Fahrenheit

Fahrenheit Parfum 2014

Fahrenheit Parfum von Dior
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8.0 / 10 671 Bewertungen
Ein beliebtes Parfum von Dior für Herren, erschienen im Jahr 2014. Der Duft ist würzig-süß. Die Haltbarkeit ist überdurchschnittlich. Es wird von LVMH vermarktet.
Aussprache
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Duftrichtung

Würzig
Süß
Ledrig
Holzig
Orientalisch

Duftpyramide

Kopfnote Kopfnote
LavendelLavendel rosa Pfefferrosa Pfeffer sizilianische Mandarinesizilianische Mandarine ZitroneZitrone
Herznote Herznote
LederLeder VeilchenblattVeilchenblatt
Basisnote Basisnote
Bourbon-Vanille AbsolueBourbon-Vanille Absolue AmberAmber BenzoeBenzoe BirkeBirke GuajakholzGuajakholz PatchouliPatchouli VetiverVetiver ZedernholzZedernholz

Parfümeur

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Bewertungen
Duft
8.0671 Bewertungen
Haltbarkeit
8.5581 Bewertungen
Sillage
8.0586 Bewertungen
Flakon
8.0614 Bewertungen
Preis-Leistungs-Verhältnis
7.6360 Bewertungen
Eingetragen von FRobXL, letzte Aktualisierung am 16.06.2024.
Wissenswertes
Das Parfum ist Teil der Kollektion „Fahrenheit”.

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Rezensionen

39 ausführliche Duftbeschreibungen
8
Flakon
9
Sillage
8
Haltbarkeit
8
Duft
DaveGahan101

535 Rezensionen
DaveGahan101
DaveGahan101
Top Rezension 25  
Der einzige Fehler ist sein Name!
Ja klar wäre mir eine stärkere Version vom Fahrenheit EDT(aktuelle Version) auch lieber gewesen, aber das wird wohl ein unerfüllter Traum bleiben. Oder wenigstens eine „vollmundigere“ oder „rundere“ Ausgabe vom EDT, wäre sicherlich auch ein Dauerbrenner geworden.
Ich gebs zu, ich wusste schon im Vorfeld, dass er mit dem ursprünglichen Duft nix mehr am Hut hat, daher war ich natürlich nicht negativ überrascht.
Denn wenn man mal den Namen ausblendet, bekommt man einen wunderbaren Herbst- und Winterduft.
Ja klar kann man die „berühmten“ Veilchen riechen, alleine schon weil ich Veilchen immer mit Fahrenheit verbinde. Ging mir bei Venice pour Homme auch so, bei Steampunk ist mir das nicht gelungen. Das was das typische Fahrenheit ausmachte, ist hier deutlich verwässert worden, quasi die Aqua-Version mit Fahrenheit32 vermischt. Auch ne gute Portion Absolute spielt hier mit. Aber das Herz des Duftes ist eindeutig Myrre, die hier grün-würzig, minimal rauchig und leicht vanillig angehaucht eingesetzt wurde. Ähnlich schön in Szene gesetzt wie bei Armani‘s Myrrhe Imperiale, die sich in Punkto Qualität nicht viel schenken.
Das ergibt einen wunderbar warmen und einhüllenden Duft, der zwar nix für Kelly Familiy-Fans ist, aber ein sinnliches und behagliches Gefühl auslöst.
Kein ultrasüßer Gourmand, nicht klebrig-süß, aber die Tankstelle hat inzwischen auch schließen müssen.
Über dem schwebt noch leicht der Geist, die Seele vom Ur-Fahrenheit, man muss aber schon genau hinriechen. Wem das zu wenig ist(verständlich), der kann ja vom EDT noch 1-2 Sprüher nehmen, dann kippt das Ganze ins Maskulinere. Aber selbst ohne EDT-Nachhilfe, ist das kein Blubberlutsch-Duft, denn die Vanille kommt bei mir nicht so stark wie befürchtet zum Vorschein, dominiert den Duft zu keiner Zeit und zeigt noch genug maskuline Kante.
Okay, ich gebs zu, neben dem Ur-Fahrenheit wirken viele Düfte etwas rosa...
Für mich ist er noch Kerl genug, fühle mich pudelwohl damit, manchmal darfs auch etwas weicher sein, wenn nicht, dass hilft das EDT ein wenig.
Fazit: Toller, eigenständiger Duft mit sehr schönen Myrre-Akzenten, einem Hauch Leder mit einem Hauch frischer Würzigkeit oben drüber!
Die Haltbarkeit und Sillage sind überdurchschnittlich gut, erschlagen wird aber keiner!
Alltagstauglichkeit: 8/10
Wohlfühlfaktor: 9/10 (Herbst/Winter)
Wow-Effekt: 6/10
Preis/Leistung: 7/10
Packaging/Bottling: 8/10
Idee+Umsetzung: 1/10
6 Antworten
6
Duft
Naaase

