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Chypre 1910

8.8 / 10 23 Bewertungen
Ein beliebtes Parfum von Sauzé für Damen, erschienen im Jahr 1910. Der Duft ist chypreartig-würzig. Die Produktion wurde offenbar eingestellt.
Aussprache Vergleich
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Duftrichtung

Chypre
Würzig
Grün
Zitrus
Harzig
Bewertungen
Duft
8.823 Bewertungen
Haltbarkeit
7.119 Bewertungen
Sillage
6.419 Bewertungen
Flakon
8.213 Bewertungen
Eingetragen von ExUser · letzte Aktualisierung am 15.12.2025.
Quellenbasiert & geprüft

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Womit der Duft vergleichbar ist

Rezensionen

3 ausführliche Duftbeschreibungen
8.5Duft 7Haltbarkeit 7Sillage
Serenissima

1227 Rezensionen
Serenissima
Serenissima
Sehr hilfreiche Rezension 13  
vom Zeitgeschehen unbelastet
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts (1910?) brachte das Haus Sauzé Fréres Parfum Paris diesen ganz speziellen Duft der Insel Zypern (denn nichts anderes heißt "Chypre") auf den Markt.
Wie viele unterschiedliche Menschen und Häute hat diese Komposition schon erfreut, was haben die mit diesem Duft geschmückten Menschen wohl alles erlebt?
Eine lange Zeit ist jedenfalls vergangen, bevor dieses herrliche Duftwesen über Ingrid und Theresa zu mir kam.
(Ich danke Euch, Ihr Lieben!)
Wie fühlte ich mich klein im Strom der Zeit, während „Chypre“ sich auf meiner Haut einrichtete und so wunderbar reich erblühte.

Ich war noch mit einer gewissen Respektbezeugung beschäftigt, als mich das von mir so geliebte Aroma von Eisenkraut erreichte: Verbenen gleich im Auftakt?
Nicht gerade üblich, aber wunderbar mit der Frische von Bergamotten und Zitronen korrespondierend: "Zitronenverbene ist doch eingegangen!", schoss mir erst einmal durch den Kopf, aber ich erinnerte mich an eine Tasse Kräutertee – gesagt, getan!
Das angenehme und warme Verbenen-Teearoma umschmeichelte mich und lieferte so das zusätzliche Geleit für die in prachtvoller Sinnlichkeit sich darbietenden Rosen- und Jasmindüfte.
Wie verstärken sich diese durch die Wärme der aromatischen Teedämpfe; wahrscheinlich näherte sich jetzt die Duftintensität der Kreation der vom Parfümeur erdachten.
(Für so kühlhäutige Menschen für mich wurde bestimmt noch nie ein Duft kreiert; hier fusche ich den Duftkünstlern immer großzügig ins Handwerk und manchmal kommen erstaunliche Duftkunstwerke heraus, die kaum noch Ähnlichkeit mit dem Ursprünglichen haben, aber auch recht reizvoll und sehr persönlich sein können!)
Natürlich darf bei einem Chypreduft auch Iris nicht fehlen; deren schlanke Gestalt erscheint auch bald, wie immer mit einer Puderquaste versehen, die sie hier aber nicht allzu schwungvoll einsetzt.
Nur ein Hauch von Irispuder über zahlreiche Jasmin- und Rosenblüzrm – wie anschmiegsam und sinnlich elegant!
Großzügig Eichenmoos muss sein, das bestimmt das „Gesetz der Chypre-Düfte“, das demnach genauso lange besteht wie diese Komposition.
Zedernholz, würzig mit leichtem Seidenschimmer und Moschus vervollständigen „Chypre“ auf angenehme, sehr tragbare Art.
Ein wenig Sandelholz, mit leisem animalischen Touch, täte dieser Mixtur gut; so bleibt die Erotik nur im unteren Bereich der Scala der sinnlichen Ausstrahlung.
Aber es braucht ja nicht immer das „klingende Spiel“, um Eindruck zu erwecken.
„Chypre“ von Sauzé gelingt es auf stilvolle Art auch so sehr gut.

Schon im Jahr 1910 konnte man so mittels einiger Tröpfchen „Chypre“ wunderbar subtil zum Ausdruck bringen:
„Eine Frau ist eine Frau ist eine Frau“!
8 Antworten
8.5Duft 7Haltbarkeit 7Sillage
Greenfan1701

209 Rezensionen
Greenfan1701
Greenfan1701
Hilfreiche Rezension 12  
Nostalgie im Flakon
Es ist ein Duft alter Schule, anfangs ein wenig zitrisch, krautig, später dann moosig. Im ganzen dunkelgrün und vollmundig fließt der Sprühstoff von Sauzé aus der AF, die mir die liebe Ingrid in so großzügiger Weise überlassen hat, ich bedanke mich sehr für dieses Kleinod.

