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Fumoir des Anges von Annette Neuffer
Flakondesign:
Annette Neuffer
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Fumoir des Anges 2022

8.3 / 10 131 Bewertungen
Ein beliebtes limitiertes Parfum von Annette Neuffer für Damen und Herren, erschienen im Jahr 2022. Der Duft ist würzig-harzig. Die Haltbarkeit ist überdurchschnittlich. Es wird noch produziert. Der Name bedeutet „Rauchsalon der Engel”.
Vergleich Limitiert
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Duftrichtung

Würzig
Harzig
Süß
Orientalisch
Rauchig

Duftpyramide

Kopfnote Kopfnote
BlutorangeBlutorange Rum AbsolueRum Absolue ClementineClementine BergamotteBergamotte SzechuanpfefferSzechuanpfeffer grüner Cognacgrüner Cognac AngelikaAngelika
Herznote Herznote
Tabak AbsolueTabak Absolue HonigHonig WeihrauchWeihrauch BoroniaBoronia KaramellKaramell Deutsche SchwertlilieDeutsche Schwertlilie Ylang-YlangYlang-Ylang bulgarische Rose Ottobulgarische Rose Otto Roter FrangipaniRoter Frangipani
Basisnote Basisnote
BienenwachsBienenwachs weiße Ambraweiße Ambra Bourbon-Vanille AbsolueBourbon-Vanille Absolue LabdanumLabdanum MyrrheMyrrhe SandelholzSandelholz TonkabohneTonkabohne KakaoKakao PatchouliPatchouli Siam-BenzoeSiam-Benzoe vietnamesisches Oudvietnamesisches Oud

Parfümeur

Bewertungen
Duft
8.3131 Bewertungen
Haltbarkeit
8.3118 Bewertungen
Sillage
7.6117 Bewertungen
Flakon
8.8104 Bewertungen
Preis-Leistung
7.054 Bewertungen
Eingetragen von LVCAS · letzte Aktualisierung am 09.03.2026.
Quellenbasiert & geprüft

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Rezensionen

4 ausführliche Duftbeschreibungen
8.5Duft 8Haltbarkeit 8Sillage
Serenissima

1247 Rezensionen
Serenissima
Serenissima
Hilfreiche Rezension 9  
allerlei Rauch
Lange habe ich darüber nachgedacht, wie sich Engel (das sind bei mir doch immer noch diese kleinen dicklichen Kerlchen mit weißen, fedrigen Flügeln und nicht diese großen, streng blickenden Wesen) und ein Rauchsalon vereinbaren lassen.
Irgendwo meldete sich bei diesen Überlegungen in meinem Schutz das Jugendschutzgesetz , das diesen kleinen Wesen doch sicherlich den Aufenthalt dort verbieten würde.
Bis eine andere Auslegung von „Fumoir“ meine Gedanken wieder klärte: Die Engel sitzen gar nicht im Rauchsalon, sondern versammeln sich plaudernd um Räucheröfchen, Räucherschalen, um so nicht nur Wärme, sondern ebenso aromatisch-würzigen wie balsamisch schützenden Rauch genießen zu können!
(So einfach kann es sein, wenn man ein Weilchen auf einem Wort herumkaut!)

Bei „Fumoir des Anges“ hat Annette Neuffer auf ihre bekannte Art wieder aus dem Vollem geschöpft und Fruchtiges, Würziges, Blumiges und sehr viel harzig Rauchendes gekonnt arrangiert.
Denn hier treffen sich viele Duftnoten, die sich zwischen Himmel und Erde ohne großartige Expeditionen finden lassen, zu einem harmonischen, rundherum gelungenen Stelldichein.
Es ist kein Wunder, dass sich hier auch Engel einfinden.