109 Rezensionen
Naaase
Naaase
Top Rezension 23  
Gib Gummi, Mann !
Gib Gummi, Mann !

"Mein Maserati fährt 210
schwupp
die Polizei hat's nicht geseh'n
das macht Spaß!
Ich geb' Gas
ich geb' Gas!
Will nicht spar'n
will nicht vernünftig sein (...)"

... sang einst Marcus 1982 für uns und nicht zuletzt für die "Neue Deutsche Welle". Nun befindet sich in meiner (aus einem einzigen PKW bestehenden) "Auto-Sammlung" kein "Maserati". Und -so muss ich gestehen- enthält auch meine -im Vergleich zu meiner "Auto-Sammlung schon aus finanziellen Gründen etwas umfangreichere- Parfüm-Sammlung nicht das sechs Jahre später erschienene "Fahrenheit", das Maurice Roger und Jean-Louis Sieuzac für das Haus "Christian Dior" kreierten. Dennoch rieche ich diesen Duft oft. Denn bei meinen häufigen Streifzügen durch Parfümerien bleibe ich fast jedes Mal vor diesem Aufsehen erregenden Flakon stehen, um mir den darin befindlichen Duft auf eines meiner beiden Handgelenke zu sprühen. Doch das hat nichts mit dem am 24. Mai 1686 in Danzig geborenen und am 16. September 1736 in Den Haag verstorbenen deutschen Physiker und Erfinder von Messinstrumenten Daniel Gabriel Fahrenheit zu tun. Oder doch ? Immerhin wurde nach jenem die Temperatureinheit „Grad Fahrenheit“ °F benannt. Daniel Gabriel Fahrenheit wählte nämlich als Nullpunkt seiner Temperaturskala die tiefste Temperatur des strengen Winters 1708/1709 in seiner Heimatstadt Danzig. Mit einer Mischung aus „Eis, Wasser und Salmiak oder Seesalz“ (Kältemischung) konnte er danach den Nullpunkt bzw. ersten Fixpunkt wieder herstellen (?17,8 °C). Er wollte dadurch "Minus-Temperaturen" vermeiden. Welch' rühmliches Unterfangen ! Leider hat selbst der zurückliegende milde Winter gezeigt, dass sich diese in unseren Breitengraden nie ganz vermeiden lassen. Doch Fahrenheit ging noch weiter: Als zweiten und dritten Fixpunkt legte er 1714 den Gefrierpunkt des reinen Wassers (Eispunkt) bei 32 °F und die Körpertemperatur eines gesunden Menschen bei 96 °F fest. Der Nachteil dieser Skala bestand darin, dass insbesondere der untere und der obere Fixpunkt nach heutigen Maßstäben nicht hinreichend genau reproduzierbar sind. Es wurde daher eine neue Definition notwendig. Die "Fahrenheit-Skala" war lange Zeit in Europa in Gebrauch, bis sie durch die "Celsius-Skala" abgelöst wurde. Heutzutage wird sie nur noch in den USA und in wenigen anderen englischsprachigen Ländern verwendet.

Hiernach genügt schon ein oberflächlicher Blick auf diesen in verschiedenen Rot-Tönen gehaltenen Flakon, um zu erahnen, dass unser lieber Herr Fahrenheit uns zwar nicht diesen Duft schenkte, jedoch als Namensgeber für diesen Duft - und letztlich auch für den 1953 erschienenen dystopischen Roman "Fahrenheit 451" (die Selbstentzündungs-Temperatur von Papier) von Ray Bradbury (nach einer Kurzgeschichte von dem selben Autor)- Pate stand.

