Diorella 1972 Eau de Toilette

Diorella (Eau de Toilette) von Dior
Flakondesign Serge Mansau
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8.0 / 10 282 Bewertungen
Ein beliebtes Parfum von Dior für Damen, erschienen im Jahr 1972. Der Duft ist chypreartig-blumig. Es wird von LVMH vermarktet.
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Duftrichtung

Chypre
Blumig
Grün
Frisch
Zitrus

Duftpyramide

Kopfnote Kopfnote
grüne Notengrüne Noten BergamotteBergamotte ZitroneZitrone BasilikumBasilikum MeloneMelone
Herznote Herznote
GeißblattGeißblatt JasminJasmin AlpenveilchenAlpenveilchen GartennelkeGartennelke PfirsichPfirsich RoseRose
Basisnote Basisnote
EichenmoosEichenmoos VetiverVetiver MoschusMoschus PatchouliPatchouli

Parfümeur

Bewertungen
Duft
8.0282 Bewertungen
Haltbarkeit
7.3210 Bewertungen
Sillage
6.6202 Bewertungen
Flakon
7.8198 Bewertungen
Preis-Leistungs-Verhältnis
7.135 Bewertungen
Eingetragen von DonVanVliet, letzte Aktualisierung am 08.07.2024.
Wissenswertes
Dieser Duft wurde 2009 durch François Demachy nach IFRA-Richtlinien reformuliert. Seitdem ist er Teil der Kollektion "Les Creations de Monsieur Dior".

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Rezensionen

20 ausführliche Duftbeschreibungen
8
Flakon
6
Sillage
7
Haltbarkeit
10
Duft
SchatzSucher

107 Rezensionen
SchatzSucher
SchatzSucher
Top Rezension 37  
Keine Scheu vor Chypredüften, sie beißen nicht
Es gibt ja eine schier unüberschaubare Auswahl an Chypredüften, wobei mir persönlich der klassische Aufbau mit dem frischen hesperidischen Start, dem blumigen Herz und und der herben eichenmooslastigen Basis am besten gefällt. Schmückendes Beiwerk wie z.B. ein Hauch von Animalik (aber bitte nur einen Hauch), Patchouli zum erden, Vetiver oder Sandelholz, ist ebenfalls gern gesehen.
So manch eine/einer mag sich von Chypredüften eher abgestoßen fühlen, zu herb, zu barsch, zu rauh, zu dies, zu das. Das ist nachvollziehbar, sind unsere Duftempfindungen und -vorlieben doch so unterschiedlich wie die große Welt der Düfte und nicht jeder mag es sonderlich herb.
Aber ich bin der Meinung, daß sich bei den grünen Chypredüften der klassischen Machart ein Blick bzw. ein Schnüff lohnt.
Diorella (schon der Name klingt so liebenswert) ist einer dieser Schätze, an denen meine Nase zu gern hängen bleibt.
Aus der großartigen Hand Edmond Roudnitskas stammend, im Jahre 1972 auf den Markt gebracht, welches auch noch mein Geburtsjahr ist, ausgewogenes Verhältnis von Zitrus, Blumen und Moos und auch noch unaufdringlich, der Duft muß mir doch gefallen oder?
Und wie!
Was ich hier bei Diorella äußerst interessant finde, ist die nahe Verwandtschaft zu Eau Sauvage, ebenfalls von Herrn Roudnitska kreiert.
Zu Eau Sauvage habe ich nie so richtig den Zugang gefunden. Ein hervorragender Duft, gar keine Frage, doch für mich zu herb, zu ernst und ich fühlte mich nie richtig wohl mit dem Duft.
Doch Diorella wurde um einige Aspekte erweitert und so für mich zu einer schönen Alternative zu Eau Sauvage.
Wenn man mal die Duftpyramiden vergleicht, finden sich einige Übereinstimmungen, vom zitrischen Start bis hin zur moosigen Basis.
Diorella hat man gewissermaßen entbittert und aufgeheitert, das merkt man schon im Auftakt. Wo Eau Sauvage schon recht herb startet, geht es bei Diorella gleich sonniger und freundlicher los, fehlen ja hier die herb-würzigen Bestandteile, die durch nicht näher definierte grüne Noten und einen Hauch Melone ersetzt wurden.
Im Herzen, wo Eau Sauvage seinen ernsthaften Weg fortsetzt, scheint bei Diorella bereits die Sonne mit vielen Blüten, aus denen hauptsächlich Jasmin und Nelke hervortreten. Diese blumigen Aspekte sind nicht süß und nicht zu opulent. Ich habe gelesen, daß man bei Diorella den Hedionanteil erhöht hat auf 8% im Vergleich zu Eau Sauvage 2 %. Das mag den freundlicheren und heitereren Eindruck auch mit erklären.
Zur Basis hin zeigt Diorella dann auch sein herbes und moosiges Wesen, ist aber in keinster Weise streng oder abweisend, was ich beim Eau Sauvage immer empfunden habe.
Diorella lächelt mich förmlich an, während Eau Sauvage dies bei mir nicht vermag.

