Ambraliquida L'Erbolario
7
Hilfreiche Rezension
Styrax in der Archivabteilung: die Textur einer Enttäuschung
Sauber-moschus-artiger Duft von floralen Waschmittel, bei stark synthetischen Eindruck.
All das viele Holz in einen Cashmerepulover gezwängt, darunter begraben. Nur transparent schimmert dessen dunkle Farbe hindurch.
Holzige Noten werden durch eine erdrückende, weiche und glatt anmutende, synthetische Schicht ihrer natürlichen Textur beraubt. Dafür ist es flauschig und gleichzeitig einwenig kratzig. Die Gesamtkomposition macht den Eindruck, als seien hier keine hochwertigen synthetischen Öle verwendet worden.
Ambraliquida wirkt auf mich sehr kühl, beinahe metallernd. Jedoch vibriert eine milde Süße nebenher.
Habe jedoch klareres Holz und Harz in anderer Form erwartet und nicht bekommen.
Amber habe ich in Parfüms bisher stets warm und süßlich erlebt. Es ist ein Duftstoff, dem ich gegenüber mittlerweile zurückhaltend bin, da er in Kombination mit Vanille oft misslungen erscheint.
Weswegen ich vom ästhetischen Namen des Ambraliquida her, zuerst an eine Simulation des Abra, beziehungsweise dem Abergries aus dem Pottwal ausging. Der Amber ist ja nicht explizit in der Duftpyramide erwähnt.
Der eigenwillige Eindruck, den ich bekomme, entsteht wohl durch den Styrax in Kombination mit dem Labdanum, den Hölzern und der Vanille und wird so wahrscheinlich doch seinem Namen gerecht: Es handelt sich nämlich um flüssigen Harz aus dem Amberbaum, eben jenes namensgebenden flüssige Amber. Es schwimmt hier kein Pottwal mit, sondern lediglich der Harz der Liquidambar Gattung.
Das Gesamtergebnis wirkt weich, sanft, etwas kühl und zugleich einwenig kratzig. Etwas überfrachtet und zu dicht. Auch wenn der Dufteindruck der Kombination der Hölzer und Harze geschuldet ist, erinnert es an stark moschuslastige Zeitgenossen und für mich daher eher feminin lehnend. Hier gibt es leider keinen Herbst für mich und auch keinen Eindruck eines naturbelassenen Parfums.
Der Flakon wirkt auf den Bildern dafür angenehm klassisch, wie aus den späten 1980ern entsprungen. Lässt jedoch gleichzeitig auch erahnen, das Mittelmaß auf einen zukommen könnte.
Doch falls die eigene Nase diesem Emprokömling zusagt, so ist er aufgrund seiner Distanziertheit und Kühle, im kalten Kellerbüro in der Archivabteilung von Herrn Stromberg adequat anwendbar.
Dort hat der schrullige Kollege Jona flüssiges Amber aus seinem letzten Urlaub nach Ninive vergossen, das er in den Pausen immer mal wieder aufwärmt, falls die Heizung mal funktioniert. Der Duft wirkt so eigentümlich fremd und abgelagert, dass man meinen könnte, der Kollege hätte seine letzte Urlaubsreise tatsächlich im Bauch eines Pottwals verbracht.
Aber wer weiß, vielleicht bin auch nur ein Banause, wenn ich mir hier die durchwegs positiven Rezensionen erfahrener Parfumos durchlese. Denn man bekommt hier tatsächlich einen nischigen Duft mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis.
All das viele Holz in einen Cashmerepulover gezwängt, darunter begraben. Nur transparent schimmert dessen dunkle Farbe hindurch.
Holzige Noten werden durch eine erdrückende, weiche und glatt anmutende, synthetische Schicht ihrer natürlichen Textur beraubt. Dafür ist es flauschig und gleichzeitig einwenig kratzig. Die Gesamtkomposition macht den Eindruck, als seien hier keine hochwertigen synthetischen Öle verwendet worden.
