bleibt irgendwie offen und spannend, wenn man's nur zulässt und eine gesunde Einstellung dazu hat :)
In dem Sinne: DANKE euch allen für all die wertvollen Rezensionen, Blog-Beiträge, Statements & Co. Schätze es wirklich, dass hier so viele so viel Zeit investieren und freue mich auf viele weitere, gemeinsame Jahre mit euch! Rock i!
Poesiefanny vor 1 Jahr
StenLaurel vor 1 Jahr
XyzXyz vor 1 Jahr
Cimi vor 1 Jahr
Dreiherzen vor 1 Jahr