Ich ordne Diorella eindeutig die Farbe Grün zu, ist es aber ein wesentlich helleres Grün als bei Dioressence. Diorella ist zarter, zierlicher und wesentlich weniger opulent als Dioressence. Ich finde Diorella braucht etwas höhere Temperaturen, um richtig zur Geltung zu kommen. An einem kalten Wintertag wie heute könnte der Duft etwas untergehen. Diorella ist absolut nicht aufdringlich, also sehr bürotauglich, für die Freizeit ebenfalls bestens geeignet. Die Haltbarkeit ist für einen doch eher leichteren Duft sehr ordentlich, 6-7 Stunden sind drin, nach 2 Stunden wird es hautnah aber immer noch gut wahrnehmbar.
Wer sonst eher Abstand bei Chypredüften gehalten hat, mag gern einmal Diorella probieren, hier knarzt es nicht, der Duft ist durchgehend heiter und freundlich und erschlägt nicht.

Auch hier gestatte ich mir die Anmerkung, daß Diorella zu den klassisch gestalteten Düften gehört, die ohne weiteres auch von Herren getragen werden können. Auch die Herren, die eine gewisse Scheu vor Blumen haben, können unbesorgt sein, hier ist alles sehr ausgewogen. Das wäre vielleicht eine Alternative, wenn jemand bei Eau Sauvage auch so empfindet wie ich. Da darf Diorella gern als Diorello durchgehen.

Ich habe in diesem Fall die aktuelle Version von Diorella kommentiert, die Vintage-Version kenne ich leider (noch) nicht. Diese war sicher in allen Punkten reichhaltiger, besonders was Eichenmoos betrifft. Aber über das müßige Thema Reformulierungen müssen wir jetzt nicht diskutieren.
Wenn mir die frühere Version von Diorella mal in die Hände kommt, werde ich der aktuellen Version wahrscheinlich die kalte Schulter zeigen. Doch so wie ich sie jetzt kenne, gefällt sie mir sehr und die klassische Machart läßt sich sehr gut erkennen. Mir ist übrigens bewußt, daß Diorella und Eau Sauvage keine Duftzwillinge sind, sondern lediglich etwas engere Verwandte, sowohl mit Gemeinsamkeiten als auch mit Unterschieden. Man merkt auf jeden Fall, daß sie von derselben meisterlichen Hand kreiert worden sind.
20 Antworten
10
Flakon
7
Sillage
8
Haltbarkeit
10
Duft
Marieposa