Im Hause Dior entstanden seit dem Duft "Fahrenheit" (nachfolgend: Fahrenheit EdT) aus dem Jahre 1988 mehrere Variationen dieses Themas: Im Jahre 2002 erschien "Fahrenheit 0 Degré" (Bertrand Douchaufour). Es folgten "Fahrenheit Summer 2006", "Fahrenheit Summer 2007" (jeweils mit unbedeutender Resonanz) und noch im selben Jahr -als olfaktorische Hommage an den Gefrierpunkt von Wasser- "Fahrenheit 32"(François Demachy und Louise Turner). Im Jahre 2009 wurden wir mit dem zwischenzeitlich eingestellten "Fahrenheit Absolute" -von Christian Dior und nicht zuletzt von François Demachy- beschenkt. Es folgten weitere "Demachy-Variationen" dieses Themas: 2011 ein "Aqua Fahrenheit" und letztlich in diesem Jahr das "Fahrenheit Parfum" (nachfolgend: Fahrenheit EdP).

Was ist es also, was den Reiz dieses Duftes ausmacht ? Einer Kreation, die seit 26 Jahren in den vordersten Regalen der allseits bekannten "Parfum-Tempel" zu finden ist. Die zwar kontrovers diskutiert wird, aber auch in der heutigen Zeit noch eine große treue Anhängerschaft besitzt.

Das Fahrenheit EdT beginnt zitrisch...
Nein, das tut es nicht ! Denn: Wir befinden uns sogleich in einer Tankstelle; natürlich einer solchen mit angeschlossener Werkstatt. Und wenn da überhaupt zitrische Noten auszumachen sind, dann können diese höchstens von einem an der Kasse zufällig heruntergefallenen "Nimm 2"-Bonbon herrühren. Aber nun zurück zu unserer Tankstelle: Es riecht nach Petrol und nach Gummi. In aller Bescheidenheit kann ich berichten, dass mein hoch entwickeltes Näschen feststellen konnte, dass der Petrol-Geruch von einem "Normal-Benzin" herrührt, das am 17.02.1988 an einer Esso-Tankstelle im hessischen Heppenheim um 12.34 Uhr zum Preis von 1,14 DM gezapft wurde. Waren das noch Zeiten: Diese Benzinpreise; auch musste man sich über die Kompatibilität des eigenen Pkw's mit dem Kraftstoff "Super E10" noch keine Gedanken machen. Zu diesem Petrol-Duft gesellt sich ein prominenter Gummi-Aspekt. Mir kommt kaum etwas Vergleichbares an der "Duft-Front" in den Sinn. Höchstens noch Annick Ménardo's "Bulgari Black", das zehn Jahre nach unserem Kandidaten kreiert wurde. Nur: Ménardo arbeitet mit einer "Gummi-Schwarztee-Kombi", während unser Freund hier durch das Petrol noch mehr in Richtung Tankstelle geht. Ich frage mich, wodurch dieser Effekt hier erzielt wurde. Ein kurzer Blick in die Duftpyramide schafft Klarheit: Wir finden hier Kamille, die im Zusammenspiel mit ein paar Früchtchen (Mandarine, Bergamotte und Zitrone), würzigem Lavendel und dezentem Zedernholz wohl für diesen Effekt verantwortlich zeichnet.
Doch, was passiert da plötzlich ? Jetzt wird's nämlich richtig blumig. Wir haben also mit unserem Auto das Werkstatt-Tor aus Unachtsamkeit verfehlt und sind auf der benachbarten grünen Sommerwiese gelandet: Ich vernehme Jasmin, Veilchen und Maiglöckchen. Alles Komponenten, die man eher Düften für das schöne Geschlecht zuordnen würde. Und das alles in einem coolen Männerduft ? Kann das gutgehen ? Ja, meine Freunde, es kann: Denn die Tankstelle von soeben ist noch in "Riechweite" geblieben. Soll heißen: Das Unmögliche wird möglich gemacht; die "ultra-femininen" Blümchen schaffen mit dem Reifen-Benzin-Gemisch von vorhin ein richtig tolles Spannungsverhältnis: Sozusagen ein ölverschmierter Tankwart mit einem bunten Blumenstrauß in der Hand. Doch unser Tankwart bleibt cool: Moschus und Leder gesellen sich in der Basis dazu. Es ist kein weiches Wildleder eines (sandfarbenen) Herrenblousons. Nein, unser Tankwart trägt nunmehr seine coole abgewetzte (schwarze) Motorradjacke, die vom letzten -Gott sei Dank folgenlosen- Sturz noch ein paar Erdantragungen (Patchouli) aufweist. Das ganze klingt dann leicht vanillig (Tonkabohne) aus.

