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Apicius
01.03.2010, 18:23 Uhr
7Duft 7.5Haltbarkeit
Hilfreiche Rezension 4

Lavendel und Moschus

Erster Eindruck beim Aufsprühen: ein zitrisches Lavendel. Die Zitrone bzw. Bergamotte verabschiedet sich jedoch ganz schnell innerhalb einer Minute, aber auch das Lavendel bleibt nicht pur bestehen.

Denn plötzlich meldet sich eine sehr angenehme, aber überaus komplexe Note nach frisch gewaschener Wäsche, innerhalb der der Lavendel zunächst harmonisch eingebettet, später gänzlich verschwinden wird. Ich rieche hier ein moschusbasiertes Durcheinander. Ganz wenig Gewürze und vielleicht auch Zedernholz mögen mit drin sein und die Moschus-Lavendelnote leicht beeinflussen. Aber viel zu wenig, um den Charakter dieses Duftes tatsächlich Richtung holzig-würzig zu verändern. Erfreulicherweise fehlt Vanille, die in so vielen Lavendeldüften obligate Verwendung findet.

Der frische Wäschegeruch erinnert mich etwas an den Stil von Mark Buxton und dessen meisterhaften Kompositionen Comme des Garçons 2 und English Breakfast. Ich glaube, tatsächlich ist unsere Vorstellung von Lavendelduft heutzutage geprägt von der Werbung für Weichspüler; und dem trägt Lorenzo Villoresi Rechnung. Schon seltsam, dass teure Parfums an billigen Alltagsdüften anknüpfen. In diesem Fall funktioniert das gut, weil eben Wild Lavender alles andere als ein billiger Alltagsduft ist.

Die Haltbarkeit auf der Haut ist eher moderat. Insgesamt ist das aber alles sehr edel und dezent.

Wild Lavender für den Tag – Acca Kappa’s Cedro für den Abend und im Schrank ein paar Brioni Anzüge – was braucht mann mehr?
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