73 Rezensionen
Marieposa
Marieposa
Top Rezension 42  
Diorellatage
Mit einem leise flappenden Geräusch dreht sich der Ventilator im Kreis. Leicht schwindelnd folgt mein Blick seinen Flügeln, die sich wie in Zeitlupe bewegen. Ein schillernder Käfer krabbelt langsam die Wand hinauf und der Gecko oben in der Ecke leckt sich schon die Lippen. Wäre da nicht die leichte Brise vom Fenster, würde die Hitze in dem kleinen Zimmer stillstehen. Seufzend nippe ich an dem zitronigen Getränk in meinem Glas und lausche dem Klirren der Eiswürfel. Ich weiß, dass ich hier auf Eis verzichten sollte, und ich spüre dein Stirnrunzeln von der anderen Seite des Raums, doch wir sind schon so lange unterwegs, ich bin abgehärtet.
Es ist schon eine Weile her, dass wir in richtigen Betten geschlafen haben, und hier gibt es draußen auf dem Gang sogar eine Dusche.
Das Getränk wurde mit diesen bittersüßen Gräsern versetzt, mit denen sie auch die Pfannkuchen am Morgen würzen, und die Flüssigkeit schimmert grünlich. Bei jedem Schluck scheint die Temperatur um ein Grad zu sinken. Ich stütze die erhitzte Stirn auf die Hand, schließe die Augen und bin für einen Augenblick wieder an jenem Tag am Fluss, in dieser grünen Hölle, zwischen all den unbekannten krautigen Gewächsen, wo exotische Vögel froschartige Rufe ausstoßen und Frösche wie Vögel zwitschern. Dort, wo sich meine Wanderschuhe vom Rucksack lösten und ich unter dem strengen Blick der Flughunde in den moosbewachsenen Bäumen nur noch zusehen konnte, wie sie davonschwammen. Doch hier, in unserem Zimmer, rückt dieses schier unlösbare Problem in weite Ferne. Der warme Wind weht den betörenden Duft von Jasmin herein, und der Obstkorb auf dem Tisch hat schon besser Zeiten gesehen. Nur wenige dieser Früchte könnte ich benennen und dennoch gab es glückliche Tage, an denen wir nichts anderes gegessen haben.
Ich setze das Glas wieder an die Lippen.
Heute werde ich den großgemusterten kurzen Rock statt der fleckigen Leinenhose tragen und dein zerknittertes weißes Hemd in der Taille verknoten. Ich werde den leisen Duft der Seife, mit der du es gewaschen hast, tief einatmen und die lächerlich große Sonnenbrille aufsetzen. Ein Spritzer von deinem Eau Sauvage, mit diebischer Freude stibitzt, und ein stillschweigendes Darüberhinweglächeln, wie sehr ich dich wegen des Fläschchens aufgezogen habe, weil du es auf der ganzen Reise mitgeschleppt und wie einen Schatz gehütet hast.
Hast du den Gedanken etwa in meinen Augen aufleuchten gesehen? Mit einem genüsslichen Grinsen nimmst du mir das klirrende Glas aus der Hand.

