Elixir Solaire (2008)

Elixir Solaire von Annette Neuffer
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8.1 / 10     25 BewertungenBewertungenBewertungen
Elixir Solaire ist ein beliebtes Parfum von Annette Neuffer für Damen und Herren und erschien im Jahr 2008. Der Duft ist zitrisch-fruchtig. Es wird noch produziert.

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Parfümeur

Annette Neuffer

Duftnoten

Kopfnote Kopfnotegrüne Bitterorange, Honigtangerine, Wildorange, rosa Pfeffer, Muskat
Herznote HerznoteOsmanthus, Gartennelke, sambianische Moschusrose, marokkanische Zentifolie, türkische Damaszenerrose, ägyptischer Jasmin, tunesische Orangenblüte
Basisnote BasisnoteMysore-Sandelholz, Guajakholz, Virginiazeder, französisches Bienenwachs-Absolue, Vanille-Absolue, Ambrette

Bewertungen

Duft

8.1 (25 Bewertungen)

Haltbarkeit

6.6 (23 Bewertungen)

Sillage

6.2 (24 Bewertungen)

Flakon

8.5 (23 Bewertungen)
Eingetragen von Joe, letzte Aktualisierung am 14.03.2017
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Kommentare

Erstklassiger Kommentar    11
Im Languedoc, Mittagshitze, 40° im Schatten
Über Umwege bei Annette Neuffers Düften gelandet - sie ist außerdem Musikerin - bestellte ich 3 per Zufall ausgesuchte Proben, die über einen sehr netten persönlichen Mailkontakt kurz darauf bei mir eintrafen. Da ich mich parfumtechnisch bis dato eher als "Normalo" betrachte, d. h. mich nur in den gängigen Duftwelten bewegte, war das erste Betreten von Neuffers Duftuniversum schon etwas Besonderes:

Sprüh 1, 2 und .... nein, erstmal warten. Orangig, bitter, wild, ungezähmt, abolut eigensinnig, krautiges Gewucher im hintersten Winkel des Kräutergartens, fast schon wie ein Arzneimittel. Hammer, das muss ich erstmal wirken lassen, dazu fällt mir jetzt nichts weiter ein. Auch die beiden anderen Proben hinterlassen bei mir die gleiche Ratlosigkeit, doch die typische Neuffer-Handschrift habe ich schon realisiert.

Einige Wochen später ist der Kommi reif und muss raus, denn solche Düfte lassen keine Ruhe. Nicht geschmeidig-glatt, parfümig und beschreibbar mit den üblichen Assoziationen und Standards, nein, dies passt hier nicht und wird den Düften nicht gerecht.

Orange in ihren feurigsten, wildesten Duftfacetten präsentiert sich sofort intensiv und absolut fordernd, alles andere als Fantasüß und fruchtig. Nein, diese Orangen sind Medizin, fast schon nicht mehr essbar, ein anregendes Tonikum, das die Lebensgeister weckt, wild-wuchernd und bittrig, man möchte es fast tropfenweise einnehmen. Nach und nach entfalten sich die Gewürzbegleiter Pfeffer und Muskat, halten sich aber dezent im Hintergrund, Osmanthus und besonders Nelke hindern die flüchtigen Orangenaromen am schnellen Verduften und verankern sie im Duftbild. Die Orange wird langsam "staubig" und immer trockener, Damaszenerrose und Zentifolie kappen die dominante Frucht für einen nicht weniger trockenen Hauch Blütenduft. Moschus und Jasmin lässt meine Haut nicht zu, ich rieche sie nicht. Wahrscheinlich ist meine Haut irgendwie "intelligent" und lässt für meine Nase nur die Zutaten durch, die meinen Duftvorlieben entsprechen.

Die Basis ist schon nach wenigen Minuten riechbar, setzt sich langsam durch, ohne das Orangen-Gewürzstilleben zu stören, sie trägt es perfekt in die nächsten 4-5 Stunden, ohne allzusehr abzuflachen. Diese "Basis" ist mehr als das, sie ist die unverwechselbare Neuffer-Handschrift, die Bienenwachs-Note, die im Zusammenspiel mit der Zeder und den übrigen Holznoten eine eigenwillige, für mich leicht melancholische Stimmung auslöst. Ein kleines französisches Chateau im Hinterland der Küste, voller antiker Möbel und Erinnerungen, gleißendes Sonnenlicht und Mittagshitze hinter dicken, geschlossenen Vorhängen und Fensterläden, knarzende Treppen und Holzböden, im leicht verwilderten Garten Zikadengeschwirbsel,
in der Küche ein paar Zutaten und frisches Brot für das Abendessen. Fast schon mein Deja-Vu....

