Heute in dem Nachweihnachtstrubel entdeckte ich Ysatis - einsam und versteckt im Regal der Parfumerie Abteilung.
Einen Tester gab es nicht, doch ich hatte es noch als Duft meiner Ma in vager, aber guter Erinnerung.
Im Menschengeschiebe wurde nicht lange "gefackelt" und ich trug den Duft zur Kasse - auf meine Erinnerung und den guten Geschmack meiner Ma vertrauend.
Im Auto war es dann soweit - sein Geheimnis wurde gelüftet. Im Radio lief der schmissige Tango aus dem Film " Der Duft der Frauen " mit dem sagenhaften Al Pacino. Und beides passte wie der Deckel auf den Topf zu Ysatis.
Der Filmtitel sowieso und dazu die melancholische, sinnliche Tangomusik. Der Duft passt zu einer rassigen Tangotänzerin, mit glänzendem blauschwarzen Haar, die ihre langen, schlanken Beine sexy um die Knie ihres Tanzpartners schlingt. Dieser Gentleman - mag es Al Pacino sein - führt sie dominant und begehrlich über das glatte Parkett. Die Geigen weinen dazu sentimental - so wie der Duft auch Sentiment versprüht.
Diese Beziehung wird nur einen Tanz überdauern - oder eine sinnliche Nacht. Zu stolz und zu unnahbar sind beide Personen - auch wenn sie sich hauteng aneinander schmiegen. Für beide ist das Vorspiel am Bedeutsamsten. Es wird gelockt, versprochen - und wieder abgewiesen. Die verhaltene Ekstase.
Und so ist auch Ysatis - ein erotisches Versprechen, das nicht zwangsläufig eingelöst wird.
Ich finde den Duft ungeheuer spannend.
Er übt seine Macht auf beide Geschlechter aus - ein knisterndes Spiel mit dem Feuer.