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vor 1 Jahr - 08.11.2024
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Layering: Kunstvolle Kreationen oder olfaktorisches Chaos?

Layering: Kunstvolle Kreationen oder olfaktorisches Chaos?

In der Welt der Düfte hat sich in den letzten Monaten und Jahren ein Trend etabliert, der die traditionelle Nutzung von Düften auf ein neues, kreatives Level hebt - mit dem Layering. Hierbei geht es vielen darum, mehrere Düfte zu kombinieren, um eine ganz persönliche und unverwechselbare Duftkomposition zu schaffen. Nun, viele kennen mittlerweile einige coole Kombos und ja, manchmal riechen die schon ganz in Ordnung, aber was haltet ihr eigentlich davon?

Warum wird gelayert? 

Die Gründe fürs Layering sind unzählig und individuell. Insofern wäre ich auch gespannt auf eure Meinungen und Beweggründe im Kommentarfeld :)

1) Kunst der Individualität

Aktuell streben ja viele nach Selbstverwirklichung und Individualität. Nie zuvor hat sich so eine breite Masse so intensiv mit Düften beschäftigt, und vielfach wird die "Norm" einem einfach zu simpel. Man will eine einzigartige Duftsignatur kreieren und so seiner eigenen Duft-Identität einen Feinschliff verleihen.

2) Kreativer Ausdruck der Experimentierfreude

Layering bietet eine endlose Spielwiese für kreative Parfumos. Verschiedene Duftfamilien - holzig, blumig, würzig, zitrisch etc. - können kombiniert werden um neue, überraschende Effekte zu erzielen. Dieses Experimentieren an sich kann für viele eine grosse Freude sein und eine Art künstlerische und sinnesfrohe Weise sich auszudrücken.

3) Mehrdimensionalität und Komplexität

Layering kann auch den Zweck erfüllen, durch die Kombinationen weitaus komplexere Kreationen mit mehr Tiefgang und Charakter herzustellen, das klassisch einfach gestaltete Parfüm hochwertiger erscheinen zu lassen, mehr dem eigenen Drang nach Komplexität zu entsprechen, neue Nuancen zu setzen innerhalb des Duftverlaufs. 

Es gibt definitiv noch viele weitere Gründe, aber lasst uns mal auch anschauen, warum es vielleicht auch die Gegenseite geben kann, die weniger  davon hält.

1) Risiko der Überladung

Ein grosses Risiko ist, dass teilweise einfach vieles überladen wird und übertrieben unharmonisch wirkt. Düfte können unter Umständen - auch wenn auf dem Papier die Duftnoten eventuell passen könnten - komplett anders in der Interaktion reagieren, weniger ansprechend, zu mühsam für die Nase. 

2) Komplexität der Duftchemie

Nicht alles passt automatisch zu allem. Manche Noten vertragen sich einfach schlecht und können einander sogar neutralisieren, sodass die Wirkung der Parfums im Endeffekt komplett untergeht oder unschön wirkt im Gesamtkonstrukt. Wenn man zum Beispiel frische Düfte mit Oud und Patchouli mischt, kann - wenn das Duftkonzept nicht in einem Duft durchdacht ist, sondern einfach nur gelayered - es sein, dass die Zitrik komplett untergeht und/oder nicht seine Wirkung erzielt.

3) Verlust Originalität einzelner Düfte

Viele Düften sind ja schon Meisterwerke für sich und ich persönlich finde es teilweise wirklich challenging, so schöne Düfte zu mixen und deren einzigartige DNA sowas von zu zerstören. Oft verliert man durch das Layering die Kontrolle über den Duftverlauf, was initial gut riechen kann, kann sich im Drydown wirklich schlecht entwickeln. Natürlich gibt es auch Molecule Düfte, die zum Layern gemacht sind, insofern gibt es einen guten Markt dafür.

Nun ja, es gibt sicher auch noch ganz viele andere Gründe "gegen das Layering", aber die könnt ihr ja gerne noch zum Ausdruck bringen :) 

Insgesamt kann Layering sehr viel Spielraum für Kreativität und olfaktorische Freiheit bringen, gleichzeitig auch einige Düfte "entwerten" wenn falsch gemacht.

Nun würde mich aber persönlich interessieren:
1) Was haltet ihr vom Layering? Pro/Con
2) Welche Kombos findet ihr genial?
3) Welche Düfte eignen sich besonders in welcher Kombination?
4) Layert ihr Düfte mit "Molecule-Düften" oder auch komplette eigenständige Kreationen?

