Dior Homme Original 2011 Eau de Toilette

Version von 2011
Dior Homme Original (2011) (Eau de Toilette) von Dior
Flakondesign Tsutomu Kiyama
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Platz 29 in Parfums für Herren
8.5 / 10 1544 Bewertungen
Dior Homme Original (2011) (Eau de Toilette) ist ein beliebtes Parfum von Dior für Herren und erschien im Jahr 2011. Der Duft ist pudrig-süß. Es wird von LVMH vermarktet.
Aussprache
Gut kombinierbar mit Fahrenheit (Eau de Toilette)
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Duftrichtung

Pudrig
Süß
Holzig
Würzig
Gourmand

Duftpyramide

Kopfnote Kopfnote
LavendelLavendel SalbeiSalbei BergamotteBergamotte
Herznote Herznote
florentinische Schwertlilie Absolueflorentinische Schwertlilie Absolue KakaoKakao AmberAmber Guatemala-KardamomGuatemala-Kardamom
Basisnote Basisnote
haitianisches Vetiverhaitianisches Vetiver LederLeder PatchouliPatchouli

Parfümeur

Videos
Bewertungen
Duft
8.51544 Bewertungen
Haltbarkeit
7.91250 Bewertungen
Sillage
7.41244 Bewertungen
Flakon
8.61247 Bewertungen
Preis-Leistungs-Verhältnis
7.9512 Bewertungen
Eingetragen von Kankuro, letzte Aktualisierung am 13.04.2024.
Wissenswertes
Seit 2020 wird das ursprüngliche Dior Homme als 'Dior Homme Original' geführt.

Rezensionen

81 ausführliche Duftbeschreibungen
5
Flakon
6
Sillage
7
Haltbarkeit
8.5
Duft
FvSpee

323 Rezensionen
FvSpee
FvSpee
Top Rezension 38  
Zwei Gestalten
"Dior Homme" ist für mich einer der großen Klassiker; ein markanter, originell und ausgewogen komponierter, entwicklungsstarker (und überhaupt "starker"), sofort wiederzuerkennender, eine Zeit prägender, schon eine ganze Zahl von Jährchen überdauernder Duft. Ich mag ihn.

Sein Name ist schon mal witzig. Diesem im Grenzbereich der Herrendüfte angesiedelten durchaus in gewisser Weise süßen, schweren, blumigen, gourmandigen, warmen Duft keinen Namen wie "Kuschelwuschel", sondern ganz trocken und lakonisch den klassischsten denkbaren Herrnduftnamen "Homme" zu verpassen, das zeugt schon von Sinn für Humor (oder Chuzpe oder beidem).

Für mich hat "Homme" zwei untrennbar miteinander verbundene Gesichter oder Gestalten, die sich nicht klar nach Phasen trennen lassen, sondern ständig insgesamt im Duft präsent sind, mal mehr die eine, mal mehr die andere, und auch abhängig davon, worauf man seine Duftwahrnehmung fokussiert, und die ich auch nicht einzelnen Zutatengruppen zuordnen will (ich denke, die Gesamtheit der Inhaltsstoffe ist für beide Gesichter verantwortlich).

Die eine Gestalt des Dufts ist die sehr metrosexuelle, ja feminine: süße, blumige, weiche, intensive (das Aufdringliche schrammende) Akkorde, die trotz einer Tendenz zur Schwere letztlich so transparent, schwebend und fließend daherkommen, dass sie in mir den Gedanken an leichte Seidengewänder, ja an Gazeschleier evozieren (was nicht eben typisch "männlich" erscheint).