Es dürften wohl auch ein paar Blumen mit dabei gewesen sein, aber entweder rieche ich sie nicht oder sie sind (aus Altersgründen des Parfums) nicht mehr riechbar, werden wohl die damals (und auch heute noch gerne) so häufig verwendeten gewesen sein: Rose, Iris oder Jasmin.

Das Eichenmoos in seiner ursprünglichen Form ist jedoch sehr deutlich wahrnehmbar, und macht es daher zu einem unsüßen, absolut moosigen Dufterlebnis der besonderen Art.
Der Duft soll sogar noch älter als meine Mama sein (sie wird 104) und ist daher schon ein wenig aus der Zeit gefallen. Den Duft finde ich allerdings nicht altmodisch, nur halt ein wenig "anders":

erwachsen und doch feminin, sauber und doch ein wenig lasterhaft, zugänglich und doch ein klein wenig reserviert. Gegensätzlich und doch ergänzend. Die selbstbewusste Dame trug eben einen Duft dieser Art.

Die Haltbarkeit ist nicht all zu lange, aber das macht mir nichts aus. So kann ich doch am Tage mehrmals nachsprühen oder mir auch mal etwas anderes gönnen. (Hab' ja genug)

Euch allen noch einen schönen, gut bedufteten Tag/Morgen/Abend/Nacht - je nachdem.
6 Antworten
9.5Duft 7Haltbarkeit 6Sillage
Skydiver19

56 Rezensionen
Skydiver19
Skydiver19
Top Rezension 18  
Gesang der Freiheit
Zu einer Zeit, vor gut 100 Jahren, als Frauen noch Korsetts trugen und ihre Lebendigkeit qualvoll eingeschnürrt war in Formen, die sie zu haben hatten, entstand eine zunächst zaghafte, aber immer sichtbar werdende Gegenbewegung. Die sich anbahnende Mode-Revolution der 1910er Jahre erlaubte Frauen, ihre eigene weiche Form anzunehmen, wie sie ihnen von der Natur zugedacht war. Eine bedeutende Vorreiterin war Coco Chanel, die Anfang der 1910er Jahre ihr "Modehaus Chanel" in Paris eröffnete.
In diese Zeit fielen auch die ersten mutigen Versuche, insbesondere von Künstlerinnen, nicht nur sichtbarer zu werden in der Gesellschaft, sondern diese auch mit zu gestalten. Künstlerkolonien gründeten sich mit weiblicher Beteiligung. Die Bauhaus-Bewegung ist ein Beispiel. Auch wenn die Künstlerinnen im Laufe der Jahrzehnte in Vergessenheit gerieten, die Avantgarde war auch weiblich.
Mit dem Fall des Kaiserreichs nach dem ersten Weltkrieg nahm diese Entwicklung weiter Fahrt auf. Alte Vorstellungen von Geschlechterrollen und ihre Begrenzungen für Frauen wurden in Frage gestellt und in Teilen überschritten. Geist und Kreativität streiften ihre Fesseln ab, wurden aus Konventionen herausgelöst.

Aber auch im Wissenschaftsbetrieb betraten nun einzelne Frauen die Bühne, wo sie alles andere als willkommen waren. Dass nun weibliche Wesen eine Universität betraten, galt als Sakrileg - wurde doch ihr 'normales' Menschsein derzeit noch in Frage gestellt, weil sie so anders waren als der männliche Goldstandard. Als des Denkens fähig galt nur der Mann, so der Glaube des Zeitgeistes, die Frau stünde in ihrer Natur dem Kinde näher als dem Manne. Dass Marie Curie als allererster Mensch mit zwei Nobelpreisen - 1903 für Physik und 1911 für Chemie - ein hochkarätiger, lebender Gegenbeweis war, konnte diesem Glauben nichts anhaben. Derlei Abweichungen konnten nur eine üble Laune der Natur gewesen sein - Ausnahmen, welche die Regeln nicht umstießen, sondern bestätigten.

Vorurteile haben lange Halbwertszeiten. Seit Jahrtausenden haben sich die Menschen in ihnen komfortabel eingerichtet. Wobei: komfortabel war es nur für die eine Hälfte der Menschheit. Die andere Hälfte hatte harte, demütigende Kämpfe zu führen, um den in Stein gemeißelten und in sog. heiligen Schriften festgeschriebenen Glauben an die natürliche Überlegenheit von Testosteron-Menschen langsam aufzuweichen.

Die Kreation von C fiel in die Zeit des zweiten Nobelpreises von Marie Curie, weshalb sich mir die oben beschriebenen Parallelen aufdrängten.

*****

Nun zum Duft. Zunächst einmal ist zu bemerken, dass sich der Duftverlauf gemächlich entwickelt. Alles lässt sich Zeit, ohne an Lebendigkeit einzubüssen. Aus unserer heutigen hektischen Perspektive wünschte man sich manchmal etwas davon zurück. Weniger Quantität zugunsten von mehr Qualität.

