Nun denn, es hat sich für mich mit diesem Duft ein Rätsel gelöst. Wollte ich doch schon immer wissen, welche Zutaten für die cheapigen Kaugummis Verwendung fanden, welche aus den inzwischen verschwundenen Automaten für 10 Pfennig herauszudrehen waren (für die Jüngeren hier: Ja, so etwas gab es Mitte der Siebziger wirklich – natürlich ohne App….). Die Kopfnote ballert diese undefinierbare, chemische Geruchskeule in alle Welt (bzw. Räume). Wer also wissen möchte, wie das riecht, nur zu. Alcazar verströmt eine heftige raumfüllende, kaugummiartige Welle, unglaublich. Ehrlich: Das kann kein Mann tragen, außer er ist im Travestiebereich tätig (Gleich zur Klarstellung: Das meine ich nicht abwertend!). Dann passt es vielleicht. Bonbonwasser durch und durch. Daneben besitzt es auch im übertragenden Sinn die unangenehmen, physischen Eigenschaften eines am Boden haftenden Kaugummis. Es verschmilzt förmlich mit der Haut und hat eine unfassbare Halt- und Haftbarkeit. Diese aufdringliche Süßheit zieht sich den ganzen Duftverlauf durch und endet in einer tonnenschweren Tonka-Vanille-Bombe, welche einen auf den Grund des nasalen Ozeans zieht.
Was solls, diesen Bericht wird vermutlich keiner lesen, da Alcazar ein unbekanntes da sein fristet. Sorry, für mich zu recht.