Aber beginnen wir erst einmal mit einem Aperitif aus reifen saftigen Zitrusfrüchten, der durch eine gute Portion Rum und Pfeffer gleich ordentlich einstimmt und erwärmt.
Dazu kommt noch krautige, leicht fruchtige Würze von grünem Cognac und das unvergleichliche Aroma von Angelika.
Na, das ist doch etwas Feines; da freut sich das Näschen, bevor es in den verlockenden Duftschatz des goldenen Honigs eintaucht, der durch klassische Blumenaromen wie z.B. von herrlicher Rosenvielfalt und schlanker Iris wunderbar parfümiert wurde und sämig fließend sinnlich umschmeichelt.
Erstaunlicherweise fehlt hier Jasmin, dafür treffen wir honigduftende Ylang Ylang-Ranken, die für zusätzliche Tiefe sorgen, und die Schönheit von exotischen Frangipani-Blütendüften.
Für Süßmäulchen wie mich gibt es reichlich Karamell, bereits fein geräuchert, bevor leise raschelnde (getrocknete?) aromatische Tabakblätter gemeinsam mit noch recht hellem, gar nicht sakralem Weihrauch das Arrangement reizvoll bereichern.
Welch großartiges Gespinst wurde hier aus vielen unterschiedlichen Duftnoten gewoben, bevor sich die reiche Fülle der Basis offenbaren kann!
Den Duft von Bienenwachs liebe ich in der kühleren Jahreszeit ohnehin, aber hier erscheint er mir als Träger für die unterschiedlichsten edlen harzigen Rauchnoten, die sich so reicher auf die Begegnung mit subtiler Erotik vorbereiten können:
Weibliche, warm-sinnliche Vanille-Duftströme, durchzogen vom Aroma der Tonkabohne, treffen auf die maskuline animalische Cremigkeit von Sandelholz.
Wäre ich fünfzig Jahre jünger, würde ich sagen: Wow! What a match!!
Der finale Dufthöhepunkt wird erstaunlicherweise mit Kakao bestäubt; häufig im Umfeld von Patchouli zu finden und in dieser Verbindung nicht gerade mein Freund.
Denn ich liebe doch die kräftige erdige, feuchte Schmutzigkeit von Patchouli und Oud, vollmundig und von nicht gerade leiser Animalik.
Aber, ja, hier lädt das Ergebnis auch zum Verweilen und zum Genießen des gesamten Duft-Kunstwerkes ein, das sich auf meiner Haut (die ja bekanntlich recht kühl ist) doch wunderbar entwickelt; einzelne Duft-Facetten entblättern sich nach und nach und setzen somit immer neue verführerische Akzente.
Währenddessen streichelt und öffnet die Vielzahl der hier großzügig und stilvoll arrangierte Aromen die Sinne; immer wieder neu verschlungene Rauchschleier, zart und gleichzeitig fordernd, umhüllen gekonnt und wärmen äußerst raffiniert.

„Fumoir des Anges“ ist ein Tanzen, ein Schweben inmitten eines magischen Raumes, der weit und unendlich scheint und so auch nicht so geübten Dufttänzern viel Zeit zum Erfassen und Genießen lässt.
Annette Neuffer hat es wieder einmal geschafft, das ich mich vor ihr verbeuge!
(Sollten wir uns einmal begegnen, werde ich das sicher tun!)
Aktualisiert am 31.10.2025 - 11:26 Uhr
6 Antworten
9Duft 8Haltbarkeit 8Sillage
Skydiver19

56 Rezensionen
Skydiver19
Skydiver19
Top Rezension 17  
... und der Himmel ist ratlos...
Wer hat an der Uhr gedreht? - Nein, nicht nach vorn, sondern zurück!?
Dieser Wechsel in der Zeitrichtung hat den Himmlischen Rat alarmiert. Was ist nur los mit den Menschen? Sind sie im Begriff alles zu vergessen, was sie auf ihrem geistigen Entwicklungsweg bislang gelernt haben? Sind sie so blind ihren Instinkten ausgeliefert? Die eine blinde Evolution im Überlebenswettbewerb hervor gebracht hat? Haben die Menschen vergessen, dass sie einen Geist besitzen? Der sie vom Tierreich unterscheidet?

