Hepster von Annette Neuffer
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8.6 / 10     24 BewertungenBewertungenBewertungen
Hepster ist ein neues Parfum von Annette Neuffer für Herren und erschien im Jahr 2016. Der Duft ist harzig-holzig. Die Haltbarkeit ist überdurchschnittlich. Es wird noch produziert.

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Parfümeur

Annette Neuffer

Duftnoten

Kopfnote KopfnoteBergamotte, Limette, grüne Bitterorange, Wacholderbeere, Rosmarin, Minze, schwarzer Pfeffer, Muskat
Herznote HerznoteWeißtanne, Rosengeranie, Lavendel, Iris, tunesische Orangenblüte
Basisnote BasisnoteWeihrauch, Zedernholz, Sandelholz, Vetiver, Patchouli, Labdanum, Mastixharz, Eichenmoos, Hyraceum

Bewertungen

Duft

8.6 (24 Bewertungen)

Haltbarkeit

8.6 (23 Bewertungen)

Sillage

7.3 (23 Bewertungen)

Flakon

7.7 (18 Bewertungen)
Eingetragen von Centifolia, letzte Aktualisierung am 05.03.2017
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Kommentare

Sillage 7.0/10
Haltbarkeit 8.0/10
Duft 8.0/10
Erstklassiger Kommentar    7 Auszeichnungen
Aus einer anderen Zeit
Der Name des Parfums verweist an eine Zeit, in der noch zu Swing das Tanzbein geschwungen wurde, bevor ihm Rock'n'Roll den Rang abgelaufen hat. Doch, wie es heute nicht anders ist, galt auch damals eher das als cool, was nicht dem Mainstream entsprach. In den 1940er Jahren hatte Bebop dieses Alleinstellungsmerkmal inne und zog viele junge Menschen (hepcats) in die Clubs der amerikanischen Metropolen. Wer sich näher mit den Jazzmusikern dieser Zeit - allen voran Charlie Parker - befasst, muss feststellen, dass viele von ihnen härter Drogen konsumiert haben, als viele Rockstars nach ihnen. Aber die Zeiten ändern sich eben, Bebop ist recht schnell aus der Mode gekommen und Jazzenthusiast zu sein, hat seinen Coolness-Faktor verloren.

Hepster wirkt für mich ebenso aus der Zeit gefallen. Die Gattung der klassischen aromatischen Fougères, zu welcher ich Annette Neuffers Kreation zählen würde, ist auch nicht gerade en vogue. Gleich zur Eröffnung geht es zur Sache, wie Turandot schon geschrieben hat: Grüne Noten, Gewürze und die Süße von Cumarin kommen zwar leicht frisch, aber genauso intensiv und dicht verwoben daher. Die zitrischen Anklänge werden eindeutig von dieser würzigen Süße überdeckt, zu der sich die Helligkeit der Rosengeranie und Nuancen des herb-pudrigen Lavendels - ein wichtiger Bestandteil des Fougère-Akkords - gesellen. Der Auftakt erinnert tatsächlich etwas an Houbigants Fougère Royal. Leider musste ich einmal mehr feststellen, dass mir dieses Genre weniger zusagt, weil mich besonders die Cumarin-Süße stört. Für Anhänger der alten Schule, dürfte Hepster aber auf jeden Fall interessant sein.
Ungefähr zwei Stunden hält diese Phase an, bevor sich Hepster deutlich wandelt, dunkler und herber wird. Als besonders rauchig würde ich Hepster nicht beschreiben, jedoch könnte dieser Eindruck durch die trockenen Hölzer verstärkt werden. Überhaupt sind die Basisnoten schwer herauszufiltern, aber die von Yatagan beschriebenen Wald-Assoziationen durch holzige, harzige und erdige Bestandteile sind gut nachvollziehbar und lassen auch klar die Natürlichkeit der verwendeten Duftstoffe erkennen.
Bemerkenswert fand ich beim Tragen, dass die Projektion von Hepster nicht kontinuierlich abnahm, sondern ich den Eindruck hatte, sie wäre bei der zweiten Phase sogar stärker. Einen Arbeitstag lang hält er dabei durch, was ein weiteres Qualitätsmerkmal ist. Zusätzlich zu dem 16 ml Spray hat mir Annette Neuffer übrigens vier kostenlose Proben mitgeschickt - für ihre Großzügigkeit bin ich natürlich dankbar.