Danke  für eure Meinungen!

24 Antworten
Alexza74Alexza74 vor 1 Jahr
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Mein erstes Layering? Nach content creator Tipp habe ich versucht den ein oder anderen Duft mittels #Molecule 01 haltbarer zu machen. Aber da ich #Molecule 01 nicht überzeugend fand, war es das Ergebnis ebenfalls nicht.
Dann habe ich versucht, einen Lederduft mit einem Vanilleduft zu layern, um ihn süßer bzw. sanfter zu machen. Auch diese Abfüllung habe ich entsorgt und merke mir jetzt: An einem fertigen Duft pansche ich selbst nicht mehr herum. Entweder er gefällt mir wie er ist oder eben nicht (aber dann kaufe ich den Duft auch nicht).
ErgoproxyErgoproxy vor 1 Jahr
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Layering hat mich noch nie wirklich gereizt. Ich denke man muss da viel probieren damit da was Ordentliches bei rauskommt. Wenn ich mir einen Duft zulege, dann ist er genau das was ich riechen möchte und muss nicht noch weiter verändert werden.
CimiCimi vor 1 Jahr
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Hi verstehe das voll :) denke ich mir in den meisten Fällen auch... da sitzen ja mehrere Menschen, die im Prozess alles fein abstimmen :) und der Versuch einfach "was" zu machen, ist schon n bissel stümperhaft :)
SonYAYSonYAY vor 1 Jahr
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Ich würde keinen Duft kaufen, um zu layern, aber ich layere super gern mit Düften, die ich eben nicht nachkaufen, aber aubrauchen möchte, also solche, die mir schon gut gefallen und ich sie nicht direkt loswerden möchte, aber wo mir das gewisse Etwas fehlt oder eben eine spannende Tiefe. Dann ist Layern super praktisch und ich entdecke spannende neue Kompositionen :D.
CimiCimi vor 1 Jahr
hi macht Sinn :) in den Fällen sehe ich es eigentlich auch als einen guten Case :)
AbscheBoAbscheBo vor 1 Jahr
A) Layer-Parfums vom Hersteller so designed: etwas Nepp wegen Verkauf halber Parfums zum vollen Preis 😁, am besten dann noch mit dem Marketing-Trick, was einmaliges und individuelles zu verkaufen 🤔
B) Konsumenten getriebenes Layering: Mehr Synthetik als notwendig, da jedes Layer-Parfum seine Booster und Fixiermittel mitbringt, die auch einmal reichen würden. Und ein leichteres Vergehen in Richtung Respekt gegenüber dem Parfumeur.
Unabhängig davon 😀, meine Lieblingskombo: Asad Zanzibar mit Qaed Al Fursan.
CimiCimi vor 1 Jahr
ah cool! Danke für dein Feedback :)
BeatriceABeatriceA vor 1 Jahr
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Ich halte nicht viel vom Layering bzw. brauche es nicht: wenn mir ein Duft nicht ganz gefällt, kaufe ich ihn nicht. Und wenn ich ihn gekauft habe, dann mag ich ihn so wie er ist.
Limoni85Limoni85 vor 1 Jahr
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Schließe mich euch ebenfalls an! Für mich ist jeder Duft ein Kunstwerk für sich (egal ob teuer oder günstig), ich würde auch nie einen Duft kaufen der mich nicht zu 100% überzeugt.
Aber das soll jeder gern machen wie er möchte!
SeejungfrauSeejungfrau vor 1 Jahr
4
Sehe ich genauso! Layern interessiert mich kein Stück.
YukikoYukiko vor 1 Jahr
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Besser hätte ich es nicht ausdrücken können. Schließe mich zu 100% an.
XyzXyzXyzXyz vor 1 Jahr
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…sowie du ´s eingangs schon geschrieben hast: Einige von uns finden, meistens durch Zufall, stimmige Kombos, die „ganz in Ordnung“ sind. Und das wars auch schon.
Bewusstes Layering anzustreben, mag ich nich so; Parfüms sind immerhin Ergebnisse durchdachter „Rezepte“, also nix, wo ich als Laie was dazu panschen will. Ein Schlüsselerlebnis war für mich, als ich Cuir Intense mal mit e i n e m Tropfen Ylang Ylang ergänzte - sofort war das Ganze alles doof.
Dabei ist der Ylang Ylang in Cuir Intense ausgeprägt.