Von diesem EdT kam im Jahre 2011 dann noch ein "Light-Ableger", nämlich das "Aqua Fahrenheit". Dort wollte man offensichtlich -auf der Grundlage der erfolgreichen "Fahrenheit-DNA" einen Duft für diejenigen schaffen, denen dieser "Tankstellen-Blümchen-Kontrast" zu heftig war. Zudem wurde noch etwas modernisiert. Wie ich finde: Wenig gelungen.

Sein Bruder, Fahrenheit 32, startet hingegen ganz anders: Da ist keine Takstelle weit und breit in Sicht. Diese hat offensichtlich geschlossen und unser Tankwart befindet sich in seinem (wohlverdienten) Jahresurlaub. Und wo ? Irgendwo am Mittelmeer. Denn: Die Orangenbäume blühen (Neroli). Ein sanfter Windhauch trägt diesen luftig-betörenden Duft zu uns herüber. Es ist ein angenehm warmer Sommertag und unser Tankwart genießt neben einer Orangenplantage ein paar ruhige Stunden. In der Herznote wird es dann blumig: Aber nicht so aufreizend-kitschig wie noch bei seinem großen Bruder. Nein, ein zarter Hauch von Iris und Rose umschmeichelt unsere Nase. Alles ganz zart und sanft. Und auch das Veilchen von vorhin ist behutsam mit einer Vanilleschote unterlegt. Und so genießt der Tankwart seinen Urlaub auf einer angenehm sanften Blumenwiese neben der schon mehrfach erwähnten Orangenplantage. Abends erfrischt ihn dann noch ein leicht zitrisch-erdiger Vetiver bevor er sich zur Ruhe begibt.

Doch irgendwann findet jeder Urlaub mal sein Ende. Tankwart hat seine Koffer gepackt und muss jetzt wieder zu seiner Tankstelle zurück. Ja, ja ! Es muss sein. Und es wartet auch viel Arbeit auf ihn. Einiges ist liegen geblieben. Und da denkt sich unser Tankwart:"Jetzt schalt auch ich mal den Turbo ein !" Und wie könnte das besser gehen, als durch eine Konzentration seiner Kräfte. Und flugs wurde aus dem Fahrenheit EdT aus dem Jahre 1988 im Jahre 2014 ein Parfum (EdP) gemacht.
Gesagt, getan: Unser Tankwart kehrt also an seine Tankstelle zurück. Nur, da riecht es plötzlich ganz anders: Da erschnuppert man plötzlich leicht würzige Zitronen und mediterranen Lavendel. "Das kann doch wohl nicht sein !" ruft unser Tankwart, als er sich seine Lederjacke anzieht. "Wenigstens die ist noch da !" schießt es ihm durch den Kopf. Doch in dieser scheint er offensichtlich einen süßen Vanille-Riegel vergessen zu haben. Das einst so sau-coole abgefuckte Motorrad-Leder riecht plötzlich weich und süß. Wie sein (sandfarbenes) Lederblouson, das er im Urlaub mit hatte. "Und mein kitschiger Blumenstrauß ?" fragt er sich. Auch der ist verschwunden. Nur noch ein einziges verlassenes Veilchenblatt krümelt sich einsam in seiner Jackentasche. Da nimmt er einen erdig-würzigen Geruch war: Eine süßlich-nasse Erde (Patchouli und Vetiver) ist das. Mit ein paar Hölzchen (Zeder) drauf. Alles auch etwas rauchig (Benzoe) unterlegt. Aber seine "Blümchen-Tankstelle" von früher ist nicht mehr da.

Mein Fazit:
Das Fahrenheit (EdT) aus dem Jahre 1988 ist ein Meisterwerk: Nach meinem Kenntnisstand schafft kein anderer Duft den schier unmöglich erscheinenden Spagat zwischen coolem Leder-Tankwart und kitschigen Blümchen. Ich kann aber auch diejenigen sehr gut verstehen, denen dies zu heftig ist. Vielleicht finden diese in "Aqua Fahrenheit" ihre Heimat. Ich selbst rieche diesen Duft ab und an sehr sehr gerne. Tragen würde ich ihn -just aus diesem Grund- jedoch nicht.
Sein kleiner Bruder "Fahrenheit 32" will eigentlich gar nicht so gerne sein Bruder sein. Er ist ein fein gemachter Alltagsbegleiter; mehr für die sommerlichen Monate gedacht. Einfach, erfrischend, gut.
Doch was ist im Jahre des Herrn 2014 passiert ? Das Parfum sollte doch nach der Einstellung des "Fahrenheit Absolute" die Spitze der Produktpalette, sozusagen (um im Bild zu bleiben), die "Höchst-Temperatur" darstellen ! Und was ist geschehen ? Ein nicht schlecht gemachter Duft. Aber: Die "Fahrenheit-Grund-DNA", das, was stets bedingungslose Liebe und abgrundtiefe Abneigung gegenüber dieser Kreation ausgemacht hat, das alles ist verschwunden. Nur noch leichte -romantisch in das Jahr 1988 zurückblickende Anklänge- sind zu verspüren.