Letztendlich bleibt jedoch die Einsicht, das Hepster einfach nicht zu mir passt. Eine Analogie dazu könnte ich auch in der Musik ziehen: Die älteren Klassiker des Jazz höre ich eher selten; meine persönlichen Helden heißen u.a. Esbjörn Svensson, Brad Mehldau und Michael Wollny, deren Schöpfungen nur noch wenig mit den traditionellen Stilen zu tun haben.
2 Antworten
Flakon 6.0/10
Sillage 8.0/10
Haltbarkeit 8.0/10
Duft 8.0/10
Erstklassiger Kommentar    41 Auszeichnungen
Souverän, cool, lässig
Wir Parfumos sonnen uns ja hin und wieder im Bewusstsein, ein aussergewöhnliches Hobby zu pflegen und auch mal verhältnismäßig viel Geld dafür auszugeben. Nicht jeder in unserem Umfeld kann die Begeisterung nachvollziehen und so erntet man halt auch hin und wieder mal ein Kopfschütteln.

Aber auch wir kennen vielleicht Zeitgenossen, die viel Zeit und noch mehr Geld investieren, um ein Steckenpferd zu reiten, dem wir wiederum mit Unverständnis gegenüberstehen.
Mein Sohn z.B. hat inzwischen ausser seinem Arbeitstier noch 4 Autos mit H-Kennzeichen in diversen, extra dafür angemieteten Garagen stehen. Zwei BMWs bei denen Kenner glänzende Augen bekommen, die für mich aber halt alte Autos sind, da ich mit ihnen bereits fuhr, als mein Sohn noch gar nicht auf der Welt war. Ausserdem einen TransAm und eine Corvette, bei denen ich inzwischen Mühe habe, elegant ein- und vor allem wieder auszusteigen.

Um die Schätzchen auszuführen finden in den Sommermonaten immer mal wieder US-Car- und Oldtimertreffen statt und dort trifft man dann Teilnehmer, an die mich Hepster erinnert, womit ich nun versuche, die Kurve zu Annette Neuffers Duft zu schaffen.

Den meisten Teilnehmern solcher Treffen haftet eine gewisse elegante Lässigkeit an. Einerseits sind sie sich nicht zu schade, Motorenöl unter den Fingernägeln zu haben. Andererseits werden unter dem Siegel der Verschwiegenheit Adressen von Polsterern unter der Hand weitergegeben, die irgendwann mal so klug waren, Reste von originalen BMW-Stoffen aufzukaufen, die in den neueren Serien nicht mehr benutzt werden; die aber unabdingbar sind, um einen durchgesessenen Sitz solch eines Vintage-Schatzes standesgemäß wieder aufzumöbeln. Und die Pflegemittel für Lack und Chrom sind teurer, als so manche Luxuspflege der Gattinnen.

Schlagworte zu Hepster sind für mich lässig, cool, männlich, kraftvoll, ungezwungen, unabhängig, souverän. Eben so, wie die Liebhaber alter gepflegter und gehätschelter Autos, die auf ihren Ausfahrten keine Kilometer fressen, sondern durch die Natur cruisen, um in irgendeinem angesagten Landgasthof einzukehren.

Hepster ist für mich ein kraftvoller, erdig-würziger Duft mit rauchigen und harzigen Anklängen, der mir allerdings mit einem lauten Tusch als Kopfnote erst mal die volle Aufmerksamkeit abverlangt, bevor ich mich ihm im Verlauf dann vertrauensvoll hingeben kann. Ich würde das Parfum ganz sicher nicht morgens sozusagen im Vorbeigehen aufsprühen, sondern bewusst auswählen. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob ich den Duft nicht lieber an einem Mann erleben möchte, auf den die oben genannten Schlagworte auch passen würden.