Die andere Gestalt, für die vielleicht neben dem Leder und dem Vetiver durchaus auch Iris und Kakao (denn reiner Kakao, nicht das mehrheitlich aus Zucker bestehende Nesquick- & Co - Pulver ist ja bei weitem eher bitter als süß) verantwortlich zeichnen, ist herb, bitter und ernst (an der Grenze zur Strenge) - und damit durchaus auch im landläufigen Verständnis "männlich". Ich könnte mir vorstellen, dass diese Note (oder das Wechselspiel der beiden) durchaus auch eine sehr anziehende Wirkung auf das andere Geschlecht hat (und zwar nicht nur auf Frauen, die auf der Suche nach einem lieben und sanften Beschützer und Ernährer sind).

Schauen wir uns dann doch noch einmal den chronologischen Verlauf und die drei klassischen Noten etwas näher an, dann ist die Kopfnote aus Bergamotte, Salbei und Lavendel aus meiner Sicht nicht eigenständig ausgebildet. Nicht einmal für eine halbe Minute, eigentlich gar nicht, lässt sich eine irgendwie selbstständige Zitrik-Lavendel-Gewürzfrische ausmachen. Die Noten sind da, aber von Anfang an nur als ganz zartes Beiwerk am Rande des Hauptgeschehens.

Eben dieses Hauptgeschehen, das etliche Stunden dauert, wird in meiner Wahrnehmung durch das mächtige und sehr spannende, hin und her wogende Wechselspiel der beiden oben genannten Gesichter (oder Pole) ausgemacht, wobei die erste halbe Stunde oder Stunde der "feminine", eher süße und fließende Aspekt stärker betont ist und im Anschluss der bitter-herbe, strenge Gegenangriff erfolgt. Nach etlichen Wechselspielen und Akzentveränderungen tritt nach etwa sechs Stunden eine recht leise und ziemlich linear-stabile Basis auf den Plan, die ich als dezent süß, aber zugleich überraschend frisch und anregend (woher auch immer das kommen mag) beschreiben würde.

Die Haltbarkeit und die Sillage von "Homme" sind ordentlich. Der Flakon verfügt über ein ausgesprochen gutes und fein arbeitendes Sprühwerk. Ob seine Gestalt optisch gefällt, darüber mögen die Meinungen auseinandergehen. Worüber sie nicht auseinandergehen können, ist, dass der Designer den Satz "form follows function" 1.000 mal an die Tafel schreiben sollte. Immer wenn man ihn (den Flakon, nicht den Designer) in die Hand nimmt und damit sprühen will, schneiden einen die Ecken und Kanten unangenehm und man kriegt das Ding nicht sauber zu fassen.

"Dior Homme" gehört nicht zu meinen absoluten Lieblingen, aber ich halte ihn für einen großen Duft und, wie schon erwähnt, für einen großen Klassiker. Ob man ihn lieben wird, weiß ich nicht, aber wenn man sich für Parfüms interessiert und ein Mann ist (und eigentlich auch wenn nicht) sollte man ihn mindestens einmal an sich getestet haben.
11 Antworten
9
Flakon
8
Sillage
9
Haltbarkeit
10
Duft
Ostkreuz

1 Rezension
Ostkreuz
Ostkreuz
Top Rezension 30  
Stairway to Heaven
Es begab sie vor einigen Jahren folgende Geschichte: Ich begebe mich das erste mal unsicheren Schritts in eine Drogerie. Der Entschluss ist gefasst: Die Zeit in der Deo als Parfum genutzt wurde ist vorbei, heute werde ich
ein Stück erwachsener. Der Laden ist zu dieser Zeit wie leergefegt, nur durch die Gänge schleichende Verkäuferinnen haben mich schon fest im Blick. Am hintersten Tresen drei weitere Damen. An ihren Blicken kann ich ablesen: "Wieder so ein Junge der sich kurz vor einem Date einparfümiert." Ich gehe auf die Damen zu, die nun
zu einer Art Girl Gang zusammenrücken und mir wie ein Bollwerk gegenüberstehen, es fehlen nur pinke Kaugummis. Da musste ich nun durch, ich habe es so gewollt. Vollen Mutes und fest entschlossen sammeln ich mich kurz und bringe stotternd die wichtigen Worte heraus die ich mir vorher zurechtgelegt hatte: "Entschuldiung, können sie mich beraten?"