Unser Tankwart ist ratlos ...
1 Antwort
7.5
Flakon
5
Sillage
10
Haltbarkeit
4
Duft
Profumo

284 Rezensionen
Profumo
Profumo
Top Rezension 23  
Stylish, leider.
„Fahrenheit“ gehört zu jenen Düften, die durch die Reformulierungswellen der letzten Jahre besonderen Schaden genommen haben. Auch die neueste Fassung des ursprünglichen Duftes ist noch immer weit von seinem Originalzustand entfernt und so wundert es nicht, dass mit jeder Neueinführung eines Flankers vielfach die Hoffnung verknüpft wird, dieser möge doch endlich ein bisschen mehr dem guten, alten „Fahrenheit“ gleichen.

Nun also „Fahrenheit Parfum“.

Vorweg: dieser Duft ist nicht wirklich ein ‚Parfum’. Angesiedelt im oberen Eau-de-Parfum-Bereich, den Duftölanteil betreffend, mag die Auslassung des ‚Eau-de’ vielleicht gerade noch angehen, aber im Grunde ist es Augenwischerei. Dieser Duft ist schlichtweg ein Eau-de-Parfum und nichts weiter. ‚Parfum’ alleine klingt halt besser, edler und exklusiver, und warum sollten nicht auch die Herren der Schöpfung ein vermeintlich veritables ‚Parfum’ benutzen – ‚Gender-Mainstreaming’ auch hier, bzw. pure, will sagen durchschaubare Marketing-Strategie.

Doch zum Duft: wer auch mit dieser neuesten Version des Jean-Louis Sieuzac Klassikers die Hoffnung verband, das alte „Fahrenheit“ könne wieder auferstanden sein, der dürfte eine bittere Enttäuschung erleben. Dieser Duft ist meilenweit vom Original, ja sogar von dessen reformulierter Fassung entfernt. Freilich, als Geist schwebt „Fahrenheit“ noch durch all die fruchtigen und vanilligen Wogen, doch eben nur als Geist: ein entferntes grünen Veilchenblatt hier, der berühmte petrolige Sound dort – alles nur Hintergrundrauschen, bzw. so etwas wie die Grundierung für ein völlig neues Duft-Gemälde.

Und gefällt mir dieses neue Duft-Gemälde?
Definitiv: Nein.

Was seltsamerweise (und gänzlich unerwartet!) bei einem ganz anderer Dior-Klassiker - es war „Eau Sauvage“ - geklappt hat, nämlich einem einigermaßen intakten Originalduft ein neuentwickeltes, das Konzept des Originals interpretierendes „Eau-de-Parfum“ (auch hier nur schlicht „Parfum“ genannt) zur Seite zu stellen, funktioniert im Falle von Fahrenheit nach meinem Empfinden überhaupt nicht. Überaus süße und fruchtige Akzente, allen voran eine Überdosierung Cashmeran, verkleistern den einstmals grün-strohig-holzig-petroligen Charakter in einer Weise, dass man ob solcher Ignoranz nur den Kopf schütteln kann.
Was soll das? Und wen soll dieser Duft ansprechen?
Sicher nicht jene, die jahrelang das Original getragen haben und vermutlich auch nicht jene, die es schon immer gehasst haben. Aber vielleicht die, die es nie – neudeutsch gesagt – auf dem Schirm gehabt haben (der Duft hat ja immerhin auch schon 26 Jahre auf dem Buckel, der gerät schon mal aus dem Fokus!) und die nun sehen: hoppla, da gibt´s ja was Neues bei Dior, ein Parfum sogar - und der Flakon ist richtig stylish!