Fungiert die Kopfnote bei vielen Düften als Einstieg, als Hinführung ans Thema, so hält sich Hepster damit nicht auf. Überhaupt erlebe ich den Duft als unkonventionell, überraschend aber gleichzeitig bodenständig und ja, naturverbunden. Hepster als grünen Duft einzuordnen stimmt zwar, ist aber meiner Meinung nach zu kurz gegriffen, denn Wald und Wiese sehe, bzw. rieche ich hier nicht vordergründig, sondern eher Freiheit, Unabhängigkeit und im Verlauf des Parfums eine fast meditative Ruhe und Gelassenheit.

Ich gehe ganz bewusst nicht auf die Pyramide ein, sondern eben mehr auf das Gefühl und die Stimmung, die Hepster in mir auslöst und ein ganz ähnliches Gefühl hatte ich erst vor kurzem, denn Macaque von Zoologist ist für mich ein ähnlich kraftvolles und doch ruhiges Parfum, wenn es auch gar nicht wirklich vergleichbar duftet. Hepster ist ähnlich unkonventionell und trotzdem nicht nischig um der Nische willen. Aussergewöhnlich und selbstbewusst und trotzdem unkompliziert und souverän. Eben so, wie die Atmosphäre zwischen den Vintage-Autos und ihren stolzen Besitzern.
20 Antworten
Flakon 10.0/10
Sillage 7.0/10
Haltbarkeit 8.0/10
Duft 9.5/10
Erstklassiger Kommentar    48 Auszeichnungen
Dekonstruktion im Wald: Plädoyer für einen der Zeit enthobenen Duft
Unkommentierte Düfte No. 75

Das ist ist keine leichte Kost, meine Damen und Herren, das hier ist ein klares, konsequentes Statement. Dieser Duft hat nichts, aber auch gar nichts mit Trends, zeitgenössischen Moden oder opportunistischer Anbiederung an den Zeitgeist zu tun (wie mir auch die Parfumeurin, Annette Neuffer, bestätigt).

Herrschende Mentalitäten im Nischenparfumbussiness schreiben derzeit orientalische Düfte mit Oud, Ambra und Vanille vor, flankiert durch Blütendüfte (Rose?), gerne auch mit Safran und Weihrauch usf. Dagegen ist auch gar nichts zu sagen, wenn der Duft gut gemacht ist und das sind ja viele. Die Problematik, die sich dahinter verbirgt, ist vielmehr die: Wie lange hält man die Variation des immergleichen Themas aus? Andererseits stellt sich diese Frage wohl eher Menschen, die hier auf Parfumo unterwegs sind, sich durch Hunderte, Tausende Düfte getestet haben. Dennoch: Jeder Versuch, aus dem Gefängnis der Nischen-Mainstream-Vorgaben auszubrechen, ist willkommen.

So auch hier. Annette Neuffer wagt einen Duft, der scheinbar aus der Zeit gefallen ist. Damit meine ich nicht, dass dieser Duft vordergründig nostalgisch oder antiquiert wäre. Gleichwohl ist Hepster ein Duft, der sich durchaus an älteren Vorbildern orientiert. Zwar könnte ich keinen Duft benennen, der sich direkt vergleichen ließe, finde aber Parallelen bei Geo F. Trumper, Crown oder Truefitt & Hill. Allesamt übrigens englische Marken. Daneben zeigen sich auch Referenzen zu italienischen Düften der 70er und 80er sowie zu einigen älteren französischen Düften, die das Thema "grün" variieren.

Überhaupt ist die Farbe "grün" ein Leitmotiv dieses Duftes, obwohl der einst bewährte und inzwischen eher geschmähte klassische Fougère-Akkord den Duft in keiner Weise zu beschreiben vermag.
Die grünen Töne werden vielmehr durch eine starke harzige und würzige Note untermalt, die dem einen oder anderen Träger (viele Trägerinnen werden ihn weniger mögen, es sei denn, sie wagen etwas) sogar zu viel werden könnte. Man stelle sich das vor: Krautig-Grünes trifft auf Herb-Florales, trifft auf Harzig-Holziges. Da entsteht der Eindruck eines Spaziergangs tief durch den Wald oder besser: der Eindruck, dass dich der Wald verschluckt, dass Du dich verirrst, dass Du mit schweißnasser Stirn den Weg zurück nicht mehr findest, während Du alle Gerüche um dich herum hypersensibel wahrnimmst: den Harz von Tannengehölz, den Geruch von frischem Holz umgestürzter Bäume, das Moos und die kleinen Blüten, von denen Du wieder mal nicht weißt, wie sie heißen (Du verfluchst deine Ignoranz gegenüber der Natur, Du Stadtmensch).