**

Um Missverständnissen vorzubeugen: Nein, Diorella ist kein exotischer Duft. Irgendetwas an der Kombination von Zitrone, Bergamotte und bittergrünen Noten erinnert mich zwar in den ersten Minuten nach dem Aufsprühen an Kafirlimettenblätter, aber das war’s auch schon, und mit dieser Wahrnehmung scheine ich ziemlich allein dazustehen. Es ist vielmehr ein 70er-Jahre- Bilderbuchchypre. Klassisch, französisch, feingliedrig und in allen denkbaren Grüntönen oszillierend. Die Grundstruktur lehnt sich laut Edmond Roudnitska an Eau Fraîche an, in meiner Nase ist jedoch die Verwandtschaft zu Eau Sauvage Eau de Toilette präsenter: Zitrische und grüne Noten mit Hedione über einer Basis von minimalrauchigem Vetiver, grünem Patchouli, Eichenmoos und leicht angeschmuddeltem Moschus. Diorella ist jedoch schwelgerischer als ihr Bruder, eigenwilliger und hat noch mehr Tiefgang. Das mag an der stärkeren Betonung von Jasmin liegen – indolisch genug, um überzeugend zu sein, aber nicht ganz so überbordend wie in Roudnitskas Diorama – und den beinahe überreifen Fruchtnoten. Melone rieche ich zum Glück keine, dafür aber sonnenwarme Steinfrüchte im Stil von Femme (1945) Parfum de Toilette und Le Parfum de Thérèse, die zusammen mit dem Moschus und den salzigen Noten des Vetiver eine intime Körperlichkeit entwickeln. Genau hier zeigt sich Roudnitskas Handschrift ganz deutlich: Seine Düfte haben so etwas Lebendiges an sich, charakterstark und dabei ein kleines bisschen störrisch und auf Krawall gebürstet, aber in ihnen wohnen ein warmes Lächeln und eine herzliche Umarmung, wenn man bereit ist, sich auf ihre Eigenheiten einzulassen. Ich liebe diesen Stil und werde regelmäßig für meine Treue belohnt – von Diorella ganz besonders im Sommer, denn sie erwacht erst bei Temperaturen jenseits der 25 °C zu ihrer vollen Schönheit. Dieser Duft will auf die Haut! Am liebsten auf warme, leicht überhitzte, weshalb er ein idealer Reisebegleiter in den Tropen wäre. Aber ein normaler Sommertag in Mitteleuropa tut es zur Not auch.

Liebe BelAmi, ich weiß nicht, wie viele Jahre es her ist, dass du mich mit der Liebe für diesen Duft angesteckt hast. Danke! Ich möchte keinen einzigen Diorellatag missen.
27 Antworten
7.5
Flakon
5
Sillage
7.5
Haltbarkeit
8
Duft
Turandot

834 Rezensionen
Turandot
Turandot
Top Rezension 27  
Diorella hat ein neues Kleid bekommen
Es gab einmal eine völlig andere Dior-Welt als die heutige. Dazu gehörten Miss Dior, Diorama, Dior Dior, Diorling, Dioressence und eben Diorella. Alles Düfte, die mit den heutigen Dufttrends wenig bis gar nichts zu tun haben, bzw. hatten. Übrig geblieben sind - zumindest bei uns im Geschäft - Miss Dior und Diorella. Bis vor kurzem war es verschwunden und nun ist es im neuen Flakon wieder da. Etwas abgemildert, wie ich finde, aber immerhin, es hat überlebt und ich bin gespannt, ob Dioressence auch wieder auftaucht, denn auch diesen Duft haben wir bis vor kurzem noch geführt.

Antoine hat den Duft sehr gut beschrieben. Diorella ist auch ein Parfum, das erst erobert werden möchte. Es gibt sich erst mal etwas abweisend und auf Papier ist es gelinde gesagt herb-seifig. Doch auf der Haut entsteht ein ganz besonderes Bouquet. Seine Blütennoten bleiben zurückhaltend kühl. Das Grün, von dem Antoine berichtet, empfinde ich als lindgrün. Mit der Zeit entwickelt sich ein feiner Chypre-Akkord, der im Gegensatz zu manchen seiner Artgenossen auch fein und edel bleibt. Nichts wird dunkel oder muffig-moosig.
Auch die fein-würzige Basis bleibt bis zum Schluss hell und die Haltbarkeit ist bei mir sehr gut.

Es ist schön, dass es Diorella geschafft hat. Und wenn ich mir die Verwenderinnen ansehe, die den Duft kaufen, so scheint er in Osteuropa noch mehr geschätzt zu werden, als bei uns.
6 Antworten
10
Flakon
7.5
Sillage
7.5
Haltbarkeit
9
Duft
Michelangela