Überhaupt ‚stylisch’ – vielleicht ist dies der passende Begriff für dieses neue Dior-Werk: vanilleartige Noten und helle holzartige Nuancen – Cashmeran lässt grüßen (und mich gruseln) –, gepaart mit mandarinenartiger Fruchtigkeit und lederartiger Ledrigkeit, nebst einer „Fahrenheit“-artigen Durchhauchung... Soviel ‚-artigkeit’, will sagen: soviel Synthetik in einem Duft war selten.
Und genau so empfinde ich „Fahrenheit Parfum“: als durch und durch synthetisch.
Hier duftet nichts echt, gar nichts. Alles riecht wie eine billige Kopie einer eventuell gut gemeinten Idee.
Aber im Grunde zweifle ich auch an der Idee: „Fahrenheit“ mit Vanille, Cashmeran und Fruchtakzenten zum „Parfum“ aufpumpen zu wollen, scheint mir schon als Konzept abwegig. Denn der Original-Duft als solches geht ja in eine völlig andere Richtung, mehr ins Herbe, Trockene, Grüne und Ledrige. Diese Tendenzen hätte man verstärken, sie im Volumen steigern können – meinetwegen mit dunkler, harziger Süße unterlegt. Dann wäre vielleicht ein „Fahrenheit“ in höherer Potenz entstanden (ähnlich dem „L’Impact de Pour un Homme de Caron“). So aber entströmt diesem dickbauchigen Flakon ein Abglanz des Originals, gewandet in billigem Stylish-Fummel à la ‚Primark’.

Dennoch, der Duft ist zweifelsohne gut gemacht und die Haltbarkeit enorm. Nur die Sillage ist seltsam zurückhaltend (ganz im Gegensatz zu „Eau Sauvage Parfum“), sodass man den Verdacht hegen könnte, als sei Herr Demachy sich seiner Sache gar so gewiss nicht gewesen.
Irgendwie erinnert er mich auch ständig an Tom Fords „Noir“. Ein Duft, der ähnlich üppig mit modischen Vanillenoten aufgeladen ist und zugleich Heroen der Vergangenheit zitiert. Und ein Duft der ähnlich auf dicke Hose macht und trotzdem ist nichts dahinter (außer billiger Synthetik...).

Nein, andere mögen diesen Duft tragen.
Ich passe.
10 Antworten
9
Flakon
8
Sillage
9
Haltbarkeit
10
Duft
TomDuft

15 Rezensionen
TomDuft
TomDuft
Top Rezension 19  
Eine Empfindung/Keine Duftbeschreibung möglich
Fahrenheit Parfum. Kein Kommentar, welchen den Duft genau beschreibt. Mehr so eine Empfindung.

Vor kurzem habe ich einen Kommentar zu Fahrenheit geschrieben. Genau wie bei Fahrenheit bin ich bei diesem Duft lange unentschlossen geblieben. Bei jedem Besuch in der Drogerie habe ich den Duft aufgesprüht und war ich jedesmal fast sicher diesen Duft haben zu wollen. Fast. Erworben wurde der Duft aber bisher nicht. Die Entscheidung für einen Kauf habe ich aber jetzt im Frühjahr getroffen, obwohl ich noch ein wenig warten wollte, weil es eigentlich ein Winterduft ist. Ich habe es nicht geschafft. Es gab in unserer Drogerie ein Angebot. Die Verkäuferinnen dort sind auch so freundlich.

Eingentlich wollte ich mich vermehrt bei den Nischendüften umsehen. Fahrenheit Parfum ist für mich ein Nischenduft. Er steht zwar in der Drogerie, aber ich habe noch nie gesehen, dass sich danach ein Parfumliebhaber gebückt hat, ausser meine Wenigkeit.

Unglaublich stark und präsent. Fahrenheit Parfum ist männlich und ich weiß eigentlich gar nicht, wann ich diesen Duft tragen soll. Diese Stärke, diese extrem männliche Ausstrahlung lässt mich allerdings nicht zweifeln. Ich werde diesen Duft jetzt im Frühjahr tragen und Fahrenheit Parfum im Sommer eine Pause geben (noch nicht sicher) um im Herbst wieder loszulegen.

Der Duft ist nicht sehr gut bewertet von der Parfumo Community. Eine Abfüllung von Fahrenheit Absolute konnte ich hier im Souk erstehen, Fahrenheit habe ich, Fahrenheit 32 kenne ich nicht, Fahrenheit Aqcua ist schwer erhältlich, kenne ich daher auch nicht. Das Cologne ist erhältlich. Möchte zum Cologne nicht viel schreiben, wird einziehen, mit taugt alles von Fahrenheit. Fan? Vielleicht, hmmm lecker. Absolute ist halt unglaublich, vielleicht der beste von Fahrenheit. Absolute habe ich übersehen, als es den Duft noch zu kaufen gab.

