Maroquin von Annette Neuffer
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8.6 / 10     43 BewertungenBewertungenBewertungen
Maroquin ist ein neues Parfum von Annette Neuffer für Damen und Herren und erschien im Jahr 2016. Der Duft ist würzig-holzig. Die Haltbarkeit ist überdurchschnittlich. Es wird noch produziert.

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Parfümeur

Annette Neuffer

Duftnoten

Kopfnote KopfnoteBitterorange, Bergamotte, Limette, schwarzer Pfeffer, indisches Lorbeerblatt, Safran, Muskatellersalbei, Rosenholz
Herznote Herznotesomalischer Weihrauch, Elemiharz, Virginia-Tabak, Iris, tunesische Orangenblüte, Gartennelke, persische Rose
Basisnote BasisnoteLedernoten, Bourbon-Vanille, Bienenwachs, indisches Sandelholz, Texaszeder, Myrrhe, Styrax, Perubalsam, Siam-Benzoe, Patchouli, Ambrette

Bewertungen

Duft

8.6 (43 Bewertungen)

Haltbarkeit

8.5 (40 Bewertungen)

Sillage

7.5 (40 Bewertungen)

Flakon

8.6 (30 Bewertungen)
Eingetragen von Joe, letzte Aktualisierung am 31.03.2017
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Flakon 8.0/10
Sillage 7.0/10
Haltbarkeit 8.0/10
Duft 10.0/10
Erstklassiger Kommentar    48 Auszeichnungen
Alles - außer meiner Familie
Frau Neuffer, geben Sie es zu: Sie haben auf meine (oder eine ähnliche) „Ich-mag“-Liste geguckt, bevor Sie diesen Duft kreierten. Dort steht: „Ich mag: Rauchige Opulenz, Harz, Leder, Tabak, Gewürze, dunkles Holz, behutsame Süße und vor allem meine Familie.“ Und in Ihrem Duft finde ich letztlich genau das wieder – na ja, außer meiner Familie natürlich.

Eine beinahe gummi-bittere und gleichzeitig weiß-weihrauchige Lorbeer-Elemi-undwasweißich-wahrscheinlichrosenholz-Eröffnung. Im Gesamtbild ist das für einige Minuten zunächst ziemlich wuchtig-gedämpft-finster. Bald sind erste Leder-Zuckungen spürbar, vielleicht aus der Teer-, doch vorrangig aus der Patchouli-Ecke, würde ich meinen. Anklänge frischen Tabaks changieren zwischen süß und bitter. Eine Prise Muskatellersalbei-Stink ver-ernsthaftet zusätzlich. Der schwarze Pfeffer ist gut bemerkbar, sowohl in Aroma als in Schärfe. Ein kraftvoll-fordernder Auftakt, dem durch die Tabak-Süße freilich binnen zehn Minuten angenehm die Spitze gebrochen wird. Der Tabak avanciert folgerichtig zum köstlichen Grandseigneur der ersten ein, zwei Stunden.

Eine das Schokoladige streifende Weißrauch-Patchouli-Note baut sich schließlich gemeinsam mit der nach zwei, drei Stunden aufkeimenden Vanille zur Andeutung einer Nascherei auf, ohne indes die Grenze zum Gourmandigen je zu überschreiten. Cumarin, vermutlich aus dem Tabak, liefert ebenfalls eine Spur von Süße, ein waldmeisterhaftes Augenzwinkern. Und stets hält sich im Untergrund ein leicht bitterer Leder-Eindruck.

Ganz allmählich wird der Duft cremiger und süßer, wobei dennoch praktisch alle bisherigen Akteure lange wahrnehmbar bleiben – wenn auch in sich vom Würzigen weg-verschiebenden Anteilen. Mag sein, dass ich an der einen oder anderen Stelle für diese Beiträge mehr und mehr die Phantasie zu Hilfe nehmen muss; egal.

Eine großzügige Portion Iris und Patchouli-Zeder-Staub unterbinden ein Abrutschen ins Pampige. Es wird zwar im Laufe des Nachmittags einigermaßen süß, doch nie erdrückend. Gern hätte ich die kantigeren Vertreter von vorne etwas länger bei mir gehabt, aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Und immerhin endet Maroquin in einer (im Wesentlichen) Vanille-Patchouli-Weißweihrauch-Zedern-Note vom Feinsten, insbesondere mit hinlänglich dezenter Vanille. Beim stillen, gleichwohl charakterlich kräftigen Patchouli darf inhaltlich (nicht in puncto Lautstärke!) sogar eine Linie zum Patchouli-Könner „Monsieur.“ von Malle gezogen werden und das will was heißen. Heller Weihrauch und Zeder sorgen für angemessene Belüftung. Ich bin begeistert.

