Vikt Slumberhouse 2009
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Top Rezension
Ein natürlich wirkendes Oud
Heutzutage muss jede Parfummarke einen Oud-Duft im Angebot haben, und Slumberhouse ist da keine Ausnahme. Die Ergebnisse sind oft recht unterschiedlich. Manchmal wird der bekannte klassisch arabische Rose-Oud-Stil abgekupfert, den Montale schon immer vertrat, und in entschärfter Form dem Publikum präsentiert (z.B. Dark Rose von Czech & Speake), oder aber es finden sich verstiegene Konstruktionen, bei denen die Kreativität des Parfumeurs zu recht seltsamen Ergebnissen führte. Nur selten gewinnt man den Eindruck, dass ein wirkliches Verständnis für diesen Naturstoff vorlag.
Bei Vikt von Slumberhouse ist dies nach meiner Einschätzung anders – sie präsentieren einen Oud Duft, der mit Sicherheit die Erwartungen derer enttäuschen wird, deren Geschmack von Montale und Co. geprägt wurde.
Ich halte es mittlerweile für unwahrscheinlich, dass das, was Montale uns als Oud verkauft, eine Entsprechung in der Natur hat. Stutzig gemacht haben mich ein kurzer Eindruck eines puren Oud-Öls, das Herr Hardcastle von Beauty Affairs von einer Kundin bekommen hat, sowie eine Kauferfahrung im Bonner Taiba-Shop. Die bieten ihren arabischen Kunden preiswerte Parfums aus dem Nahen Osten. Als Besonderheit bot man mir ein – für ihre Verhältnisse teures – „Oud Combodi“ an, das auf verschlungen Wegen in ihren Bestand gelangt sein mag. Auch da ist von der uns bekannten verpilzten Muffigkeit kaum eine Spur zu erkennen, das zähflüssige Öl weist eher eine allgemeine Holzigkeit sowie ätherisch wirkende Noten auf.
Und damit wären wir bei Vikt, welches dieser von mir als ursprünglich empfunden Holzigkeit weitaus näher steht als den Montale-Ouds und ihren Nachahmern. Slumberhouse verzichtet darauf, ihr Oud mit Rose zu kombinieren – Vikt ist gänzlich unfloral. Unflorale Oud-Parfums gibt es durchaus auch bei den Arabern – wenn man etwas sucht. Und die können sehr gut sein, siehe zum Beispiel Arooq Al Oud von Rehab.
Statt auf Blumen setzt Slumberhouse auf ein würziges Kraut: Ravensara aromatica ist eine Pflanze aus der Familie der Lorbeer-Gewächse und wächst auf Madagaskar. Im Englischen wird das auch als „clove nutmeg“ bezeichnet. Das Öl soll laut Wikipedia kampferartig sein und an Eukalyptus erinnern. Auf jeden Fall betont es die ätherische Seite von Vikt. Das ist spannend, denn Vikt ist auf Parfumo bisher das einzige Parfum mit dieser Note! Ich empfinde bei Vikt durchaus Anklänge an Lorbeer, sogar sehr prägend. Daneben gibt es eine pikant-säuerliche Art, die mich stark an Parfums wie Itasca von Lubin, Mister von Jasper Conran oder auch Jewel for Him von Micallef erinnert. Vikt ist robust und medizinisch, aber den Vergleich mit Hustensaft finde ich nicht ganz fair.
Vikt beinhaltet durchaus Entwicklung – von einer spektakulären Kopfnote hin zu einer immer noch attraktiven Basis. Das ist mir schon bei Grev aufgefallen: Slumberhouse scheint ihre Düfte von der Kopfnote her zu entwickeln. Eigentlich mag ich das nicht. Ich erwarte von einem erstklassigen Parfum, dass es in der Lage ist, die Spannung zu halten oder sogar zu steigern. An vielen Chypres finde ich zum Beispiel toll, dass sie oft mit einer nichtssagenden Zitrusnote beginnen und dann mit jeder Minute besser werden, bis die Basis voll ausgeprägt ist. Bei den Slumberhouse Düften ist es umgekehrt – die beginnen mit einem Paukenschlag, der dann langsam ausklingt.