Diese alarmierende Entwicklung bedarf einer Beratung auf höchster Ebene. Das 'Atman-Projekt' droht zu scheitern. Der Atem des Höchsten, Brahman, eingehaucht in wissbegierige Seelen, den Atmans, welche hernach auf die Erde hinab geboren sein sollen, um als Menschen mit dem Höchsten Geist ihre Erfahrungen in der körperlichen Vergänglichkeit zu teilen, droht, sich aus der belebten Schöpfung zurückzuziehen.
Deshalb wurde von der Geschäftsführung des Atman-Projektes eine Task Force eingerichtet. Ein erstes Treffen soll die Ist-Situation analysieren und Lösungsstrategien erarbeiten.
Ort: RumWolke No 7
Zeit: wenn sie reif ist, man wird es wissen

So weit, so gut. Aber hat es da nicht eine Vereinbarung gegeben, zu Beginn des Projektes? Welche die Menschheit abgenabelt hat von der geistigen Schöpfungsebene? Ein eigener Wille wurde bewilligt, und der sollte es den Menschen ermöglichen, einen eigenen geistigen Erfahrungsweg zu beschreiten. 'Da kann man jetzt keinen Rückzug mehr machen, dieser Geist ist aus der Flasche, die Milch verschüttet. Jetzt müssen wir mit den leidigen Gegebenheiten umgehen', verlautet es aus den Reihen der Task Force.
Als da wäre die Tatsache, dass das menschliche Denken nicht wirklich frei ist, sondern seine Inhalte zunächst aus dem ältesten Instinktraum bezieht: Fortpflanzungsoptimierung und Selbstbehauptung. Das sind die geistig blinden Augen der Evolution, welche die aggressivsten und invasivsten Verhaltensweisen belohnt hat.
Nun haben wir aber auch die Freiheit, im NACHdenken unsere 'automatischen' Denkinhalte zu hinterfragen und auf den Prüfstand zu stellen. Das gelingt schon ganz schön Vielen! Nur, an die Macht bringen sich Andere, die invasivsten Vertreter unserer Gattung.

Die Welt bietet derzeit einige beeindruckende Beispiele. Autokraten und Aggressoren reißen die Weltgestaltung an sich, ohne eine andere Weltordnung zu akzeptieren. Größenwahn auf ihren Seiten. Dabei sind es oft schwache, verletzte Egos, die sich aus Angst vor Bedeutungslosigkeit oder Kontrollverlust immer weiter hochspulen. Es sind Ängste, die sich in Gigantomanie flüchten. Das Ganze mit freundlicher Unterstützung von Fortpflanzungsinstinkten, die zu Urzeiten dafür sorgten, dass materielle Überlegenheit die Reproduktions-Chancen erhöhten. Gültig in einem System, in dem es nie genug gab, wie in der Jäger-Sammler-Zeit. Da machte es Sinn, aber nur, weil der materielle Segen der Erfolgreichen auf alle verteilt wurde. Dieser Part allerdings wird inzwischen gerne vernachlässigt.

Und der Weg heraus? - Bleiben wir wachsam. Schauen wir hin und werden wir bewusst dessen was geschieht. Dann kann alles gut werden. Denn die empathischen und humanistischen Menschen sind in der Mehrheit, auch wenn diese noch immer ziemlich leise ist.

Leider, leider gibt es kein Gesprächsprotokoll über diese Sitzung der Task Force auf Rumwolke No. 7. Die Ergebnisse werden sich uns nicht mitteilen.
Aber wir sind im Besitz eines Tools, unserem Bewusstsein, das uns erlaubt, den Fluss der Zeit wieder nach vorne zu richten. In Richtung Fortschritt unseres Geistes, der immer dann fruchtbar, Gemeinwohl orientiert und damit nachhaltig arbeitet, wenn seine Bemühungen über die Interessen von Individuen hinausreichen.