Wie schon beim Fahrenheit kann ich die Inhaltsstoffe nicht genau ausmachen. Außer den Start mit Leder und der danach folgenden Vanille. Mini Patchouli. Ich bin gefangen. Wie schon bei Fahrenheit kenne ich mich nicht aus, aber ich weiss ich bin süchtig nach dem was da drinnen ist. Ich kann leider keine Duftbeschreibung machen. Mein Frau auch nicht. Sobald ich Fahrenheit, oder Fahrenheit Parfum aufsprühe gibt es ein „Boah“. Besonders bei letzterem. An Fahrenheit hat Sie sich gewöhnt, weil ich es so oft trage und es gefällt Ihr trotz des starken Anfang sehr. Fahrenheit Parfum startet wesentlich stärker. Da wurde das „Boahhhhh“ schon länger.

Eine Kritikpunkt gibt es. Der Flakon ist sehr schön. Ein wenig bauchig, aber in typischen Fahrenheit Farben gehalten. Leider nur in 75 ml erhältlich. Warum nicht in anderen Flakongrößen? Sicher, auch dieser Flakon passt gut zu meinen anderen Fahrenheit Produkten. Allerdings für diese Größe nicht ganz günstig. Ich möchte von diesem Duft einen 200 ml Flakon. Wenn ich für mich sprühe, kann es schon mal mehr werden. Das muss ich bei mir 75 ml genau überlegen.

Was schon auffällig bei mir ist, alles was Dior macht gefällt mir. Fahrenheit, Sauvage, Eau Sauvage, Dior Homme usw. empfinde ich alles als eigenständig. Dior Homme Intense war der erste Duft, als ich bei hier Parfumo gestartet bin. Wenn ich mir von Dior was wünschen dürfte wär es, wenn so ein Eau Sauvage mit einer ebenso starken Ausstrahlung neu erfunden werden würde. Das würde das Gesamtpaket Dior für mich ergänzen.

Jedenfalls bin ich mir mehr so ganz sicher, ob ich weiterstöbern soll. Égoïste und Antaeus sind so Düfte, welche mir gefallen könnten. Bei Égoïste bin ich schon ein Stück näher, dass mir bei mir Fahrenheit Parfum schon gelungen ist. Fahrenheit Parfum wird immer bleiben, dass weiss ich jetzt schon. Diese Annäherung hat in Liebe umgeschlagen.

Danke für das Lesen.

Liebe Grüsse Tom

10 Antworten
10
Flakon
7.5
Sillage
7.5
Haltbarkeit
8
Duft
Skylab

183 Rezensionen
Skylab
Skylab
Top Rezension 26  
Der Fahrenheit Kosmos hat einen weiteren Stern
Goldgelb funkelt der Flakon im Glanze der Sonne, überzogen mit mystischem Schwarz, flirrende Vibes im warmen Licht, umgeben von einer geheimnisvollen Aura, welche Wünsche, Träume und Sehnsüchte wecken - FAHRENHEIT!

Ein Wort mit 10 Buchstaben. Ein Name für ein Parfum das Ende der 1980er Jahre die Duftwelt revolutionierte, eine Ikone, ein Meilenstein, ein Klassiker, eine lebende Legende!

Fahrenheit ist eine Marke in der Marke, ein Universum, ein Manifest, eine Institution, eine Lebenseinstellung. Klingt alles sehr nach Werbetext, doch all diese Synonyme fallen mir ein, wenn ich den Flakon so betrachte.

Fahrenheit begleitete mich meine ganze Kindheit, es war der Signatur Duft meines Vaters und somit der duftende Ausdruck von Stärke, Ehrgeiz, Optimismus, Liebe und Geborgenheit.

Und doch hat es knapp 20 Jahre gedauert, bis ich mich selbst an Fahrenheit herangetraut habe, ich ihn schätzen und lieben gelernt habe. Er gefiel mir stets, nur nie an mir, dabei wäre der Einstieg in den Fahrenheit Kosmos mit seinen Versionen (32 - französisch: trente-deux, Aqua, Absolute und dem neuen Parfum) recht individuell.

Fahrenheit Parfum: nun zuerst einmal muss man betonen, dass es sich hierbei - ähnlich wie beim Eau Sauvage Parfum - um keine intensivere, länger anhaltende Version des Originals handelt! Umdenken und andere Wege beschreiten heißt hier die Devise. Es ist ein Eau De Parfum mit einer weiteren Interpretation der Fahrenheit DNA, eine sinnliche, veredelte Hommage an das Original.

