Die Reformulierung dieses Duftes kenne ich schon ein Weilchen, und ich war von ihr durchaus angetan. Als Vintage-Junkie hielt ich indes aber auch stets Ausschau nach der Urfassung von Cravache, von der ich nunmehr einen der überaus raren OFs erworben habe. Also - Vergleichstest...
Wüßte ich es nicht, ich würde im Leben nicht darauf kommen, daß es sich bei den beiden Düften auf meinem linken und rechten Handgelenk um denselben handelt. Die Unterschiede sind wirklich enorm. Während die neue Version in der Kopfnote fast schon brachial die Lavenderkeule schwingt, setzt der Vintage in vollkommenem Einklang mit seinem Erscheinungsjahr den Schwerpunkt eindeutig auf zitrische Würze und geriert sich als Chypre wie aus dem Lehrbuch. Da zwickt nichts, da klemmt nichts. Harmonisch und sauber.
Die Reformulierung hat allerdings auch durchaus ihren Reiz, fügt im Herz dem Lavendel eine Schippe Seifigkeit hinzu und schafft dadurch ein wohliges Retro-Gefühl, und dies wirklich mit Charakter.
Wer macht denn nun das Rennen? Aufgrund der gänzlich unterschiedlichen Anmutung schwierig zu beurteilen. Mir gefallen beide Versionen richtig gut. Da hängt es wohl von der Stimmung ab, wer den Vorzug erhält. Als klassischen Gentlemanduft würde ich beide bezeichnen. Leider schlägt die Neufassung das Original in Sachen Haltbarkeit um Längen. Der alte Cravache verabschiedet sich doch sehr zügig, während der neue viele Stunden haftet.
Ich gebe beiden Versionen 90 %, und ein OF der Reformulierung darf auch gerne bei mir einziehen.
Den kann ich gar nicht leiden, an einem Mann schon gar nicht, aber das ist macht nichts, andere riechen das anders und Dein Kommentar liest sich gut: Pokal+