Ich versuche mich heute mal an meinem zweiten Parfumo-Kommentar. Dass ich dies trotz mangelnder jahrelanger Dufterfahrung noch einmal wage, liegt wieder daran, dass mich ein Duft irgendwie überrascht und umgehauen hat. Außerdem fehlen in den bisherigen Berichten zu "CdG Black" diejenigen Assoziationen, die sich bei mir dazu eingestellt haben.
Dass ich von "Black" zunächst umgehauen wurde, liegt an der Wirkung, die dieser Duft haben kann, wie IrisMann sie beschreibt und die bei meinem ersten Test voll zuschlug: Rauchvergiftung. Ein dermaßen "verbrannt" riechendes Parfum ist mir vorher noch nicht begegnet.
Doch in den folgenden Tagen - nach dem ersten, leicht abschreckenden Test - stellte sich ein gewisses Verlangen ein, "Black" noch einmal zu riechen. Und das liegt wiederum vermutlich daran, dass mir der Duft in den letzten Tagen, an denen es abends bereits sehr kühl geworden war, nun auch draußen des öfteren begegnet ist: die ersten Kamine werden angezündet und es liegt diese Rauchigkeit in der klaren, kalten Abendluft.
Meinen Beitrag habe ich mit "Tagundnachtgleiche" überschrieben, da sich bei mir durch "Black" Assoziationen entfalten, die ich mit den Jahreszeiten, wenn Tage und Nächte gleich lang sind, in Verbindung bringe: zum einen der Kaminrauch in der kalten, herbstlichen Abendluft, zum anderen könnte es aber auch der Rauch eines Osterfeuers sein - immerhin ist der Weihrauch, der häufig parallel dazu in die Luft verschwenkt wird, deutlich wahrnehmbar. Eine dritte Assoziation versetzt mich in eine winterliche Holzhütte in den Bergen, in der der Kamin brennt; vielleicht auch in eine Räucherstube auf einem Weihnachtsmarkt.
Obwohl ich ein großer Lakritz-Fan bin, steht dieses für mich hier doch eher im Hintergrund. Die Lakritzschnecke hat sich bei mir in beiden Testläufen noch nicht entrollt.
"Black" kommt auf die Wunschliste - und vielleicht auch schon bald in den Einkaufskorb, denn ich würde sagen, sein großes Halbjahr bricht gerade an. Ein Duft für klare, kalte Herbst-, Winter- und Vorfrühlings-Abende...
Nachtrag: Nun habe ich ihn also gekauft und schon an mehreren Tagen getragen. Dadurch ist die Begeisterung noch gestiegen, mein Eindruck hat sich allerdings noch mal ganz leicht verändert: am Körper tritt nun der "verbrannte" Eindruck eher zurück, dafür doch eine sanfte, warme Lakritznote in den Vordergrund. "Black" würde ich nun als rauchig-lakritzigen Duft beschreiben. Er hüllt mich angenehm ein, ohne zu erschlagen. Vielmehr weht immer mal wieder ein Hauch von ihm in die Nase. Lecker!