Zum Start nach dem Verdunsten des Alkohols rieche ich als allererstes sofort Moos in "Eau de Courrèges" und einen typisch maskulinen Duft. Das Moos zieht jedoch zunächst schnell zurück. Der Duft wird sehr zitrisch, frisch und grün, eine leichte Bitterkeit legt sich darüber. Dann kommt ein deutlicher Minzakkord der mit der zitrischen Dominanz einen feincremigen Melissenakkord entwickelt. Das Maiglöckchen ist für mich nicht als einzelner Duft wahrnehmbar, aber es scheint dem sonst möglicherweise zu maskulinen vorübergehend Duft eine schmeichelnde Lieblichkeit zu verleihen. Ein schöner konsistenter Sommerduft, der mich an Pino Silvestre und ähnliche Düfte erinnert. Also duften auch Nadelholzakkorde mit. Jetzt erst rufe ich den Duft auf, stelle fest, dass er eines Kommentars bedarf und bin froh, dass ich mir erst handschriftliche Notizen gemacht habe. Die Pyramide anschauend meine ich Patchouli und Vetiver erst nach einiger Zeit gewissermaßen zu ahnen. Oder vermute ich sie nur, weil ich sie nun gelistet sehe? Auch wundere ich mich, dass keine Hölzer genannt sind. Und richtig, Absinth ist nur der französiche Name für Wermut, der in "Eau de Courrèges" mit leichter Bitterkeit dargestellt wird, ist auch gelistet. Im Ausklang kommt wieder der Moosduft durch und die Sillage ist unverändert dicht, die Haltbarkeit ist auch nicht zu bemängeln. Bedauerlich, dass sie die anfängliche spritzige Frische nur etwa 45 Minuten hält. Dann wird "Eau de Courrèges" langweilig und verändert sich auch nicht mehr. Nur in der zweiten Duftphase würde ich "Eau de Courrege" uneingeschränkt als Unisexduft beurteilen. Zum Start und die meiste Zeit nach der leicht cremig-lieblichen Phase ist "Eau de Courrege" meines Erachtens ein angenehmer, wenn auch kein besonderer Männerduft. Synthetische Noten sind für mich nicht wahrnehmbar. Wer Pino Silvestre und ähnliche Düfte liebt, für den ist auch dieser Duft eine Option. Wie ich sehe, gibt's ein Angebot mit 500 ml für 18,95 €.