Für Lômusk, den zweiten Ableger den ich jetzt von Santi Burgas teste und kommentiere, muss ich erneut in die Vergangenheit eintauchen. Damals hatte mein Vater für die Reinigung und/oder Anti-Statik von Vinyl-Schallplatten (ja, so was gab es früher) eine blaue Flüssigkeit. Das Zeug war stark alkoholhaltig und schnupperte alles andere als sexy. Doch genau hier knüpft Lômusk an. Es riecht anfangs genau so fies mit einer unangenehmen kühlen Metallnote, wie man sie vielleicht eher von Nischennischen-Düfte à la „Etat Libre d`Orange“ oder „Blood Concept“ erwarten würde.
Vom namensgebenden Moschus keine Spur. Was ich dagegen heraus rieche ist viel stechende Synthetik und ein paar süßliche aquatische Töne, die bei mehr Präsenz dem Duft insgesamt ganz gut getan hätten. Immerhin hat er eine nahezu übernatürliche Haltbarkeit, die mit 12 Stunden bei geringer Dosierung rekordverdächtig ist.
Eigentlich hatte ich mir gerade von diesem erfrischenden Blau weitaus mehr erwartet. Entsprechend bin ich sehr enttäuscht und kann nur davor warnen, diesen Duft einzeln zu erwerben. Und sicherlich muss man Lômusk auch zusammen mit den anderen Bausteinen der Santi Burgas Reihe gelayert testen. Aber davon losgelöst ist er für meinen Geschmack im nüchternen Zustand fast untragbar – ich habe mich damit jedenfalls sehr unwohl gefühlt und wollte damit nicht unter Leuten. Da lege ich mich lieber in meine Hängematte und mache dufttestmäßig blau.