Diese Worte schlugen wie eine Bombe ein. Es waren die magischen Worte die den gordischen Knoten zum platzen brachten. Aus der unterkühlten Girl-Gang mit musternden Blicken wurden mit einem Schlag eine Horde sich kümmernder Großmütter. "Aber sicher doch, was darf es denn sein der junge Herr?". Gut bisher läuft Alles nach Plan, jetzt auf den Beichtstuhl: "Ich war noch nie in einer Parfümerie und besitze keinen Duft, das soll sich jetzt ändern." Zwei Damen fühlen sich verpflichtet und schwärmen aus. Ich gehe mit einer und stehe vor dem Regal mit den großen Marken. Eine zweite fällt von links ein und hält mir 1 Million unter die Nase. Ich ziehe ein: "Poah, das riecht ja wie ein Lolli in Zuckerwatte." Etwas beleidigt zieht sie den Teststreifen zurück und kam dann mit Dior Homme um ihre Expertise zu retten.

Damit schoss sie dann mit Kanonen auf Spatzen. Das erste mal dran gerochen und berauscht zieht es meinen Kopf in den Nacken. Es hat Klick gemacht. Ich kann mich nicht mehr zurückhalten und breche in euphorischem Lachen aus. "Wow... der haut mich um." Die Dame wusste was sie tat denn mehr hat es nicht gebraucht. Ich ließ mir den Teststreifen geben und verabschiedete mich etwas voreilig völlig berauscht um den Duft durch den Laden zu tragen. Ich konnte mich nicht wehren, immer wieder zog es meine Hand zur Nase. Dann war klar: Dies soll er werden, mein erster Duft.

Obwohl ich mittlerweile ein Duftjunkie bin, eine kleine Sammlung mein eigen Nenne und auf diverse Duftvarianten von DH kenne (Uomo, Givenchy Gentleman etc.) ist dieser erste Eindruck immer noch
der selbe. DH hat etwas Besonderes was ich mit Worten nicht fassen kann, es macht Klick und zieht mich direkt in den Himmel.
4 Antworten
10
Flakon
8
Haltbarkeit
9.5
Duft
EauSavage

9 Rezensionen
EauSavage
EauSavage
Sehr hilfreiche Rezension 39  
Schuld sind die Frauen!
So wie so! Immer! Und Guerlain. Es war das anschmiegsame Patchouli in Heritage EdP und Habit Rouge EdT und insbesondere dessen reife Vanille, die meine Sehnsucht nach einer gourmandigen Umarmung weckten. Und diese Frau, die mich splitternackt in kalte, dunkle Liebeskummernächte geschickt hatte. Ja, richtig und danke, mein lieber Bob (Dylan): "When all else fails I make it a matter of self-respect", aber wenn der Schmerz wieder größer wurde als der Trotz: Dann war dieser gebrochene Mann nur noch ein ach-so liebeskranker, kleiner Jüngling und wollte nur noch wieder auf den Schoß!