*****

Nun zum Duft. Der ist das reine Genuss- und Entspannungsprogramm, wie man es wohl nur für Meetings auf Wolken kreieren kann, symbolisch gesehen.
Ein kräftiges Prösterchen mit rauchigem Rum zur Begrüßung. Bittere Orange flankiert und betont sein Aroma, bringt es zum Leuchten. Desgleichen weitere zitrische Noten, deren milde Frische langsam überleitet zum fein aromatischen Szechuanpfeffer, dessen Schärfe von der leicht bitteren Angelika eingefriedet wird. In diesem olfaktorischen Spannungsfeld sind die Sinne nun hellwach und können ihre Genussreise antreten.

Mit vorstelligem hellen Tabak geht es in der HN weiter. Eine feine Honignote unterstützt seine Weichheit. Eine milde Friedenspfeife wird angezündet, und man verspürt Lust, den Friedensatem ganz tief einzusaugen. Genussvoll schließen sich die Augen, und die Sinne bekommen dazu noch ein Karamellküsschen, mehr aromatisch als süß.
Der ansonsten gestrenge Weihrauch ist recht milde gestimmt und trägt mit seinem andächtigen Akkord zu einer kontemplativen Stimmung bei. Wie passend! Wir erinnern uns? Wir befinden uns in einem Meeting von Himmelsbewohnern, die nach einem Ausweg suchen für die Menschheit. Und in schwierigen, komplexen Situationen bekommt man brauchbare Inspirationen eher beim Meditieren als beim Denken. Jenes zeigt seinen wahren Wert erst im anschließenden zweiten Schritt: beim Sortieren und Ausformulieren der gewonnenen Ideen.

Begleitung bekommt der ernste Weihrauch aus dem Blumenreich. Würdevoll verströmen sich Rose und Schwertlilie, und Frangipani schenkt uns einen Twist hin zu frisch-fruchtiger Nachsicht. Sie bilden die modulierenden Obertöne der Weihrauch-Botschaft, die immer etwas mit Verantwortung, aber auch mit Verbundenheit mit dem Großen und Ganzen zu tun hat.

Die BN startet mit natürlich anmutendem Bienenwachs. Diese Komponente bleibt sehr lange im Vordergrund präsent, was aus meiner Sicht ein Kritikpunkt ist. Unter dem Wachs haben es die Erdnoten nicht gerade leicht, in Erscheinung zu treten. Vielleicht könnte man dies als eine trennende Schicht zwischen Oben und Unten, zwischen Engelswolke und Erde, verstehen.
Mit Verzögerung also, kaum einzeln auszumachen, treten betörende Töne des Erdenreichs hinzu. Bittersüße, warme Myrrhe als Friedensstifterin, verlockendes Labdanum, weiche Vanille-Noten. 'Die Menschen wollen doch lieben und ihre Liebe ins Erdenreich einschreiben', scheinen sie in den Himmel rufen zu wollen. Bereit stehen zudem tief irdische Wohlgerüche aus Sandelholz, Oud, Patchouli, eine Prise Kakao und süßes Harz.
Die BN ist sehr dicht, aber nicht schwer, und auch nicht dunkel. Da wurde viel Hoffnung eingebaut. Hoffnung und Verlässligkeit.

(Vorsichtiges Dosieren ist bei diesem konzentrierten Duft angeraten.)

Liebes Dankeschön an @Paloma58 für diese inspirierende Testmöglichkeit
19 Antworten
8Duft 6Haltbarkeit 7Sillage
Verbeene

233 Rezensionen
Verbeene
Verbeene
Hilfreiche Rezension 11  
Engel des Erwachens
"Wer, wenn ich schriee, hörte mich denn aus der Engel

Ordnungen? und gesetzt selbst, es nähme

einer mich plötzlich ans Herz: ich verginge von seinem

stärkeren Dasein. Denn das Schöne ist nichts

als des Schrecklichen Anfang, den wir noch grade ertragen,

und wir bewundern es so, weil es gelassen verschmäht,

uns zu zerstören. Ein jeder Engel ist schrecklich."

