Der Auftakt ist bei mir erst mal sehr alkoholisch (Rum?) mit trocken-metallischer Iris, etwas erdiges; dauert allerhöchstens 10 min. dann wird er würziger, Patchouli,Kardamon kann man sich vorstellen, auch Shishatabak, und etwas weicher wird er. Das alles ist aber nicht allzu intensiv. Eine Jacke angezogen, nach ein paar Minuten die Ärmel hochgekrempelt und weg war er, oder fast. Ich musste schon sehr genau schnüffeln. Da denkst Du, solls das jetzt gewesen sein? Und dann kommt er zurück, anfangs zart, aber immer deutlicher, bis sich eine wunderbare Sillage entwickelt hat. Nicht üppig, ich muss schon bis auf 10 cm an den Arm ran, um es selbst zu riechen, aber immer wieder weht mir auch ein sanfter Lufthauch in die Nase. Und das ist jetzt wirklich vom allerfeinsten. Weiche, cremige Iris, verwoben mit Benzoe, gewürzt mit Kardamon, das Holz nur ganz zart. Vanille macht den Duft noch cremiger, ist aber mehr Begleiter und steht nicht im Vordergrund. Die Tabaknote hat sich eigentlich gänzlich verkommen. Auch das Galbanum trägt noch zur Cremigkeit bei. Dieser würzig-cremige, sogar dezent pudrige Abschnitt setzt sich dann fest und hält und hält....
Das war mittags und nachmittags, bei an die 20 Grad. Jetzt um halb 10 Abends habe ich nochmal nachgesprüht, um mir den Auftakt noch mal vor Augen zu führen und jetzt riecht der Duft wesentlich intensiver. Ist scheinbar temperaturabhängig, wie stark er rauskommt. Eigentlich ideal, wenn er bei kühleren Temperaturen viel deutlicher ist und bei Wärme eher zart. Sehr interessant und gefällt mir in jedem Fall sehr.
Wunderbar beschrieben. Ich nehme den Tabak in allen Duftphasen wahr und finde diese Kombi aus weicher Würze und überhaupt nicht trockener Iris außergewöhnlich schön.