Auf zwei Punkte sei noch explizit hingewiesen: Zum einen lassen sich ungeachtet des dicht verwobenen Duft-Bildes die Komponenten (soweit sie mir ausreichend bekannt sind) fast alle recht deutlich erriechen. Zum anderen geht „Maroquin“ trotz der formal kräftigen Zutaten wegen seiner zurückhaltenden Sillage gerade eben als anzug-tauglich durch. Kenner unter den Rezipienten werden eine stilvolle Besonderheit spüren, während den Übrigen einfach nichts auffällt. Meine gelegentliche Kompromiss-Beduftung etwa auf Aufsichtsratssitzungen oder Hauptversammlungen könnte entfallen.

Der guten Ordnung halber sei ergänzt, dass ich es gemeinhin gern ein bisschen kräftiger mag, allein schon aus meiner nie versiegenden Hoffnung heraus, den Duft-Phlegmatikern im Büro mal ir-gend-ei-ne anständige Reaktion zu entlocken. Aber das ist rein individuell und sei als Randnotiz verstanden. Den Spaß vermag es ohnehin nicht zu trüben.

Fazit: Testen!

PS: Laut Herstellerin gibt es von „Maroquin“ zwei Chargen - eine mit mehr, eine mit weniger Vanille. Mein Test bezieht sich auf Letztere.
33 Antworten
Flakon 10.0/10
Sillage 8.0/10
Haltbarkeit 8.0/10
Duft 9.0/10
Erstklassiger Kommentar   
Die sieben Säulen der Weisheit
Der britische Archäologe und Agent und Schriftsteller Thomas Edward Lawrence, eher legendär geworden unter seinem Namen „Lawrence from arabia“ schildert in seinem autobiographischen Schrift „Die sieben Säulen der Weisheit, den während des ersten Weltkriegs durch ihn organisierten erfolgreichen arabischen Aufstand gegen das osmanische Reich.

Der militärtaktisch eher unerfahrene Lawence nutzte dabei eher seine engen persönlichen Kontakte zu einem der Söhne des Emirs, und verstand es über ihn die für Feldschlachten unorganisierten Beduinenstämme zusammenzuführen.
Seine guerillamässig terroristischen Anschläge mit Sprengstoff wurden nadelstichartig und hinterhältig gezielt auf die Wasserversorgung und die Eisenbahnlinie zwischen Damaskus und Medina durchgeführt, und führten a la long zum Erreichen des Kiegsziels der Engländer in Einklang mit den arabischen Rebellen, und zum schließlichen Fall von Damaskus.

Der britische Filmregisseur Sir David Lean bekannt für seine breite und in Details ausufernde Erzählweise in seinen Filmepen hat den dazugehörigen Film gedreht, der mir mit Aufsprühen von Maroquin nicht aus dem Kopf gehen mag.

In seiner Ausrichtung tu ich mir in der Beschreibung schwer und versuch ihn auf assoziativer Ebene in Worte zu fassen. Ich nehme den Duft primavista als geschichtsträchtig wahr, dem vor allem ein drängerischer Charakterzug zu eigen ist, der einen zunächst nicht zu Ruhe kommen lässt und etwas Aufwühlendes in mir erweckt.
Die Kopfnote von schönster hesperidischer Qualität feinsinnig scharfkantig mit Gewürzen verwoben die unmerklich schnell zu einem florientalischen und Weihrauch und Harz durchtränkten Cinematoscope Duftabenteuer in der Herznote weiterleiten.

Neben seiner Schwere - im Sinne von Mächtigkeit- hat Fr. Neuffer hier ein olfaktorisch multidimensionales Mosaik geschaffen, das in seiner Dichtheit gleichzeitig auch stimulierende fordernd romantische Assoziationen aufkommen lässt, wobei dem sie erotisch poetische Suggestionen eingeflochten hat.
Dies ist vermutlich der kunstvollen Komposition von Iris/ Orangeblüte mit Virginiatabak und dem Aufflammen von schwarzen Pfeffer im Beisein von weiteren Blüten und Gewürzen geschuldet.

Imaginative Wüstenszenen tritt Maroquin bei mir los, wie sie die arabische Halbinsel oder die in Jordanien befindliche Felsformation „the seven Pillars of Wisdom“ mit seinen riesigen rötlich zerklüfteten Felsklippen aus Sandstein im Wadi Rum bei flirrender Hitze bietet.

Die cremig- balsamisch (Bienen)harzige Körpernote von unglaublich hoher und langandauernder Wertigkeit rundet diesen Duft perfekt ab und macht Maroquin daher für mich aufgrund seines aufregenden Gesamtverlaufs absolut signaturwürdig, weswegen er bei mir seit seinem Einzug einen Platz ganz oben in meiner Sammlung zu finden ist.