Rainer Maria Rilke

ein reicher, hell-dunkel-Nektar.
Dunkelheit mit gefährlicher balsamischer Süsse
Helligkeit mit blendender, beinahe scharfer Blütenpracht.
der Engel des Erwachens?
3 Antworten
10Duft 10Haltbarkeit 8Sillage
Trollo

9 Rezensionen
Trollo
Trollo
Top Rezension 30  
Das Spiel mit Licht und Schatten
Am Ende des Jahres 2021 kündigte Annette Neuffer nach längerer Zeit einen neuen, jedoch stark limitierten Duft an. Derzeit sind viele der Rohstoffe immer knapper und schwerer zu bekommen und so gibt es derzeit von diesem Batch nur 5 Flakons. Die Flakons sind außergewöhnlich, massiv, eckig, aber dennoch Handschmeichler und gewohnt liebevoll gestaltet.
Beim Blick auf die Inhaltsstoffe kommen Erinnerungen an gute alte Bekannte auf – der alkoholische Auftakt erinnert in der Duftpyramide an Havana Plum, Boronia benutzte Annette in Chyprette und Havana Plum, die Basis ähnelt der von Ambar, aber mit Ergänzungen, die an Mellis, Stardust, Narcissus Orientalis und einige andere ihrer eher orientalischeren Düfte denken lässt. Tatsächlich: Wer Annettes „Handschrift“ kennt, wird sie auch in Fumoir des Anges wiedererkennen.

Zitrische Elemente in Verbindung mit alkoholischen Noten und ein wenig Angelika lassen den Duft würzig, frisch und alkoholisch starten, doch das blumige Herz offenbart sich sehr schnell: Noch in alkoholischer Grundstimmung erblüht die Boronia im Blütenmeer auch anderer Blumen zu voller Pracht, Honig und viel Karamell versüßen den Duft deutlich wahrnehmbar. Frangipani und Ylang-Ylang geben ihre Blütensüße dazu. Interessanterweise nehme ich zunächst Iris und Rose kaum wahr, aber möglicherweise liegt dies daran, dass Annettes Boronia so herrlich präsent bleibt. Nach mehrmaligem Tragen ist die Iriswurzel wie in Chocolat Iriśe nun doch sehr gut erkennbar. Eine sehr leichte würzige Rauchigkeit erscheint kurz durch den Weihrauch, doch bleibt in der Herznote die süße Blumigkeit dominant. Dann drängt Vanille aus der Basis nach oben und die Herznote weicht allmählich den Noten der Basis. Karamell ist zunächst noch äußerst präsent, auch der Honig, aber das Bienenwachs ergänzt beide Noten zu warmem Leuchten. Im Laufe der Zeit verblasst das Karamell, später auch der Honig, doch Annettes Signatur, der Bienenwachs, bleibt bis zum Schluss spürbar. Auch die Blüten hängen weiterhin in der Luft. Oud wird immer spürbarer, aber wie typisch für Annettes Düfte, nicht dunkel-animalisch, sondern eher wie altes, dunkles, leicht rauchiges Holz. Kakao dunkelt die Basis etwas ein, dazu nehme ich leicht Patchouli wahr, aber sehr zurückgenommen. Eine minimale Harzigkeit, vermutlich durch das Labdanum, und zwischendurch ein Hauch von hauchfeiner salziger Animalik – spüre ich da Ambergris? – kommen hinzu. Vanille nimmt in den folgenden Stunden an Intensität zu, ohne dass die Basis dabei süß oder gar klebrig werden würde. Der Duft verbleibt holzig-blumig-süß-würzig auf der Haut. Fumoir des Anges hat wie fast alle ihrer Düfte eine sehr gute Haltbarkeit, die Silage ist gut auf Distanz wahrnehmbar, aber nicht raumfüllend.

