Fumoir des Anges Annette Neuffer 2022
9
Hilfreiche Rezension
allerlei Rauch
Lange habe ich darüber nachgedacht, wie sich Engel (das sind bei mir doch immer noch diese kleinen dicklichen Kerlchen mit weißen, fedrigen Flügeln und nicht diese großen, streng blickenden Wesen) und ein Rauchsalon vereinbaren lassen.
Irgendwo meldete sich bei diesen Überlegungen in meinem Schutz das Jugendschutzgesetz , das diesen kleinen Wesen doch sicherlich den Aufenthalt dort verbieten würde.
Bis eine andere Auslegung von „Fumoir“ meine Gedanken wieder klärte: Die Engel sitzen gar nicht im Rauchsalon, sondern versammeln sich plaudernd um Räucheröfchen, Räucherschalen, um so nicht nur Wärme, sondern ebenso aromatisch-würzigen wie balsamisch schützenden Rauch genießen zu können!
(So einfach kann es sein, wenn man ein Weilchen auf einem Wort herumkaut!)
Bei „Fumoir des Anges“ hat Annette Neuffer auf ihre bekannte Art wieder aus dem Vollem geschöpft und Fruchtiges, Würziges, Blumiges und sehr viel harzig Rauchendes gekonnt arrangiert.
Denn hier treffen sich viele Duftnoten, die sich zwischen Himmel und Erde ohne großartige Expeditionen finden lassen, zu einem harmonischen, rundherum gelungenen Stelldichein.
Es ist kein Wunder, dass sich hier auch Engel einfinden.
Aber beginnen wir erst einmal mit einem Aperitif aus reifen saftigen Zitrusfrüchten, der durch eine gute Portion Rum und Pfeffer gleich ordentlich einstimmt und erwärmt.
Dazu kommt noch krautige, leicht fruchtige Würze von grünem Cognac und das unvergleichliche Aroma von Angelika.
Na, das ist doch etwas Feines; da freut sich das Näschen, bevor es in den verlockenden Duftschatz des goldenen Honigs eintaucht, der durch klassische Blumenaromen wie z.B. von herrlicher Rosenvielfalt und schlanker Iris wunderbar parfümiert wurde und sämig fließend sinnlich umschmeichelt.
Erstaunlicherweise fehlt hier Jasmin, dafür treffen wir honigduftende Ylang Ylang-Ranken, die für zusätzliche Tiefe sorgen, und die Schönheit von exotischen Frangipani-Blütendüften.
Für Süßmäulchen wie mich gibt es reichlich Karamell, bereits fein geräuchert, bevor leise raschelnde (getrocknete?) aromatische Tabakblätter gemeinsam mit noch recht hellem, gar nicht sakralem Weihrauch das Arrangement reizvoll bereichern.
Welch großartiges Gespinst wurde hier aus vielen unterschiedlichen Duftnoten gewoben, bevor sich die reiche Fülle der Basis offenbaren kann!
Den Duft von Bienenwachs liebe ich in der kühleren Jahreszeit ohnehin, aber hier erscheint er mir als Träger für die unterschiedlichsten edlen harzigen Rauchnoten, die sich so reicher auf die Begegnung mit subtiler Erotik vorbereiten können:
Weibliche, warm-sinnliche Vanille-Duftströme, durchzogen vom Aroma der Tonkabohne, treffen auf die maskuline animalische Cremigkeit von Sandelholz.
Wäre ich fünfzig Jahre jünger, würde ich sagen: Wow! What a match!!
Der finale Dufthöhepunkt wird erstaunlicherweise mit Kakao bestäubt; häufig im Umfeld von Patchouli zu finden und in dieser Verbindung nicht gerade mein Freund.
Denn ich liebe doch die kräftige erdige, feuchte Schmutzigkeit von Patchouli und Oud, vollmundig und von nicht gerade leiser Animalik.
Aber, ja, hier lädt das Ergebnis auch zum Verweilen und zum Genießen des gesamten Duft-Kunstwerkes ein, das sich auf meiner Haut (die ja bekanntlich recht kühl ist) doch wunderbar entwickelt; einzelne Duft-Facetten entblättern sich nach und nach und setzen somit immer neue verführerische Akzente.
Währenddessen streichelt und öffnet die Vielzahl der hier großzügig und stilvoll arrangierte Aromen die Sinne; immer wieder neu verschlungene Rauchschleier, zart und gleichzeitig fordernd, umhüllen gekonnt und wärmen äußerst raffiniert.
„Fumoir des Anges“ ist ein Tanzen, ein Schweben inmitten eines magischen Raumes, der weit und unendlich scheint und so auch nicht so geübten Dufttänzern viel Zeit zum Erfassen und Genießen lässt.
Annette Neuffer hat es wieder einmal geschafft, das ich mich vor ihr verbeuge!