So begab ich mich in Vorbereitung auf die gefühlt ewige Eiszeit in meinem wundgeschossenen Herzen in meine Stammparfümerie zu meiner Duftmama. "Was auch was für Sie sein könnte, ist Dior Homme. Das wurde gerade erneuert, aber ich habe noch eine Flasche vom Original. Das finde ich viel schöner als das neue!"
Auf meinem Arm war noch ein kleines, isoliertes Feld frei von Düften und darauf gab Mama Pieper mir einige Sprüher und wie immer ein kleines Testfläschchen, welches ich gar nicht mehr geöffnet habe. Mit einem kurzen Eindruck prächtigen Lavendels-und-noch-irgendwas-anderem-dabei ging ich und schnüffelte fortan immer wieder. Da war Puder, 'hmm-aber-schön!' und ein bisschen Puder verleiht meinem verehrtem Pour Monsieur EdP diese noble, mondäne Anmut, ich war offen und gespannt und da war auch schon geschmolzene Amberbutter und etwas angenehm Würziges. Toll! Und dann ... und dann explodierten tausend kleine, dunkle Kakaobohnen auf meiner Haut! Da war ich: Auf'm Schoß. Alles wird gut, okay ein bisschen, aber immerhin!
Zu diesem Zeitpunkt hatte ich schon diese Webseite geöffnet und wollte mich noch was einlesen über den legendären Duft, den ich fast ein Jahrzehnt ignoriert hatte, aber dieser raffinierte, verruchte Zauber in meiner Nase, ich musste direkt wieder zurück, ich wollte diese 'eine Flasche vom Original'!
Warten auf den Drydown? Niemals! Das kann nur magisch enden und schliesslich waren die hier gelisteten Basisnoten einfach zu geschätzt und was Dior Homme damit machen würde, konnte nur Magie sein, da hatte ich gar keinen Zweifel und ich wurde nicht enttäuscht. Der lange Ausklang ist ein meisterhaft gewebter Patchouliteppich mit markanten Vetivermustern und feinen, aber starken Lederfransen und über all dem edlen Stoff schwebt bis zum Ende diese parisische Pudermondänigkeit wie ein ganz feiner, ganz leichter Glitzerstaub. Nobel, aber nicht reserviert, fein und raffiniert, aber nicht arrogant, nein freundlich aber nie anbiedernd und schon irgendwie lecker, aber nicht süß - das ist Kunst für mich. Hach!

Auf ein Wort noch: Dior Homme ist dicht und intensiv. Als ich es gekauft hatte, war ich noch berauscht von der winzigen Duftinsel, die meine Parfümseelsorgerin mir gesprüht hatte und habe nach dem Kauf meinen Unterarm in Dior Homme geduscht. Das war eine Überdosis, erste Fehlkaufvisionen die direkte Folge. Nach nun mehreren Wochen mit vielen bewölkten Tagen und Abstandspausen zwischendrin hat mich Dior Homme endgültig erobert. Laue Sommerabende schätze ich als die kompatible Hitzegrenze für diesen Duft und vermutlich markiert er meine persönliche Gourmandigkeitsgrenze, aber sagen will ich: Der geht fast immer, aber wem Dior Homme zu viel, zu süß oder zu feminin (Stichwort Lippenstift) ist, dem empfehle ich: Dosiert gering und gebt ihm Zeit und lasst euch überraschen. So vordergründig er erscheinen mag, so komplex ist er.

Mein privater Winter ist noch nicht vorbei, aber ich freue ich mich schon auf die offiziellen kühlen Herbstabende und kalten Wintertage, denn da wird mich Dior Homme streicheln und wärmen. Und vielleicht auch noch jemand anderes!
13 Antworten
10
Flakon
7.5
Sillage
10
Haltbarkeit
10
Duft
Mandelmaus

132 Rezensionen
Mandelmaus
Mandelmaus
Top Rezension 27  
Auf der Suche nach dem der meinen Geist nach Hause bringt
Dior Homme und Dior Homme Intense polarisieren eindeutig. Entweder heiß geliebt oder der Hype zieht spurlos an deiner Nase vorbei, etwas anderes gibt es nicht.
DHI schätze ich sehr, seit über einem Jahr der Signaturduft meines kleinen Bruders. Als große Schwester muss ich natürlich sorge tragen, dass er dufttechnisch bei den Damen gut ankommt. Gemeinsam hatten wir jenen Duft ausgesucht und oft hat er seine Wirkung nicht verfehlt. Ich gebe es nur ungern zu, aber mich kriegt er ebenfalls. Obwohl mein Gegenüber wie mein Bruder riecht, das wird brutal verdrängt. Erweist sich doch immer wieder als Vorteil moralisch flexibel zu sein, natürlich nur in solchen Fällen...