Für mich ist Elixir Solaire ein Duft des Südens par excellence, voller wilder, sonnenlichtdurchfluteter Aromen, jedoch kein gefälliger Strand- und Urlaubsduft. Ich empfinde ihn als anregend, fast wie eine Infusion, dabei phasenweise etwas sperrig und "kantig", was mir gefällt und ihn zum Typ macht. Nicht jeder Duft muss butterweich rüberkommen, davon gibt es genug. Seine Aura ist stabil, entfernt sich nicht allzuweit vom Körper und wird vom Umfeld deutlich wahrgenommen, die Haltbarkeit auf meiner Haut ist mit 5-6 Stunden o.k., bei anderen Hauttypen möglicherweise besser. Der Flakon könnte nicht besser zur beschriebenen Impression passen, ich sehe ihn auf einer alten Kommode in dem Chateau - aber auch ein Szenario à la " la Piscine" mit R. Schneider und A. Delon wäre möglich...
1 Antworten
Flakon 9.0/10 Sillage 6.0/10 Haltbarkeit 8.0/10 Duft 9.0/10
Erstklassiger Kommentar    42
Ich arbeite doch, ich sammle Duft!
Jüngst habe ich mich mit der werten Palonera darüber unterhalten, dass es mit der Kälte eigentlich genüge und endlich wieder wärmer werden dürfte. Aber leider müssen wir die frostigen Monate einfach durchstehen. Was könnte Linderung schaffen? Mir fällt die Geschichte um die Feldmaus Frederick (von Leo Lionni) ein: Während die anderen Mäuse handfeste Vorräte für den Winter besorgen, sitzt Frederick ganz still da und antwortet auf die Frage, was er tue, etwa mit: „Ich arbeite doch, ich sammle Sonnenstrahlen“. Und so sammelte Frederick beizeiten Sonnenstrahlen, Farben und Wörter, um seiner Familie über die Düsternis kalter Wintertage hinwegzuhelfen – selbst die Maus lebt offenbar nicht einzig vom Brot. Ein großartiges, im Kern geradezu subversives Buch (jawoll!); völlig zu Recht seit Jahrzehnten ein Klassiker.

Elixir Solaire nun entwickelte sich – passend zum Namen – für mich gleichsam zu einer Essenz des Sommers, genossen Ende Oktober. Als dürfte ich auf eine Erinnerung in der warmen Jahreszeit gesammelten Dufts zugreifen. Der Auftakt ist noch verschwenderisch strahlend, gleißend wie der Sommertag persönlich. Frisch-adstringierend, von fast tomatiger Säure. Volle, üppige Zitrusfrucht. Im Hintergrund köstlich campari- oder eher chinotto-bitter. Es ist übrigens nix Tomatiges drin, ich habe extra nachgefragt; das muss wohl ein Dreh in der grünen Orange sein. Egal, binnen einer halben Stunde wird die Zitrusfrucht nämlich ohnehin zur Aura, aus dem Strahlen wird ein Schimmern, verbunden mit einer Art gelegentlichem, dadurch zumeist unerwartetem Aufblitzen.

Natürlich ist die Orange nicht allein. Nach einer Viertelstunde nehme ich die erste seifig-wässrige Edelrosen-Andeutung wahr. Zart, wie es ihr gebührt. Hm - die Rose ist nicht wirklich wässrig zu nennen, schon gar nicht ist sie von jener anämischen Blässe wie sonst nur allzu oft; mir fällt bloß kein besserer Begriff ein, um die sachte, tropfenhafte Klarheit zu umschreiben. Ich könnte es hinfort mit „Edelrosen-Zartfrische“ versuchen.