Was sagt C vom allgemeinen Frauenbild bzw. -wunschbild aus? Wie, glaubte man seinerzeit, sollte sich eine moderne Frau selbst sehen (können)? Düfte transportieren immer ein Image, eine Idealvorstellung, eine Zukunftsidee, mit der man sich schmücken kann bzw. möchte.

Offenbar sollte das Bild einer lebensbejahenden Frau transportiert werden, denn mit dem ersten Sprüher betritt ein frisch zitrischer Wirbelwind die Szene. Grün beschwingt, gut gelaunt und optimistisch. "Die Welt ist in Ordnung, alles ist gut!" - vermittelt der erste Eindruck, dem ich mich ausgesprochen gerne hingebe.
Von Ferne kündigit sich eine dunklere, würzige Note an, nicht um zu bleiben, aber um bald wiederzukehren. Mit der Anmutung von Autorität spielt sie ihr Intermezzo, mit weicher weiblicher Autorität zwar, aber dennoch bemerkenswert. Es sind nicht nur tiefe weibliche Mysterien, die sich hier erahnen lassen, sondern auch geradliniger Realitätssinn. Diese Melange wirkt ausgesprochen anziehend und sympathisch. Verliebe mich instantan in dieses Paradoxon, das an sich keines ist. Es sind die etablierten Vorstellungen von Weiblichkeit seinerzeit (und zum Teil auch noch heute), die hier ein Paradoxon hineinlesen würden.
Ich sehe eine selbstbewusste Frau, die sich abenteuerlustig hinter das Steuer eines Automobils platziert. Unfassbar modern, dieses Bild seinerzeit, unfassbar gewagt: dass eine Frau ihre zugewiesene Rolle verlässt, sich auf Neues einlässt und autark einen eigenen Weg er'fährt'.

Und so macht es Sinn, dass in der Herznote die floralen Noten nur dezent in Erscheinung treten, wie ein cremiger Hauch von Gartennelke, der die Zitrik weich und lieblich abrundet. In einigem Abstand verströmen zarte Orangenblüten ihr Aroma, welches die frisch-gelbe Duftfarbe ins warm Sonnige gleiten lässt. Auch diese Entwicklungsphase lässt sich genüsslich Zeit.
Allmählich dunkelt die Duftfarbe weiter nach, immer noch frisch, aber auch zunehmend sinnlicher, verführerischer. Die dunkle Gewürznote kehrt zurück und füllt die Herzlücke in der ersten Reihe, die von den dezenten Blüten frei gehalten wurde. Nun übernehmen herzig weiche Harze die Regie, die seelischen Innenräume liebevoll umschmeichelnd. Sie erden den Geist, der sich entschleunigt zentriert und aus seiner Mitte heraus einen weichen Weitblick entwickelt.

In den Adern der Trägerin scheint eine ambrierte Lebenskraft zu strömen, ruhig und sehnend zugleich. Eine Sehnsucht, die nicht nach Erfüllung strebt, mit der sie doch nur sterben würde. Sondern eine Sehnsucht, die nach einem Fortleben in allen Fasern ihres Körpers strebt. Allein um des Sehnens Willen.
Denn es gibt noch so viel zu ersehnen:
- Freiheit vom Korsett aus Konventionen, das die Luft des seelisch-geistigen Atmens abschnürt
- vitales Frau-Sein
- erregendes Frei-Sein
- Respekt und Verantwortung für alles Lebende
- Gleichwertigkeit von Diversität
und, und, und...
22 Antworten

Statements

11 kurze Meinungen zum Parfum
48
45
Hoch oben
In den Mooskronen
Strahlt Sonne Zitronengelb
Sachte Seifenschleier
Legen sich
Auf feinblumige Felder
Herb atmet
Das wärmende Holz
45 Antworten
45
40
alte Dame grüßt mich täglich
Zitrusblitzende Sonne
lässt sanft Blümchen blühen
Frühlingsseife schwellt Moosschwämme
sie ist Wunderschön!
40 Antworten
38
58
There's something in the way you smell...
Aldehydsterne in den Augen
Ne wundervolle O-Blüte in der Hand
Du helldunkler Traumchypre, du...
58 Antworten
30
41
Zitrusfalter im Würzwind
Lichtseide
von grüner Aura durchliebt
O-Blüte tropft
in Harzsonne
amberwarm erbebt
süßes Sehnen
in allen Adern
41 Antworten
28
36
Aldehydkühle feinseifige Noten im Auftakt, hellblumiges Herz in mattgrüner Tönung, Zitrussprenkel hier und dort, weichambrierter Moosboden..
36 Antworten
Weitere Statements

Diagramm

So ordnet die Community den Duft ein.
Torten Radar

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