Chocolat Irisé (2012)

Chocolat Irisé von Annette Neuffer
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Chocolat Irisé (Annette Neuffer)
Chocolat Irisé (Annette Neuffer)
Chocolat Irisé (Annette Neuffer)
7.9 / 10     28 BewertungenBewertungenBewertungen
Chocolat Irisé ist ein beliebtes Parfum von Annette Neuffer für Damen und erschien im Jahr 2012. Der Duft ist gourmandig-orientalisch. Es wird noch produziert.

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Parfümeur

Annette Neuffer

Duftnoten

Kopfnote KopfnoteBergamotte, Honigtangerine, Zitronatzitrone
Herznote HerznoteIriswurzel, ägyptischer Jasmin, persische Rose, tunesische Orangenblüte
Basisnote BasisnoteKakao-Absolue, Bourbon-Vanille, Mysore-Sandelholz, Patchouli, Moschus

Bewertungen

Duft

7.9 (28 Bewertungen)

Haltbarkeit

7.6 (24 Bewertungen)

Sillage

6.9 (24 Bewertungen)

Flakon

7.3 (20 Bewertungen)
Eingetragen von Joe, letzte Aktualisierung am 14.06.2017
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Kommentare

Sillage 6.0/10 Haltbarkeit 8.0/10 Duft 9.0/10
Erstklassiger Kommentar    26
Frei von künstlichen Aromen
Wie man Gerüche wahrnimmt, einordnet und bewertet hängt entscheidend von der kulturellen und persönlich-biographischen Duftsozialisation ab. Zweifellos ist meine hohe Sensibilität gegenüber monomolekularen synthetischen Geruchsstoffen und Aromen der Tatsache geschuldet, dass in unserem Haushalt keine funktionale Parfümerie existiert: Wasch- Spül- und Reinigungsmittel sind geruchsneutral, Kosmetika allesamt nur mit natürlichen Ölen parfümiert. Entsprechend nehme ich viele Mitmenschen als wahre Synthetikbomben wahr, da ihre Kleidung vor Dihydromyrcenol, Calone und anderer "aprilfrischer", extremhaftender Geruchschemie nur so strotzt, wozu sich dann gerne noch Ambroxanattacken (der Axe-Effekt: würgen und röcheln) oder senfgasartige Überdosierungen von Ethylvanillin aus Betty Barclay-Produkten hinzugesellen. In solchen Momenten verstehe ich den Impuls hinter Parfümverboten am Arbeitsplatz. Viele MitbürgerInnen scheinen jedoch völlig desensibilisiert gegenüber solchem olfaktorischen Overkill. Mir stellt sich die Frage: welche Konsequenzen sollten wir daraus ziehen, dass Menschen problemlos zwischen monomolekularen und komplexen Riechstoffen mir großen Quantitäten an Sekundär- und Tertiärmolekülen unterscheiden können, also etwa synthetischen Damasconen und Rosenöl? Zumal der berühmte Slowfood -Test ja gezeigt hat, dass von natürlichen Lebensmitteln entwöhnte Kinder den simplen Kunsterdbeergeschmack der geschmacklichen Komplexität einer echten Frucht vorziehen, d.h. olfaktorisch und gustatorisch verarmen. Das ist keine Frage unmittelbarer gesundheitlicher Folgen, sondern eine zunächst ästhetische, die aber auch Grundsätzliches über die Qualität unseres Weltverhältnisses aufwirft. Und unter diesem Blickwinkel, nicht dem irreführenden Allergieaspekt, wäre vielleicht auch die Frage von Natur und Synthetik (durchaus unscharfen Begriffen) in der Parfümkunst zu diskutieren.

Dass ich die Mehrzahl von Gourmandüften die ich getestet habe verabscheue, hat, wie mir Chocolat Irisé erneut beweist, nichts mit dem Genre an sich zu tun, sondern mit seiner regelmäßig überbordenden Künstlichkeit und synthetischen Überintensität. In eine gute Crème Brulée gehört Bourbon-Vanillestange, kein Vanillin und in einen guten Gourmandduft gehört ein dominanter Anteil hochwertiger natürlicher Öle mit einem komplexen Duftspektrum. Ja, in Jacques Guerlains Shalimar war auch Vanillin, aber eben auch jede Menge Tonka, Iris, 30% (!) Bergamot-Öl und dazu noch Jasmin, Rose, Birkenteer, Patchouli, Sandelholz und einiges mehr.