Parallel zu Ambar getragen, zeigt sich seine deutliche Verwandtschaft mit Fumoir des Anges, doch Ambar ist rauchiger, enthält kaum Süße und keine Blumen und ist erheblich dunkler und intensiver als Fumoir des Anges, bei dem der Tabak etwas zurückgenommen ist und dessen dunkle Basis zudem noch durch das Wachs gedimmt und durch Vanille aufgehellt wird. Fumoir des Anges ist weicher, wärmer, sanfter als Ambar, eher die „kleine süße Schwester“. Beide Düfte sind unisex, doch während Ambar eher auf der maskulinen Seite der Unisex-Düfte angesiedelt ist, findet man Fumoir des Anges eher auf der femininen Seite.

Fumoir des Anges – „Räucherei der Engel“ – ist ein Duft, der gekonnt Hell und Dunkel miteinander kombiniert. Er bedient sich laut Annette eines klassischens Elementes der Malerei, des Chiaroscuro: Dieses Stilelement der griechischen Antike wurde mit der „Wiedergeburt“ der Antike in der Renaissance bis in den Barock hinein gern verwendet, um mit der Darstellung von Licht und Schatten in Bildern zentralen Elementen Tiefe zu verleihen, wobei nicht nur räumliche Tiefe erzielt wurde, sondern auch die zentrale Aussage des Bildes gezielt durch Hell-Dunkel-Effekte betont und herausgearbeitet werden konnte.

Ambar wurde sehr passend von Can777 in seiner Rezension als 'schwarzer Diamant' bezeichnet, als 'tiefster Abyss in Annettes Kollektion', als 'sinnliche Schönheit aus Finsternis'. Ambar leuchtet in der "Räucherei der Engel" im Hintergrund. Die dunkle Räucherei, die tiefe, wundervoll warme Basis, die besonderes Kennzeichen Ambars ist, kontrastiert in besonderer Weise die zarte, aber süße Blumigkeit, das Engelhafte des Duftes. Vergleichbar zur Renaissance als Rückgriff auf die klassische Antike, gibt Annette Neuffer zu ihrem 15. Jubiläum seit der Kreation ihres ersten Duftes einen Duft heraus, der Elemente ihrer klassischen Düfte wieder aufgreift und in der gekonnten Kombination mit der ihr eigenen Fähigkeit zur Entwicklung einzigartigen Parfumeursstils ein ganz besonderes Kunstwerk entstehen lässt.
Aktualisiert am 23.01.2022 - 13:16 Uhr
12 Antworten

Statements

40 kurze Meinungen zum Parfum
46
44
Es wurde hell in diesem Salon
So wie Lichtjahre davor nicht mehr
Honig sprudelte aus würzigen Quellen
Wale in mattes Gold getaucht.Februar.
44 Antworten
42
24
Diese Engel haben jeden Abgrund schon gesehen. Dennoch ist ihr Salon voller Licht und Harmonie. Unendlichkeit.
24 Antworten
42
34
Licht der Feuerzangenbowle
Zuckerflammen
Flackernder Rum
Weißer Nebel der Wasserpfeife
Orangentabak
Kakao am Kamin
Engel die Harze summen
34 Antworten
38
37
Rum in Flammen
Orangen dein Licht
Tabak entzündet
Dir Wärme verspricht
Blicke bienenverwachst
Von Angesicht
Zu Mondessicht
37 Antworten
31
27
Bergamottpfeffer
Licht in orange
Rose im Honigkleid
Wächserne Rauchschemen
Vanilleschmelz
auf Labdanumhaut
Silbrige Blüten
auf Zuckerseide
27 Antworten
Weitere Statements

Diagramm

So ordnet die Community den Duft ein.
Torten Radar

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