Letztes Jahr kurz vor Weihnachten hatte ich nochmals Lust das EdT zu testen. Monate zuvor hatte ich ihn probiert und fand ihn irgendwie etwas schwach auf der Brust. Klar, wenn man ansonsten die Intense-Variante gewohnt ist, kein Wunder. Letztere kann mir aber auch ganz schön auf den Keks gehen, ein Sprutz zuviel und ich empfinde ihn als unglaublich penetrant und lästig.
Andererseits weiß man dann immer wo sich die männliche Begleitung aufhält. Da kann der Club noch so dunkel sein oder das Gedränge extrem dicht, dieser Duft übertüncht alles.

Also ließ ich den Duft doch nochmal an meine Haut, eine Chance kriegst du noch. Mit seinem weichen Charakter wickelt er mich schnell um seinen Finger. Ursprünglich wollte ich ihn verschenken, hab mich dann aber trotzdem binnen Minuten umentschieden. Ne ne, dieser Wohlgeruch bleibt mal schön bei mir. Ich weiß ihn schließlich auch gebührend zu würdigen.

Der Einstieg ist schön, und ich würde sogar sagen so schön dass es schmerzt. Würziger Lavendel, leicht krautiger Salbei, dabei so schmeichelnd und verheißungsvoll.
Vergänglich einerseits wie ein Bilderbuchherbsttag, die schwindende Wärme des Sommers, ein Abschied, ein auffrischender Wind bringt eine Ahnung des nahenden Herbstes. Man sieht es eindeutig am schräg einfallenden, goldenen Sonnenlicht, man riecht den leicht erdigen und tröstend harmonischen Duft des Waldbodens. Man kann es förmlich schmecken, eine gute Zeit ist vorbei doch etwas neues und großes naht. Schmerzlich wundervoll, stirb in Schönheit, jedes mal berührt mich der Auftakt und versetzt mich in genussvolle, melancholische Stimmung. Schlimm ist das nicht, es gefällt mir.

Nur kurz bleibt dieser waldige, frische, kühle und leicht krautige Eindruck, zwei oder drei Wimpernschläge höchstens. Dann zeigt sich der bekannte Lippenstift-Akkord. Feinstes Puder rieselt durch meine Hände, etwas klebrig ist es doch keinesfalls unangenehm. Eindeutig die Iris als zentrales Thema, sie wirkt klassisch, zeitlos, elegant und mondän, gleichzeitig charmant und einladend.
Kakao und Patchouli schaffen eine heimelige Atmosphäre, fühl dich wohl und entspanne dich, streife den bösen Alltag ab, lass die unangenehmen Gedanken weiter ziehen, heute lassen wir sie links liegen.
Amber wärmt, vor meinem inneren Auge entsteht eine kleine Wohlfühloase: Eine winzige Blockhütte im winterlichen Wald, der holzige Duft stimmt mich gemütlich, das hat sowas wahres und "richtiges", "handgeschnitzt" würde mein Vater wohl sagen. Ein prasselndes Feuer im Kamin oder ein höllisch heißer Schwedenofen, weiche, kuschlige Tierfelle, urgemütliche, alte Ledersessel, warme, wollweise Klamotten, dampfende Schocki oder Kräutertee, nette Gesellschaft, kurzum alles da für einen tollen, kuschligen Abend.

Ja, der Duft holt mich direkt ab und bringt mich nach Hause. Fest und warm hält er meine Hand. Immer wieder sucht meine Nase mein Handgelenk, meine Lippen verziehen sich unwillkürlich zu einem zufriedenen Grinsen.
Manchmal trägt mir die Intense-Version zu dick auf, steigt mir unangenehm zu Kopf und ist mir schlichtweg zu süß und laut. Belagert mich schon fast und nimmt mir die Luft zum Atmen.
Da gefällt mir das EdT besser, dieselbe Grundstimmung doch auf jeden Fall "freier", luftiger gestrickt und würziger. Leder legt sich nur ganz zart um das voluminöse Kakao-Puder, die holzigen Akzente treten mehr in den Vordergrund. Ein würziger Pudergourmand, aber in Spiellaune. Leichter Lederfetisch? Nun konservativ ist er auf keinen Fall. Vetiver stützt nur galant und hält die süßen und fluffigen Nuancen brav im Zaum.
Auf meiner Haut definitiv unisex, den trage ich gern im Büro und werde mit Komplimenten überhäuft. Zum Clubbing wird er dann mit Chocolate Greedy gelayert, Killerkombo, da empfiehlt es sich einen Abgelehnt-Stempel immer parat zu haben.