D a hab ich gemerkt, dass das Gesamtkunstwerk in Wirklichkeit nur das Ergebnis sorgfältigen Dosierens beim Duftdesignen ist. Irgendwer hats hier doch schonmal auf den Punkt gebracht: Layern ist meistens, als würde man zwei Musikstücke gleichzeitig spielen. - Was einigermaßen funktioniert, ist manchmal der „Staffellaufeffekt“: Wenn man einen passenden Duft auf den ausklingenden (!) DD des vorherigen Duftes sprüht. Das ist toll für wechselhafte Tage ^^
XyzXyzXyzXyz vor 1 Jahr
…meine persönlichen Ausnahmen: Tonke Cola (Abfüllung) und Devotion (Miniatur). Bei Letzterem stört die Essignote, die geht beim Layern sehr schön weg, und Tonka Cola nehm ich n u r zum Ergänzen. Und zum Herumprobieren… Aber beides betrifft bei mir nur Abfüllungen ^^
BrynhildrBrynhildr vor 1 Jahr
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Ehrlich gesagt habe ich das "Layern" bei Parfums noch nie ausprobiert, denn ich bin mit meinen par Düften und Abfüllungen sehr zufrieden. Manchmal erlebe ich dieses Phänomen, dass ich mich nur schwer für einen meiner Düfte entscheiden kann und sich in solch einer Situation das layern anbieten würde, jedoch ist mir einfach die Gefahr zu groß und die Parfums dafür zu teuer, um damit zu experimentieren. Da würde ich dann doch lieber von Grund auf selbst mit Duft- und Rohstoffen ein ganz eigenes Parfum kreieren wollen. Also mein Ding ist es nicht, aber ich verstehe wenn man's gerne macht :)
DuftzauberDuftzauber vor 1 Jahr
So sehe ich das auch👍
Dem gibt es nichts hinzuzufügen😊
DasCroeDasCroe vor 1 Jahr
Ich betreibe oft ungewolltes Layering, wenn ich mehrere Düfte an einem Tag trage und die sich als hartnäckig gegenüber Abwaschversuchen zeigen :D
DasCroeDasCroe vor 1 Jahr
Teste nicht trage ...
StenLaurelStenLaurel vor 1 Jahr
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Der Mensch neigt von Natur aus dazu, etwas anders zu machen. Ob da nun im Rezept 500g Rinderfilet steht, nein er nimmt 450g Hühnerbrust. Und wenn ein Parfum noch so gut abgestimmt ist, er muss sich noch eins drübersprühen. Und nennt das dann Individualität. Dem einen schmeckt das Essen nicht, der andere riecht komisch, der nächste sprengt sich in die Luft. Aber Hauptsache anders gemacht.
PreciousPrecious vor 1 Jahr
@StenLaurel - exakt mein Humor.🙃🙂
PoesiefannyPoesiefanny vor 1 Jahr
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@BeatriceA
Meiner Erfahrung nach kochen die meisten Männer strikt der Reihe nach, exakt vorportioniert gemäß des Rezeptes und sind bassentsetzt, wenn wir Frauen eher nach Gefühl kochen und gerne hie & da etwas verfeinern ...
BeatriceABeatriceA vor 1 Jahr
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Hast Du heimlich mit meinem Mann gesprochen? Er sagte mal: "Kein Wunder, dass Dein Essen anders schmeckt! Du hast die Hälfte der Lebensmittel ersetzt!" :)
CimiCimi vor 1 Jahr
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haha jep schön bildlich zusammengefasst.
PoesiefannyPoesiefanny vor 1 Jahr
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Unbekümmertheit und Freude am Ausprobieren sind am Schönsten. Ich habe heute morgen in Eile beim Weggehen rasch ein wenig For her musc noir auf meinen Anorak und die Haare gesprüht und jetzt im Büro noch einen Frischekick Lacoste Rose L12.12 auf die Unterarme und vorne an den Hals gesprüht. Das dürfte schon passen ... meine eine Kollegin trägt gern orientalische Wummser und die andere jarnüscht. Es stört sie aber auch nicht, wenn wir beiden Parfumas uns hier austoben ;-)
CimiCimi vor 1 Jahr
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Danke für deinen Tipp :) Ja voll! finde auch, dass wenn es so spontan passiert, das Beste rauskommt. Sobald's zu sehr zu ner Wissenschaft wird, ist die Chance hoch, dass man enttäuscht wird. Einfach machn.

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