Währest Du entspannt; Du würdest das alles genießen, sogar die hellen, scharfen Töne, die sich unter die weichen, warmen von Moos und Patchouli mischen. Woher der Weihrauch kommt? Du musst wohl unter Halluzinationen leiden.

Der Zeit enthoben heißt für mich hier, dass das ein Duft ist, der dich jenseits von Moden begleiten könnte, der dir ein spannendes Erlebnis spendiert (Du musst dich ja nicht gleich im Wald verirren, es reicht schon ein Gang zur Unzeit, wenn keine Sonntagsspaziergänger unterwegs sind) und der Altes zu Neuem gruppiert: Dekonstruktivismus von Duft. Kritisches Hinterfragen gängiger Dufthermeneutik. Neugruppierung von Versatzstücken zu etwas Spannendem / Anderem.

Der Duft ist nicht ganz einfach zu verstehen. Das zeigt schon die Metapher vom Verirren im Wald. Du musst den Duft dekonstruieren, dich ein wenig (ganz nebenbei, beim Tragen) distanziert damit beschäftigen. Dann bekommst Du ein gänzlich neues Dufterlebnis oder (für Kenner älterer englischer und italienischer Düfte) überraschendes Wiedersehen geschenkt.

Ein sehr guter Duft.
27 Antworten

Statements

Yatagan vor 14 Monaten
Hepster (Jazz-Aficionado): Ein harzig-würziger, blumig-grüner und dunkel-holziger Neu-Klassiker im Stil der angelsächsischen Schule. Get it!+19
Flakon 10.0
Sillage 7.0
Haltbarkeit 8.0
Duft 9.5
2 Antworten
Zionist vor 13 Monaten
Herbwürzige Kopfnote mit fast med. anmutendem scharf schnittigem Charakter, selbstsicher alle gehoben bretonischen Konventionen erfüllend+14
0815abc vor 11 Monaten
Dieser Duft spricht von der alten Zeit.Als die Sonne uns wachküsste und das Mondlicht uns koste.Authentisch.Herrlich.+12
Sillage 7.0
Haltbarkeit 9.0
Duft 10.0
1 Antwort
DasguteLeben vor 9 Monaten
Genial! So duftet für mich Blenheim Bouquet von Lorenzo Villoresi reformuliert. Annette Neuffer riffing on the classics - go, cat, go!+9
Sillage 6.0
Haltbarkeit 8.0
Duft 10.0
Seerose vor 12 Monaten
Sehr frisch, grün, deutlich minzig, scharf, würzig, fougérè, holzig, scharf, Weihrauch. Die unangenehme Eichenmoosnote verliert sich. Tendenz: Maskulin+9
Sillage 7.0
Haltbarkeit 9.0
Duft 9.0
Sumi vor 10 Monaten
Krautig, scharf, frisch, speziell und sehr laut. Der lauteste aller Neuffer Düfte.+6
Flakon 8.0
Sillage 8.0
Haltbarkeit 8.0
Duft 6.5
Darkyngve vor 7 Monaten
harzig grün, würzig frisch, zum Ende grüner Weihrauch, dann ist er richtig schön. Ungewöhnlicher Duft und eher maskulin.+5
Sillage 7.0
Haltbarkeit 8.0
Duft 7.5
Ergoproxy vor 12 Monaten
Diesem Duft fehlt es für meinen Geschmack an Leichtigkeit, Eleganz und ich muss es ehrlich sagen, etwas Chemie. Dumpfer, harziger Duft.+2
Sillage 9.0
Haltbarkeit 10.0
Duft 5.0

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