Die Basis birgt für mich das meiste maskuline in diesem Duft: kerniger, schattiger Vetiver, dunkler Patchouli, minimal raue Hölzer, lüsterner Amber, eine süße Duftspur von ihr in seinem Haar, eine Ahnung von knautschigem, braunen Leder, eine kleine Brise Lavendel, vielleicht vom morgendlichen Gebrauch vom Aftershave. Und ständig flirrt und schwirrt dieses schon magische Puder. Betört und verzaubert Männer und Frauen, es zieht uns beinahe unschuldig blinzelnd in seinen Bann, mit federleichten Berührungen und völlig mühelos, niemals überheblich oder arrogant.
Irgendwie verbinde ich mit dem Duft etwas reines, etwas liebenswertes. Ich habe etwas gefunden das mir viel bedeutet, daß ich behüten will, weil es mich so sehr erfreut.
Kennt ihr das? Ihr liebt etwas oder jemanden so stark, ihr habt das Gefühl etwas wächst und schwillt ständig in eurer Brust an und ihr müsst rennen und rennen, sonst explodiert ihr?
So ist Dior Homme für mich.

Wie bereits erwähnt, eindeutig unisex, zu jeder Tages- und Jahreszeit, ich trage ihn sogar gerne zum Sport, mich stört er nie. Die anfangs starke Sillage baut langsam ab, am nächsten Tag kann ich ihn immer noch wahrnehmen, wenn auch nur sehr hautnah. Der Flakon ist ein Traum, die Farbe des Parfums passt perfekt zum Duft.

Ein verlässlicher Begleiter, wärmend, sinnlich, bildhübsch, stark und erhebend. Auf sicheren Pfaden geleitet er mich heim und zelebriert mit mir meinen inneren Frieden.
Weil den kann uns keiner nehmen.
11 Antworten
10
Flakon
7
Sillage
8
Haltbarkeit
9
Duft
Profumorist

76 Rezensionen
Profumorist
Profumorist
Top Rezension 25  
Wir werden sagen können: „Wir waren dabei.“
Ich habe eine interessante Historie hinter mir, was Duftvorlieben angeht. Ich bin Jahrgang 1980. Entsprechend begann meine Vorliebe zu Parfums so um das Jahr 1994 herum. Ich trug CK One, CK Be, Cool Water und Tommy Cologne. Aber auch schon solche Schätze wie das alte Havana (das ich mittlerweile wieder besitze!), Fahrenheit, What about Adam oder Azzaro pour homme. In den 00er Jahren wiederum trug ich alles, was der hiesige Douglas an Calvin Klein, Hugo Boss, Baldessarini, Kenneth Cole und Konsorten bereithielt. Düfte, bei denen ich mich heute nur frage: "Wie konnte das passieren?". Und eines vorweg: Süße Düfte sind eigentlich nicht mein Fall. Le Male, 1 Million & Co. Geht gar nicht.

Dann entdeckte ich Dior Homme für mich. Es muss irgendwann in 2012 gewesen sein. Ein süßer Duft, der mir gefiel?! Und was für einer. Ein Facettenreichtum und eine Qualitätsanmutung, die ich vorher so nicht kannte. Wahrscheinlich auch kein Wunder, bei der Vorgeschichte. Dieser wunderbare frisch-pudrige-süße Lavendel mit einer gehörigen Portion Kakao. Und im Drydown vermischt mit dem Vetiver. Eine einzigartige Kombi. Edel, elegant und für alle Anlässe passend. Für mich ganz persönlich neben Terre d‘Hèrmes mit der beste Drydown eines Parfums. Dazu eine sehr gute Haltbarkeit und fast perfekte Sillage. Das Ganze verpackt in einem ziemlich stylischen Flakon.