Gut, das Leben steckt voller Kompromisse, und ich glaube, im Fall von Vikt wäre ich bereit, sie einzugehen.
Bei Vikt von Slumberhouse ist dies nach meiner Einschätzung anders – sie präsentieren einen Oud Duft, der mit Sicherheit die Erwartungen derer enttäuschen wird, deren Geschmack von Montale und Co. geprägt wurde.
Ich halte es mittlerweile für unwahrscheinlich, dass das, was Montale uns als Oud verkauft, eine Entsprechung in der Natur hat. Stutzig gemacht haben mich ein kurzer Eindruck eines puren Oud-Öls, das Herr Hardcastle von Beauty Affairs von einer Kundin bekommen hat, sowie eine Kauferfahrung im Bonner Taiba-Shop. Die bieten ihren arabischen Kunden preiswerte Parfums aus dem Nahen Osten. Als Besonderheit bot man mir ein – für ihre Verhältnisse teures – „Oud Combodi“ an, das auf verschlungen Wegen in ihren Bestand gelangt sein mag. Auch da ist von der uns bekannten verpilzten Muffigkeit kaum eine Spur zu erkennen, das zähflüssige Öl weist eher eine allgemeine Holzigkeit sowie ätherisch wirkende Noten auf.
Und damit wären wir bei Vikt, welches dieser von mir als ursprünglich empfunden Holzigkeit weitaus näher steht als den Montale-Ouds und ihren Nachahmern. Slumberhouse verzichtet darauf, ihr Oud mit Rose zu kombinieren – Vikt ist gänzlich unfloral. Unflorale Oud-Parfums gibt es durchaus auch bei den Arabern – wenn man etwas sucht. Und die können sehr gut sein, siehe zum Beispiel Arooq Al Oud von Rehab.
Statt auf Blumen setzt Slumberhouse auf ein würziges Kraut: Ravensara aromatica ist eine Pflanze aus der Familie der Lorbeer-Gewächse und wächst auf Madagaskar. Im Englischen wird das auch als „clove nutmeg“ bezeichnet. Das Öl soll laut Wikipedia kampferartig sein und an Eukalyptus erinnern. Auf jeden Fall betont es die ätherische Seite von Vikt. Das ist spannend, denn Vikt ist auf Parfumo bisher das einzige Parfum mit dieser Note! Ich empfinde bei Vikt durchaus Anklänge an Lorbeer, sogar sehr prägend. Daneben gibt es eine pikant-säuerliche Art, die mich stark an Parfums wie Itasca von Lubin, Mister von Jasper Conran oder auch Jewel for Him von Micallef erinnert. Vikt ist robust und medizinisch, aber den Vergleich mit Hustensaft finde ich nicht ganz fair.
Vikt beinhaltet durchaus Entwicklung – von einer spektakulären Kopfnote hin zu einer immer noch attraktiven Basis. Das ist mir schon bei Grev aufgefallen: Slumberhouse scheint ihre Düfte von der Kopfnote her zu entwickeln. Eigentlich mag ich das nicht. Ich erwarte von einem erstklassigen Parfum, dass es in der Lage ist, die Spannung zu halten oder sogar zu steigern. An vielen Chypres finde ich zum Beispiel toll, dass sie oft mit einer nichtssagenden Zitrusnote beginnen und dann mit jeder Minute besser werden, bis die Basis voll ausgeprägt ist. Bei den Slumberhouse Düften ist es umgekehrt – die beginnen mit einem Paukenschlag, der dann langsam ausklingt.
Gut, das Leben steckt voller Kompromisse, und ich glaube, im Fall von Vikt wäre ich bereit, sie einzugehen.
4 Antworten


Vikt liebe ich an sonnengeküsster Männerhaut, dieser Duft entfaltet seine volle Pracht leider erst im Dubaiklima, schade. Danke für diesen besonderen Kommentar!