Mit Fahrenheit hatte man das Rad neu erfunden, warum sollte man dies unbedingt mit dem EDP wieder tun!? Natürlich, werden da einige aufschreien und sind der Ansicht, ein längerer Atem wäre nicht verkehrt!? Ich allerdings bin der Ansicht, dass selbst das EDT bereits eine sehr gute Haltbarkeit hat und eine phänomenale Sillage! Dies mit einem EDP zu toppen wäre für die anderen Kritiker wiederum der "Overkill"! Außerdem hatte Dior mit "Fahenheit Absolute" bereits in diese Richtung gearbeitet! Kleine Info am Rande, Absolute scheint eingestellt zu werden!? Douglas und auch Flaconi.de listet ihn nicht mehr! Tritt das Parfum etwa die Nachfolge an!?

Fahrenheit Parfum – wie riecht es, wie wirkt es:

Der Auftakt – dunkel, sinnlich, warm. Der Pfeffer kitzelt in der Nase, wird aber alsbald von einer lakritzartigen, harzigen Süße verschlungen. Ich muss unweigerlich an YSL´s M7 denken. Entgegen der hier aufgelisteten Zitrone ist es in Wirklichkeit Mandarine, welche eine Brise Exotik beisteuert.

Das Herz offenbart die Fahrenheit typische Veilchen Note mit einem likörartigen Rum Akzent. Alles wirkt düster und schwer. Schwarzes Leder beschert der kandierten Aura eine gewisse herbe, maskuline Seite.

Vanille satt im Fond! Die kennt man schon von Dior Homme Intense. Warm, weich, pudrig, sinnlich, betörend. Rauchig, holzige Attribute im Drydown spiegeln die Mystik des Originals wider.

Der Flakon - eine elegante Erscheinung im typischen Fahrenheit Farbverlauf. Der Verschluss ist ausgeprägter gestaltet. Die Glasarchitektur ist "bauchiger". Im massiven Glasboden sind die Dior Initialen "CD" eingelassen. Und um die exklusive Erscheinung zu unterstreichen gibt es das Parfum ausschliesslich in 75ml!

Zusammengefasst ist das neue Fahrenheit Parfum gelungen! Ein sinnliches, warmes, kuschliges Parfum mit der Fahrenheit DNA im Herzen. Ideal für den Winter und die kühlen Tage. Hätte ich mir allerdings schon früher gewünscht (Oktober, November). Haltbarkeit und Projektion – Top! Ausdauer: 10 Stunden! Das Parfum kann zwar nicht das Original ersetzen, aber das soll es auch nicht!

Monsieur Demachy hat alles richtig gemacht!
7 Antworten
Weitere Rezensionen

Statements

96 kurze Meinungen zum Parfum
ViolettViolett vor 3 Jahren
8
Sillage
9
Haltbarkeit
6.5
Duft
Verzeiht, altehrwürdige Fahrenheit. Zu süß vanillig lächelt mir Eure pfeffrige Veilchensirup-Schnute , spätere Ledrigkeit steht euch besser
12 Antworten
SeejungfrauSeejungfrau vor 6 Jahren
9
Flakon
8
Sillage
8
Haltbarkeit
7.5
Duft
Sonnengötter tragen Veilchenpuder

würzigsüß # weichwachsig # feine Spritnote
Reife Kirsche trifft pfeilgerade >
ins Velourslederherz
8 Antworten
Brelles530Brelles530 vor 4 Jahren
8
Flakon
8
Sillage
9
Haltbarkeit
8
Duft
Boa ist der Stark. Zwar geht er in eine etwas fruchtigere Richtung als das orig., aber das macht er echt gut. Haltb/Sillage auch top!
1 Antwort
NikEyNikEy vor 4 Jahren
8
Sillage
8
Haltbarkeit
7.5
Duft
Würzig-süßer Duft mit viel Vanille und Patch, pudrig-fruchtigen Noten und schöner Veilchenleder Kante.
Immergeher für die kalte Jahreszeit.
1 Antwort
ViseronViseron vor 3 Jahren
8
Flakon
7
Sillage
9
Haltbarkeit
7.5
Duft
Winterkracher!
Anschmiegsames Leder, Veilchen, Vanille & Rum
Perfekter Mix, dicht & rund
U30: traut euch! So riecht nicht jeder.
0 Antworten
Weitere Statements

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