Roma Uomo war in den 90ern ein ikonischer, wenngleich kein lebensverändernder Duft. Es lag einfach nahe, dem seinerzeit erfolgreichen Roma für die Damen ein Herren-Pendant zur Seite zu stellen - ihm in olfaktorischer wie marketingthematischer Verortung ähnlich. Und der große kommerzielle Erfolg beider Düfte gab dieser Vorgehensweise Recht. Obwohl ich Roma Uomo damals nicht getragen habe - und auch noch keinen Kommentar über ihn geschrieben habe, was ich ganz unbedingt bald machen sollte - erinnere ich mich gerne an ihn. Roma Uomo 'war jemand' zu seiner Zeit. Doch diese Zeit ist lange vorüber, und seine Geschichte ist erzählt.
Und hier ist er: Roma Passione Uomo - in einer Leidenschaft verheißenden, camparifarbenen Flasche, darin ein Duft, in dessen Kopfnote das Wesen seines Ahnen wie ein erschöpftes Zirkuspferd durch die Manege getrieben wird. Der nichts nachfolgt als Retortensüße lieblosester Machart, die der erwähnten Kopfnote hinterher stolpert wie das etwas grobmotorische Mädchen im Zumbakurs in der hinteren Reihe. Ich schriebe gerne etwas über gelbe Mandarine, Muskatellersalbei oder Tonkabohnen-Absolue, doch alles an diesem Parfum riecht nach Fokusgruppenanalysen und Chemiebaukasten. Gar keine Leidenschaft. Das hat Roma Uomo nicht verdient.
Fazit: schon viel zu viele Worte. Wir wollen nicht mehr davon sprechen.