Chypre, oder nicht? Das ist wie so oft für mich die Frage.
Das eindeutige Einordnen in die Kategorie Chypre fällt mir immer etwas schwerer, aber diesen würde ich in diese Duftkategorie unterbringen. Der Duftverlauf hat auf meiner Haut jedenfalls große Parallelen zu einem Chypreduft.
Der Auftakt ist fruchtig frisch mit einer klitzekleinen Spur Pfeffer. Wenn hier Paprika verarbeitet wurde, dann eher das frisch-wässrige Gemüse und nicht das Gewürzpulver. Die Kopfnote hält erstaunlich lange auf meiner Haut durch, bevor der Duft ganz langsam ins Herz driftet.
Die Pflaume ist hier nicht so süß, wie man sie aus vielen anderen Parfums kennt. Der Weihrauch steuert nur ein Hüsterchen seiner sonst so typischen und durchdringenden Note bei und verleiht dem Herz eine gewisse Kühle. Die florale Note ist ebenfalls etwas scheu und begleitet die herb-süße Pflaumennote sehr angenehm. Ich muss sagen, dass sich dieser ELdO-Duft relativ maskulin auf meiner Haut verhält und bin schon auf die Basis gespannt.
Die Basis finde ich bei Archives 69 besonders gelungen. Der Campher pustet den harzigen, erdigen und cremigen Noten hier regelrecht etwas Belebendes ein und gibt der Basis einen ganz eigenen, aber immer noch männlichen Touch und die kühle Duftassage aus dem Herz wird dadurch gekonnt verlängert.
A 69 fällt angenehm aus dem zurzeit angesagten Dufteinerlei auf. Ich fühle mich an Kreationen wie Super oder , Azzurée, oder Alliage aus dem Hause Lauder erinnert.
Überrascht hat mich dann allerdings die Zurückhaltung was die Intensität des Duftes angeht. Die meisten Kreationen dieser Marke haben sich bisher als ordentliche Sillagebömbchen geoutet, dieser jedoch bleibt angenehm zurückhaltend hält dafür erstaunlicherweise auf der Haut länger durch, als erwartet.
Mit Archive 69 hat diese Marke nun auch ein regelrecht "erwachsenes" Parfum im Programm, welches ich durchaus als businesstauglich einstufen würde. Ein schöner facettenreicher Allround-Duft, nicht nur für das Büro.