Ambraliquida wirkt auf mich sehr kühl, beinahe metallernd. Jedoch vibriert eine milde Süße nebenher.
Habe jedoch klareres Holz und Harz in anderer Form erwartet und nicht bekommen.
Amber habe ich in Parfüms bisher stets warm und süßlich erlebt. Es ist ein Duftstoff, dem ich gegenüber mittlerweile zurückhaltend bin, da er in Kombination mit Vanille oft misslungen erscheint.
Weswegen ich vom ästhetischen Namen des Ambraliquida her, zuerst an eine Simulation des Abra, beziehungsweise dem Abergries aus dem Pottwal ausging. Der Amber ist ja nicht explizit in der Duftpyramide erwähnt.
Der eigenwillige Eindruck, den ich bekomme, entsteht wohl durch den Styrax in Kombination mit dem Labdanum, den Hölzern und der Vanille und wird so wahrscheinlich doch seinem Namen gerecht: Es handelt sich nämlich um flüssigen Harz aus dem Amberbaum, eben jenes namensgebenden flüssige Amber. Es schwimmt hier kein Pottwal mit, sondern lediglich der Harz der Liquidambar Gattung.
Das Gesamtergebnis wirkt weich, sanft, etwas kühl und zugleich einwenig kratzig. Etwas überfrachtet und zu dicht. Auch wenn der Dufteindruck der Kombination der Hölzer und Harze geschuldet ist, erinnert es an stark moschuslastige Zeitgenossen und für mich daher eher feminin lehnend. Hier gibt es leider keinen Herbst für mich und auch keinen Eindruck eines naturbelassenen Parfums.
Der Flakon wirkt auf den Bildern dafür angenehm klassisch, wie aus den späten 1980ern entsprungen. Lässt jedoch gleichzeitig auch erahnen, das Mittelmaß auf einen zukommen könnte.
Doch falls die eigene Nase diesem Emprokömling zusagt, so ist er aufgrund seiner Distanziertheit und Kühle, im kalten Kellerbüro in der Archivabteilung von Herrn Stromberg adequat anwendbar.
Dort hat der schrullige Kollege Jona flüssiges Amber aus seinem letzten Urlaub nach Ninive vergossen, das er in den Pausen immer mal wieder aufwärmt, falls die Heizung mal funktioniert. Der Duft wirkt so eigentümlich fremd und abgelagert, dass man meinen könnte, der Kollege hätte seine letzte Urlaubsreise tatsächlich im Bauch eines Pottwals verbracht.
Aber wer weiß, vielleicht bin auch nur ein Banause, wenn ich mir hier die durchwegs positiven Rezensionen erfahrener Parfumos durchlese. Denn man bekommt hier tatsächlich einen nischigen Duft mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis.
8 Antworten
Tbk1998 vor 24 Tagen
1
Eine gute Umschreibung mit feinen Abwägungen. Mich reizt er nun trotzdem😌
Kreisquadrat vor 24 Tagen
Ich kenn das, eine negative Rezension kann manchmal erst den Reiz ausmachen den Duft testen zu wollen. 😅
Floyd vor 29 Tagen
1
Bei dem war mir zu viel Puder unterm Spielzeugschloss ;-)
Kreisquadrat vor 28 Tagen
Ja, so oder so ähnlich. 😄
Chnokfir vor 29 Tagen
1
Schade, wenn es eine Enttäuschung war
Kreisquadrat vor 28 Tagen
1
Ach, passiert ja immer mal wieder bei so einem Hobby/ Leidenschaft. So tragisch war es nicht.
Yatagan vor 29 Tagen
2
Bei L‘Erbolario kann manchmal das PLV bestechend sein, aber dieser hier erschien mir auch eher solide als kaufenswert.
Kreisquadrat vor 29 Tagen
1
Gut ist, das ich lediglich eine Abfüllung erworben habe. Name und Flakon waren ansprechend, vorallem die Basisnoten (bis auf die Vanille).