85 Rezensionen
Michelangela
Michelangela
Top Rezension 31  
Die Wahrheit über Aschenputtel
Im Königreich Dior lebte das schöne Aschenputtel, genannt „Cinderella“.
Sie war ein armes geplagtes Mädchen, das von Stiefmutter und Stiefschwestern gepeinigt und ausgebeutet wurde.
Der Butler des Hauses Mr Edmond und seine liebenswerte Frau Roudnitska, hatten Mitleid mit der Kleinen und beschlossen, ihr zu helfen. Eine glückliche Fügung sollte sie bald aus dieser Misere befreien, denn König Dior gab einen Ball, zu dem alle heiratsfähigen Maiden eingeladen waren, damit der Prinz, der als ziemlich „sauvage“ (wild) bekannt war, sich eine Braut unter ihnen suchen möge.
Cinderella sollte unbedingt am Ball teilnehmen und das Herz des Prinzen erobern.
Aber bis es dazu kommen konnte, bedurfte es erst einmal ein paar grundliegender Veränderungen, denn so schmutzig und zerlumpt, wie Cinderella war, konnte sie sich keinesfalls zu Hofe blicken lassen. Außerdem fehlte es ihr auch an feinen Umgangsformen und Etikette.
Edmond bereitete Cinderella ein heißes Bad mit feinen Kräutern und Bergamotte und Roudnitska salbte sie dann mit einem feinen Öl aus Früchten.
Da Cinderellas Kleid ja bekanntlich von den Schwestern zerrissen wurde und das Butler Ehepaar leider nicht über edle Roben verfügte, webten sie ihr schnell ein Kleid von frischen Blumen aus dem Garten. So anmutig und so schön, wie keine Robe des besten Schneiders hätte sein können. Als Schmuck trug sie eine Kette aus Jasminblüten.
Wundervoll sah Cinderella aus und sie duftete wahrhaft majestätisch, wie es nur einer Prinzessin gebührte.
Zu guter Letzt erlernte sie von Edmond noch ein paar Hofregeln und Manieren, übte mit Roudnitska den geschmeidigen Gang auf dem Eichenmoos und tanzte schon nach kurzer Zeit einen klassischen Vetiver.
Pünktlich zu Beginn des Balls ritt die schöne Cinderella auf dem Moschusochsen zum Schloss, wo sie sich durch den Keller zum Ballsaal schlich.
Alle Herrschaften von Rang und Adel waren vertreten, Schönheiten aus aller Herren Länder scharten sich um den attraktiven und heiratswilligen Prinzen. Doch als Cinderella den Saal betrat, wurde es still und alle schauten nur noch auf sie. Mit ihrer Schönheit und dem bezaubernden Duft, der sie umgab, hatte sie alle in ihren Bann gezogen, auch den Prinzen. Er nahm ihre zarte Hand und durchtanzte mit ihr die Nacht….
Schon bald wurde im ganzen Königreich das große Ereignis, die Hochzeit der beiden, gefeiert. Aus Cinderella wurde Diorella und sie lebten glücklich zusammen.
Ihre Tochter, die inzwischen schon erwachsen ist, heißt übrigens auch Diorella. Sie hat die Schönheit ihrer Mutter (die ich leider nie kennenlernte) geerbt, soll aber wesentlich zierlicher sein. Tja, dem Charme der Mama kommt sie wohl nicht nach ..... und trotzdem finde ich sie einfach bezaubernd!
~
Fazit:
Über diesen wundervollen Duft wurde schon so viel geschrieben, dass ich mir einfach mal ein wenig künstlerische Freiheit erlaubt hab und ein kleines Märchen zum Besten gebe.
Ich muss allerdings zugeben, dass ich im Besitz der neuen Version des Duftes bin und die "alte" nicht kenne! Die neue Version ist dennoch absolut nach meinem Geschmack; zeitgemäß mit diesem Touch unnachahmlicher Klassik die wir in den alten Diors wiederfinden.
Ich würde diesen Duft als jahreszeitlichen Allrounder einstufen und im Grunde kann er auch zu jeder Gelegenheit getragen werde. Das Alter der Trägerin von Diorella liegt wohl eher bei Ü30.
Der würzig zitrische Auftakt erinnert mich ein wenig an Orangenschalen auf dem Ofen, nicht mehr ganz frisch und trotzdem erquickend. Die Blütenpracht im Herzen behält sich immer eine leicht bittere Beinote, die diesen Duft zwar sehr feminin aber auch ernst und erwachsen wirken läßt.
Die Basis ist ein Traum, geschmeidig, edel und samtig dunkelgrün.
~
Soll ich nun traurig sein, weil ich das Original, die Mutter der jungen Diorella, nicht mehr kennenlernen durfte? Nein! Denn es ermüdet mich nur, immer wieder Vergangenem nachzutrauern und so freue ich mich einfach darüber, dass ihre Nachfolgerin wundervoll an mir duftet!