Persönlich hat Maroquin für mich etwas dunkles , leicht unheimliches und zugleich männliches an sich, was auf einer anderen Haut vermutlich völlig anders wahrgenommen werden kann. In Privaten oder als Abendduft, an heißen Sommertagen wie auch bei dunklen Tagen mit Winterfrost ist er für mich gut vorstellbar.

Aufgrund seines eigenen starken Charakters kann ich mir den Duft gut bei Trägern jenseits der 30 vorstellen, und spreche damit offensichtlich unbewusst Jüngeren die dazugehörige Lebensweisheit ab, ohne dabei die dazugehörige Subjektivität des Einzelnen zu vergessen, die erst unserer Parfumwelt so eine endlose Vielschichtigkeit und Vielfalt in der Duftwahrnehmung einhaucht.
13 Antworten

Statements

Zionist vor 12 Monaten
Harmonisch hesperidischer- balsamischer Beginn, von Anfang an durch kantig orientalischen würzigen Charakter gekennzeichnet- me gusto!+22
Flakon 10.0
Sillage 8.0
Haltbarkeit 8.0
Duft 9.0
Yatagan vor 9 Monaten
Balsamisch, orientalisch, weihrauchbetont, wuchtig, dabei gut tragbar. Ein Duft für den ganz großen Auftritt, und zwar nicht nur für Damen.+19
Flakon 8.0
Sillage 8.0
Haltbarkeit 9.0
Duft 8.5
4 Antworten
GuidoSch vor 11 Monaten
Der Duft ist der "Burner" schlechthin. Anfängliches Kaminholzfeuer und dann im Verlauf balsamisch und schön dazu. Wow, bin begeistert!+16
Flakon 8.0
Sillage 9.0
Haltbarkeit 9.0
Duft 9.0
1 Antwort
ParfumAholic vor 11 Monaten
Anfänglich leicht zitrisch, dann sehr würzig-harzig, dunkel, mystisch. Im weiteren Verlauf hellt sich der Duft auf, wird balsamisch weich.+16
Flakon 10.0
Sillage 8.0
Haltbarkeit 9.0
Duft 8.5
DasguteLeben vor 8 Monaten
Leder mit Weihrauch und würzigen Spezereien, eine Täschnerei im Souk von Rabat. Keine Süße, kein Iso, Lutens-Tauer Kontrastprogramm - stark!+13
Duft 9.0
Seerose vor 12 Monaten
Süß-balsamischer fougeriger Start, über den gesamten Verlauf würzig-scharf, leicht strenger Weihrauch, Nadelholz, herbe-maskulin, rauchig, streng.+13
Sillage 7.0
Haltbarkeit 10.0
Duft 8.0
Ingwer vor 12 Monaten
رائع عاطر بديع+12
Sillage 7.0
Haltbarkeit 9.0
Duft 8.5
3 Antworten
Sumi vor 10 Monaten
Dunkel aber weich, balsamisch, fast meditativ. Eine wahre Schönheit. Leider sind Sillage und Haltbarkeit eher niedrig. Trotzdem Wunschliste!+11
Flakon 10.0
Sillage 6.0
Haltbarkeit 7.0
Duft 9.0
Augenstern55 vor 129 Tagen
Ich kann die positiven Bewertungen nicht nachvollziehen, bin ziemlich enttäuscht von mindestens 8 Düften dieser Dame.+8
Sillage 4.0
Haltbarkeit 7.0
Duft 1.0
DieLora vor 159 Tagen
Diese wunderbar balsamisch-würzig-harzige Duftschönheit kurierte meinen fast schon phobischen Weihrauchüberdruss. Besonders!+8
Sillage 8.0
Haltbarkeit 8.0
Duft 8.5
Ergreifend vor 135 Tagen
Unwiderstehlicher Harztraum aus dem Orient.
Fein untermauert von dichten Rauch.
Patchouli lustvoll eingebunden.
Goldig schimmernd.+7
Flakon 8.0
Sillage 7.0
Haltbarkeit 8.0
Duft 8.5
Gschpusi vor 143 Tagen
Wuchtbrumme an satten Gewürze. Weihrauchig, ledrig, pudrig, lieblich. Hammer Silage. Leicht patchoulilastig, gewürzumwoben. Wow!+4
Juli11 vor 7 Monaten
Absolut Kirchenweihrauch! Ich rieche leider nichts anderes. Mir leider zu sakral+2
Sillage 5.0
Haltbarkeit 5.0
Duft 5.0
Bellemorte vor 153 Tagen
Wieder einer dieser unfassbar dichten Düfte aus diesem Haus - eine traumhafte Weihrauch-Kopfnote... wenn nur der Honig nicht wäre :-(+1
Flakon 7.0
Sillage 8.0
Haltbarkeit 9.0
Duft 7.5

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