Eine Spur Brausepulver-Pritzeln rieche ich, Honig, darunter eine leichte Würz-Bitterkeit - Muskat ist plausibel. Nach einer Stunde ein fruchtiger Anflug, wie von Pfirsich. Ich lese auf der Herstellerin-Webseite zum Thema Pfirsich-Eindruck von einem Bezug zu Osmanthus, kenne ich pur leider nicht. Zudem eine Fülle weiterer, teils kaum spürbarer Aromen, die aufzudröseln ich mich außerstande sehe.

Das ist freilich kein Schaden, weil sowieso gewissermaßen als Leitlinie vor allem der Orangengeruch in der Luft liegt, erstaunlicherweise mit ein bisschen Distanz deutlicher zu vernehmen als direkt auf der Haut. Bis zum späten Nachmittag entfaltet er in der Projektion eine verblüffend starke Ab-und-zu-Präsenz. Zwischen Konkurrenz-Aromen zum Beispiel aus der Kaffee- oder Tee-Tasse besteht er problemlos, umweht ab und zu ebenso unvermutet wie delikat meine Nase und bringt mir eine Brise des vergangenen Sommers. Sogar die diversen Rosen - ich darf nicht behaupten, sie alle einzeln zu er-/kennen - ordnen sich dieser Mission unter, stellen die ihnen neben der Zartfrische zunehmend eigene Fruchtigkeit (oder ist das abermals der Osmanthus?) gänzlich in den Dienst der Frische-Verlängerung.

Erst im Laufe des Nachmittags, nach mehr als sechs Stunden, schwindet die Frische. Eine milde Wachs-Note regt sich, mischt sich apart mit den Resten der Rose, einigen Spänen hellen Holzes und den ersten cremenden Beigaben. Gleichwohl: Eine derart haltbare und trotzdem fruchtig-unspitze Zitrus-Note auf rein natürlichem Wege zu bewerkstelligen, ist toll - und war ein gutes Stück Arbeit, wie ich erfahren habe. Spannend wird, ob die Haltbarkeit sich an einem heißen Tag ebenso bewährt. Und ob die Rosen dann vielleicht zu Protagonistinnen avancieren. Doch einstweilen kehren wir zurück in den Alltag der erkaltenden Jahreszeit. Macht nichts, denn: Was Frederick kann, können wir auch.
22 Antworten

Statements

Morgaina vor 14 Monaten
Bittere Sevillaorangen treffen auf den typischen "Neuffertouch", erinnert mich immer zu Beginn an hochwertiges arab. Duftöl. Sehr gut haltbar+17
Sillage 7.0
Haltbarkeit 9.0
Duft 8.5
1 Antwort
Pluto vor 9 Monaten
Pikante, bittere Zitrusfrüchte, nur eben süß. Frischer Florale mit grün-fruchtiger Würze. Für mich der schönste Neuffer.+13
Sillage 5.0
Haltbarkeit 5.0
Duft 8.5
1 Antwort
Seerose vor 12 Monaten
Relativ herbes Chypre, Tangerine wie Quellwasser, zitrisch, dezente Blüten unsüß, holzig, harzig, balsamisch, wachsig, rauchig. herbe-pudrig, unisex, exquisit.+11
Sillage 6.0
Haltbarkeit 9.0
Duft 8.0
1 Antwort
Achilles vor 104 Tagen
Zitrisch-süßes Duftöl mit Schwerpunkt Tangerine trifft es sehr, dazu goldener Honig und ein feinwürziges Blumenbukett. Reich+ facettenhaft+7
Flakon 9.0
Sillage 10.0
Haltbarkeit 10.0
Duft 8.5
Sommer2014 vor 8 Monaten
duftet nach Orangenduftöl, zitrisch-holzig+6
Flakon 9.0
Sillage 7.0
Haltbarkeit 7.0
Duft 5.5
Ergreifend vor 148 Tagen
Zitrische Noten, verbunden mit knackigen Früchten.
Fühlt sich sehr frisch und jugendlich an.
Dabei ein bisschen Honig.
Sehr gefällig.+5
Flakon 8.0
Sillage 5.0
Haltbarkeit 6.0
Duft 7.5
MB25 vor 114 Tagen
Eine zitrisch-frisch-herbe, wehmütige, aber keineswegs traurige Reminiszenz an den Sommer in dem Wissen um dessen Wiederkehr.+4
Sillage 7.0
Haltbarkeit 7.0
Duft 8.0
1 Antwort

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