Nachtrag: Eine besonders liebe Parfumo hat es mir nun ermöglicht, dass Diorella (die Mama) zu mir zieht! Welch eine Freude, ich werde berichten!
16 Antworten
7.5
Haltbarkeit
6
Duft
Profumo

284 Rezensionen
Profumo
Profumo
Top Rezension 27  
Nur noch ein Torso
Gefragt nach dem persönlichen Favoriten unter seinen Werken, soll Edmond Roudnitska stets Diorella genannt haben – ein Duft, der auch von vielen anderen als sein bester angesehen wird, als die gültigste und überzeugendste Manifestation seiner Könnerschaft.
Bis vor kurzem war diese weit verbreitete Einschätzung leicht nachprüfbar, da das Werk, aller Reformulierungs-Wellen zum Trotz, einigermaßen intakt geblieben war.
Die jüngste Welle hat es leider nicht unbeschadet überstanden, oder anders gesagt: es hat schweren Schaden genommen. Was uns heute als Diorella verkauft wird ist allenfalls ein Torso des alten, und wenn man beide miteinander vergleicht, stellt man fest: ein jämmerlicher Torso.

Ein bisschen ist es so, als habe man die Replik eines berühmten Ölgemäldes in Aquarell ausgeführt – keine satten Farben mehr, keine Opulenz. Stattdessen fahle Blässe und Transparenz. Nicht, dass das neue Diorella kein guter Duft wäre – er ist gut, fein, delikat, auch langanhaltend. Aber er ist nicht Diorella. Bestenfalls: Diorella-chen.

War diese Diät nötig?

Diorella war doch ohnehin nie sehr beleibt: ein eher schlankes, grünes Chypre, mit frisch-würzigen Eau Sauvage-Anklängen in den Kopfnoten (Basilikum) und einer fein austarierten, nicht übermäßig harzig-bitteren Chypre-Basis, die Roudnitskas zwanzig Jahre früher entstandenes Eau Fraiche zitierte, mit einer leichten Vetiver-Note aber einen eigenen Charakter gewann. Dazwischen ein wunderbarer Dreiklang von Jasmin (samt indolischer Facette), Melone und herber Pfirsichschale (ein Wink in Richtung Roudnitskas Femme de Rochas, und natürlich: Mitsouko).

Edmond Roudnitska war ein Meister des Zitats und schuf ein wahres Beziehungsgeflecht zwischen seinen Werken. So finden sich in Diorella Anteile der schon genannten Düfte: ‚Eau Fraiche’, ‚Eau Sauvage’ und ‚Femme’. All diese Anteile nahm er erneut noch einmal auf um ‚Le Parfum de Therèse’ zu komponieren, und sogar in seinem letzten Werk, ‚Ocean Rain’ für Mario Valentino sollen sie, einmal mehr, als Variation zur Geltung gekommen sein (ich habe ihn bis heute nicht testen können, leider!)

