Erster Sprüh...schnupper...hmm, lecker aber was?...erneut schnüffel, wirklich lecker-lecker...komm' ich drauf??? Dann: AHA!
Es fällt mir wie Duftmoleküle vom Näschen! Hier wohne ich einem sehr innigen, leidenschaftlichen und langen Kuss von Alaia Blanche und Crystal Noir von Versace bei und sie lassen sich von mir in keinster Weise stören! Ungeniert geben sich die beiden ihrer Leidenschaft hin und versprühen vom ersten Augenblick an Orangenblüten und Moschus und eine leicht bitterherbe Holznote, aber wirklich "softbitter", in die Luft und bedecken mich und meine Sinne. Dieses Gespann dominiert meine Wahrnehmung eine Zeit lang. Dann wird alles satter und noch dichter durch eine sehr kräftige Tonka, die hier sogar als Absolue noch konzentrierter auftritt. Während dies für einen rum-vanillig-cumarinigen, also süsswürzigen Einschlag und etwas zwar entschärften Kanten sorgt, sind dann die Leder und Cashmerannoten darum bemüht, den Duft wieder runder zu machen. Dadurch verliert er die wirklich mikrofeine leichte Bitternis vom Anfang und die vom "Blanche" herrührt gänzlich und ergibt sich vollends seiner "Bestimmung": Er soll offenbar die Mitte zwischen dem schwarzen und weissen Alaia bilden. Die unsichtbare Grenze zwischen ihnen. Die Verschmelzung zweier Gegensätze. Das gemeinsame Herz, das zwischen ihnen schlägt. Der Puls, der ihre Leben nährt.
Der Atem...wenn sich Yin und Yang berühren...