Und damit sind wir bei Annette Neuffers Kreation und Variation des Gourmand/Oriental Themas, quasi Shalimar naturelle en cacao. Der Verzicht auf Monomoleküle und die Qualität der Rohstoffe bedeutet, dass hier Ausgewogenheit und Komplexität regieren, das Talent der Parfümeurin, dass das Schoko-Vanille Soufflé nicht zu einem Duftmatsch kollabiert und 100% Naturmaterialien limitieren letztlich die Sillage und Intensität von Chocolat Irisé. Der Auftakt ist intensiv zitrisch-floral, für mich überwiegen in der Kombination die "orangenen" Töne der Tangerine gegenüber der Bergamot-Herbe und die weißfloralen Aspekte von Jasmin und Neroli gegenüber der Rose (später wird diese dezent vernehmbar). Kakaonoten spielen sehr schnell und deutlich für mich hinein und machen mir spontan Lust auf eine heiße Schokolade. Es entfaltet sich ein olfaktorischer Baldachin mit einem Kakao-Vanille Gerüst, über dem die floralen Noten schweben, wobei die zarte Irisnote eine schöne Brücke zwischen Floralität und Vanillesüße bildet. Der erdige Rauch des Patchouli spielt schön und dezent in die Vanille hinein, der Rest der Basis bleibt noch dezenter im Hintergrund. Nah an der Haut schnuppernd dominiert die köstliche Vanille, insgesamt setzt sich das Parfüm bei mir nach einer halben Stunde als sehr angenehm verwobener "skin scent," der eine zarte Aura ausstrahlt - zart heisst hier übrigens in keiner Weise feminin, sondern tatsächlich komplett unisex - für mich sind es die brachialen Synth-Gourmandnoten, die auf schlimmste Art und Weise etwas mißverstanden hyper-feminines haben.

Ein sehr sehr schöner und angenehm zu tragender Duft, der sich allen Liebhabern der Guerlinade empfiehlt, allen Freunden echter heißer Schokolade und allen von Gourmand-Monstern verschreckten, welche die Komplexität natürlicher Süße und Würze kennenlernen möchten.
13 Antworten
Flakon 7.5/10 Sillage 7.5/10 Haltbarkeit 5.0/10 Duft 7.0/10
Erstklassiger Kommentar   
Mit zartbitterem Kakao bestäubt
Ach Menno, Frau Neuffer. Nicht umsonst bilden Ihre Düfte meinen Abschluss an Erstkommentaren. Die Extrakte sind so untypisch duftend, dass mir das Analysieren und Besprechen unglaublich viel Schwierigkeiten bereitet. Außerdem schwant mir Einiges – und nicht nur Gutes – inwieweit die handelsüblichen Parfums/Duftnoten eigentlich geändert, gepimpt und mit Zusatzstoffen vollgestopft werden, damit sie so riechen, wie sie als Endprodukt für uns Konsumenten riechen.

Bei „Chocolat Irisé“ überspringt meine Wahrnehmung fast alle oben genannten Kopfnoten. Mandarinenarten und Bergamotte kann ich jedenfalls nicht so wie üblich duftend erkennen. Mein Duftstart ist dunkel, süffig und schwer. Könnte dies die Johannisbeerknospe bereits unter dem Einfluss des Kakaos und etwas Honig sein? Etwas Rose, schwere Orangenblüten (Leute, hier ist sie, die schwergewichtige Orangenblütennote, sie ist vom Mon Précieux Nectar hierher ins Exil geflohen) und Irisnoten glaube ich zu erkennen. Das florale Gewicht wirkt auf mich schon fast dunkel hypnotisch, so als würden im Abendlicht unter abklingender Hitze die Blumen Angst haben, am nächsten Tag keinen Duft mehr verströmen zu können. Vanille verstärkt diesen Einduck merklich. Als letzte Duftnoten treten für mich dezent Patchouli und noch milder das Sandelholz in Erscheinung. Spätestens mit dem Erreichen der Basis würde ich das Duftöl als zart-herben Duft einordnen.

Wer glaubt, „Chocolat Irisé“ ist einer der üblich süßen Schokoladendüfte mit einer Blumennote, der könnte überrascht werden. Nach meiner Einschätzung handelt es sich vom Gesamtbild um einen Blumenduft mit trockenen und herben Kakaoanleihen. Ich selbst nehme sie fast gar nicht wahr. Vieleicht ist „Chocolat Irisé“ einfach mal eine Schokoladenvariation für Erwachsene. Die Haltbarkeit liegt bei ca. fünf Stunden und die Sillage finde ich anfangs mittelstark. In den Düften von Frau Neuffer werden nach eigener Angabe naturreine ätherische Öle und mindestens 92% Bio-Rohstoffe verwendet.
3 Antworten

Statements

Seerose vor 16 Monaten
Sehr herbe Zitrusnoten beginnen mit herbem Kakao. Trocken, krautig. Es folgen süße und pudrige Noten, starke Weißblüher, Kakao herbe bleibt.+12
Sillage 6.0
Haltbarkeit 9.0
Duft 9.5
Parfumista16 vor 56 Tagen
Stechend, bittere Note im Auftakt,
die sich schnell wieder legt & sich
zu einer dunkel-cremigen,
gourmandig-öligen
Kakaonote entwickelt.+6
Flakon 8.0
Sillage 7.0
Haltbarkeit 8.0
Duft 7.0
2 Antworten
Sommer2014 vor 8 Monaten
Es beginnt gourmandig schokoladig mit pudriger Iris, später blumig und etwas altbacken duftend, aber nicht synthetisch, nicht schlecht+6
Flakon 8.0
Sillage 7.0
Haltbarkeit 8.0
Duft 7.0
Skjomi vor 12 Monaten
Bittere Zitrusnoten (Öl aus der Schale?) mit trockenem Kakao eröffnen sehr schön iris-staubig trocken. Dann leider zu viele Weißblüher for me+3

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