Das Eau de Toilette. Ein Duft eines Meisterparfumeurs. Und der Beste der Reihe. Für Dior immer noch Gold wert. Die Cashcow, die lobenswerterweise gar nicht so gemolken wurde, wie es vielleicht andere Hersteller getan hätten.

Der Preis seines Erfolges ist lediglich Häufigkeit, in der man ihn draußen bei Anderen wahrnimmt. Aber auch das wird sich eines Tages legen.

Ich hoffe, ich habe mit diesem Kommentar den Skeptikern süß-pudriger Düfte die Lust am Testen geweckt. Der ist wirklich etwas Besonderes.

Wenn wir in 20 Jahre weiterhin diese Community betreiben, werden wir wahrscheinlich genauso sehnsuchtsvoll an diesen Vintage zurück denken, wie es heute dem ein oder andere mit den Düften wie Zino oder Antaeus geht. Und wir werden sagen können: „Wir waren dabei.“

Gruß

Euer Profumorist
2 Antworten
Weitere Rezensionen

Statements

191 kurze Meinungen zum Parfum
AleksAleks vor 9 Jahren
7
Flakon
8
Sillage
8
Haltbarkeit
8
Duft
Knallroter Lippenstift...Rouge...schwarzes Abendkleid...High Heels...ach du scheisse ich bin doch ein Mann
4 Antworten
SalvaSalva vor 3 Jahren
8
Flakon
6
Sillage
7
Haltbarkeit
9.5
Duft
Ein Duft wie ein Maßanzug!
Ein Duft für den Himmel!
Perfekte Symbiose von
Frische&Sinnlichkeit
Warum so lange gewartet?
Danke Dior!
22 Antworten
SemenchkareSemenchkare vor 6 Jahren
10
Flakon
8
Sillage
8
Haltbarkeit
9.5
Duft
Flakon gekauft, Freundin fand den Duft schrecklich, musste wieder gehen - die Freundin ;)
3 Antworten
BastianBastian vor 2 Jahren
8
Sillage
8
Haltbarkeit
8
Duft
Pudrigsüßer Edelgourmand
Ich finde ihn Unisex
Lavendelsalbei in Kombi
mit Kardamom gut verflochten
Nicht meine Welt
Viel zu lieb*
23 Antworten
LevizLeviz vor 4 Jahren
8
Flakon
8
Sillage
9
Haltbarkeit
9.5
Duft
Dies ist die Definition von Klasse und Eleganz.
Wie ein teurer dreiteiliger Anzug.
Einer der Besten Herrendüfte aller Zeiten.
5 Antworten
Weitere Statements

Diagramm

So ordnet die Community den Duft ein.
Torten Radar

Diskussionen zu Dior Homme Original (2011) (Eau de Toilette)

Hallo Superstar,ich finde, du hast deine Frage im Grunde schon selber beantwortet.Das Gehirn hat ja gewissermaßen ein "Duftgedächtnis"...
Dodo308 in Herren-Parfum
Letztens war ich in einem Drogeriemarkt, in dem es Dior Homme Intense zu kaufen gibt. Auch einen Tester gsb es, so dsss ich mehrmals testen konnte, auf Papier...
Flippo in Beratung
Zaphod:@Adan: Jau! Vor allem, wenn´s die 2005er-Version ist!Hm, Geschmackssache, mir gefällt...
Ich finde das alte DHI vom Duftcharakter nicht besser oder schlechter als das neue. Für mich sind sie identisch. Bei DH (EdT) finde ich die Reformulierung...

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