(Sollten wir uns einmal begegnen, werde ich das sicher tun!)
Irgendwo meldete sich bei diesen Überlegungen in meinem Schutz das Jugendschutzgesetz , das diesen kleinen Wesen doch sicherlich den Aufenthalt dort verbieten würde.
Bis eine andere Auslegung von „Fumoir“ meine Gedanken wieder klärte: Die Engel sitzen gar nicht im Rauchsalon, sondern versammeln sich plaudernd um Räucheröfchen, Räucherschalen, um so nicht nur Wärme, sondern ebenso aromatisch-würzigen wie balsamisch schützenden Rauch genießen zu können!
(So einfach kann es sein, wenn man ein Weilchen auf einem Wort herumkaut!)
Bei „Fumoir des Anges“ hat Annette Neuffer auf ihre bekannte Art wieder aus dem Vollem geschöpft und Fruchtiges, Würziges, Blumiges und sehr viel harzig Rauchendes gekonnt arrangiert.
Denn hier treffen sich viele Duftnoten, die sich zwischen Himmel und Erde ohne großartige Expeditionen finden lassen, zu einem harmonischen, rundherum gelungenen Stelldichein.
Es ist kein Wunder, dass sich hier auch Engel einfinden.
Aber beginnen wir erst einmal mit einem Aperitif aus reifen saftigen Zitrusfrüchten, der durch eine gute Portion Rum und Pfeffer gleich ordentlich einstimmt und erwärmt.
Dazu kommt noch krautige, leicht fruchtige Würze von grünem Cognac und das unvergleichliche Aroma von Angelika.
Na, das ist doch etwas Feines; da freut sich das Näschen, bevor es in den verlockenden Duftschatz des goldenen Honigs eintaucht, der durch klassische Blumenaromen wie z.B. von herrlicher Rosenvielfalt und schlanker Iris wunderbar parfümiert wurde und sämig fließend sinnlich umschmeichelt.
Erstaunlicherweise fehlt hier Jasmin, dafür treffen wir honigduftende Ylang Ylang-Ranken, die für zusätzliche Tiefe sorgen, und die Schönheit von exotischen Frangipani-Blütendüften.
Für Süßmäulchen wie mich gibt es reichlich Karamell, bereits fein geräuchert, bevor leise raschelnde (getrocknete?) aromatische Tabakblätter gemeinsam mit noch recht hellem, gar nicht sakralem Weihrauch das Arrangement reizvoll bereichern.
Welch großartiges Gespinst wurde hier aus vielen unterschiedlichen Duftnoten gewoben, bevor sich die reiche Fülle der Basis offenbaren kann!
Den Duft von Bienenwachs liebe ich in der kühleren Jahreszeit ohnehin, aber hier erscheint er mir als Träger für die unterschiedlichsten edlen harzigen Rauchnoten, die sich so reicher auf die Begegnung mit subtiler Erotik vorbereiten können:
Weibliche, warm-sinnliche Vanille-Duftströme, durchzogen vom Aroma der Tonkabohne, treffen auf die maskuline animalische Cremigkeit von Sandelholz.
Wäre ich fünfzig Jahre jünger, würde ich sagen: Wow! What a match!!
Der finale Dufthöhepunkt wird erstaunlicherweise mit Kakao bestäubt; häufig im Umfeld von Patchouli zu finden und in dieser Verbindung nicht gerade mein Freund.
Denn ich liebe doch die kräftige erdige, feuchte Schmutzigkeit von Patchouli und Oud, vollmundig und von nicht gerade leiser Animalik.
Aber, ja, hier lädt das Ergebnis auch zum Verweilen und zum Genießen des gesamten Duft-Kunstwerkes ein, das sich auf meiner Haut (die ja bekanntlich recht kühl ist) doch wunderbar entwickelt; einzelne Duft-Facetten entblättern sich nach und nach und setzen somit immer neue verführerische Akzente.
Währenddessen streichelt und öffnet die Vielzahl der hier großzügig und stilvoll arrangierte Aromen die Sinne; immer wieder neu verschlungene Rauchschleier, zart und gleichzeitig fordernd, umhüllen gekonnt und wärmen äußerst raffiniert.
„Fumoir des Anges“ ist ein Tanzen, ein Schweben inmitten eines magischen Raumes, der weit und unendlich scheint und so auch nicht so geübten Dufttänzern viel Zeit zum Erfassen und Genießen lässt.
Annette Neuffer hat es wieder einmal geschafft, das ich mich vor ihr verbeuge!
(Sollten wir uns einmal begegnen, werde ich das sicher tun!)
6 Antworten


Du weißt doch: "... die Engele, sie kugele gleich haufenweis hervor" heißt es doch in einem schwäbischen Lied.