Man denke aber nicht, Diorella sei ein Patchwork-Duft: Diorella ist eine eigenständige Persönlichkeit, mit einem allerdings bekannten familiären Hintergrund, deren berühmtestes Mitglied sicherlich Eau Sauvage sein dürfte.
Häufig wird ja die Existenz von Diorella damit begründet, dass nach dem gewaltigen Erfolg den Eau Sauvage nicht zuletzt auch bei den Frauen hatte, großes Interesse daran bestand, diesen ein eigenes Eau Sauvage zu kreieren, sozusagen ein Eau Sauvage pour Femme, oder eben: Diorella. Auch Luca Turin nennt es ‚ein perfektioniertes Eau Sauvage’, und allgemein wird beschrieben, wie der Cologne-Charakter von Eau Sauvage zugunsten einer vollgültigen Parfum-Struktur verdichtet wurde. Diorella also nicht nur ein Eau Sauvage pour Femme, sondern obendrein gleichermaßen dessen EdT- oder meinetwegen EdP-Variante.

Ich teile diese Einschätzung nicht ganz.

Natürlich sind die Bezüge nicht zu leugnen und die verwandtschaftlichen Beziehungen unverkennbar – dennoch sind beide komplett verschiedene Persönlichkeiten, und Diorella mitnichten ein perfektioniertes Eau Sauvage, zumindest nicht für mich.
Diorella zeichnet sich vor allem (und im Gegensatz zu Eau Sauvage) durch ein fruchtiges Herz aus. Keine süße Fruchtigkeit allerdings, eher eine herbe, fast bittere, so als bestünde sie nur aus Schalen – Melonenschalen und ledrige Pfirsichhaut. Kombiniert mit dem betörenden, wie zersetzendem Geruch des Jasmins und einer frischen, grünen Vetivernote, gewinnt dieses fruchtige Herz nicht nur Leichtigkeit, sondern auch eine betont feminine Frivolität. Einer Frau mit unerschütterlich guter Laune und strahlendem Lachen gleich, die nicht müde wird die schönen Seiten des Lebens, und deren sinnliche Reize zu genießen.

Ja, Diorella ist für mich ein durch und durch femininer Duft, auch wenn andere immer wieder darauf hinweisen, wie maskulin er doch sei und wie einfach für einen Mann zu tragen. Luca Turin behauptet sogar Diorella sei: ‚... one of the best masculines money can buy.’
Das mag für das neue Diorella vielleicht angehen – dem Aquarell-Bildnis ist tatsächlich ein leichtes Schnurrbärtchen gewachsen. Aber auf das alte trifft es, meiner Ansicht nach, wirklich nicht zu.
Vielmehr verkörpert (das originale) Diorella für mich die Quintessenz eines femininen Duftes, so wie das wenige Jahre später entstanden Azzaro pour Homme für mich die Quintessenz des maskulinen Duftes darstellt.

Bitte, Herr Demachy: setzen Sie sich doch noch einmal hin und versuchen Sie Diorella erneut zu rekonstruieren. Es muss doch zu retten sein! Guerlain hat Mitsouko doch auch retten können – mit Blessuren zwar, aber immerhin.
Noch einen Versuch, bitte – es kann nur besser werden!!
6 Antworten
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JonasP1JonasP1 vor 3 Jahren
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Auf krautig-grüne Felder
Nippt genüsslich
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PinseltownPinseltown vor 2 Monaten
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MonsieurTestMonsieurTest vor 3 Jahren
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Duft
Eau Suave
Unisex-Chypre von Roudnitzka!
Demachy restaurierte gut:

Zartbitterzitrik umhüllt
Bravblumenbukett
Auf Patchvetiver-GrandiosMOOS .
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SalvaSalva vor 2 Jahren
9
Flakon
7
Sillage
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Haltbarkeit
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Duft
O-Ton Galeria-Dame:
"Feiner Herr, Ihnen steht Eau Sauvage , bitte sehr."
- "Den hab ich schon, merci. Diorella is aber zauberhaft."
Ende.
24 Antworten
YataganYatagan vor 4 Jahren
7
Flakon
6
Sillage
7
Haltbarkeit
9
Duft
Nahezu perfekter Chypre, unisex, mit einer Abfolge von grünen Noten von hell zu dunkel (Eichenmoos) und floralem Herzen.
19 Antworten
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