Beim testen von Sacrebleu bin ich auf fremden Terrain. Dies ist eine mir eher unvertraute Duftfamilie und entsprechend lange brauche ich, um mich zurecht zu finden. Aber jetzt hab ich's und Sacrebleu hat mich. Erobert!
Zur Begrüßung umarmen mich viele frische Mandarinen , an denen noch reichlich grünes Laub sitzt. Dahinter sind schon alle Blumen des umliegenden Gartens bereit, und obwohl ich diese schöne sanfte fruchtig-grün -blumige Begrüßungsnote am liebsten noch ein bißchen festhalten möchte, nimmt mich nun gesammelter Blütenduft mit auf die Reise:
Eine sehr kleine , schneeweiße Kirche mitten im grünen Irgendwo, außen ganz schlicht, innen reines Barock, alles weiß und golden, sonnendurchflutet. Vor einer halben Stunde hat hier eine Trauung stattgefunden. Der warme Duft der Blumendekorationen, der Kerzen, des hellen Holzes der Kirchenbänke - und in der Luft der ganz leichte, bläuliche Hauch des Weihrauches - das ist Sacrebleu. Für mich.
Für mich ist hier nichts dunkel. Ich erlebe auch keinen , mich hier auch verstören würdenden , Prachtweib - oder gar Femme fatal - Auftritt, sondern erlebe und genieße einen ganz zauberhaft zärtlichen, sehr sanften Duft, der eine tiefe Ruhe vermittelt. Und dies für eine sehr lange Zeit, die Haltbarkeit ist sagenhaft.
Ich bin überrascht, dass ein Duft, der doch einige Ingredienzien aufweist, die mich eigentlich zu respektvoller Distanz nötigen ( z.B. die Prachtweib - Tuberose ), so bezaubern kann, das er es still und leise auf meine Wunschliste schafft!
Ich finde Sacrebleu auch ganz wunderschön. Und wie du sagst, leise, kraftvoll und nicht laut und aufdringlich. Schließe mich der Sacrebleu-Meditation voll und ganz an :-)