Asian Inspirations The Merchant Of Venice 2013
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Top Rezension
Der grüne Duft Asiens
Reduziert aufs Wesentliche - der Grüne Duft! Das hätte aber nicht wirklich geklungen, meinte die Marketing Abteilung und wäre eine seltsame Ansage gewesen, null Inspiration im Titel, eher Bioladen oder -tonne. Es ist aber auf Anhieb und mit dem ersten Aufsprühen DER grüne Duft. So geht es los und AugustA steht sofort mitten im Grün.
Auftakt: Galbanum, Grüner Tee, grüne Minze. Bisschen würzig, das Grün. Holzig, waldig, grasiges Kraut webt eine offene grüne Landschaft.
Ich war so gespannt auf die Herznote, ob sie es mit der üblichen Oud-Bitterkeit übertrieben haben, die auf meiner Haut so gar nicht geht oder würde die Herznote, die so sagenhaft schön anders klingt, überzeugen? Es bleibt der Eindruck der grünen Landschaft, ist es ein chinesischer Garten oder mongolische Steppe? Ich gehe weiter.
Asien ist groß und vielfältig. Das haben schon andere vor mir schon toll und aus verschiedenen Perspektiven beschrieben. Das brauche ich also nicht mehr zu versuchen. Ich bleibe dabei, zu beschreiben, was mir den Duft so eindrücklich macht: Keine grelle Asien-Exotik hier, sondern harmonische und komplexe In-Eins-Verschmelzung von allem, was man sich unter Grün vorstellen könnte. Sicher hat mich der Flakon dazu vor-verurteilt.
Ich mache weiter eine Gang durch den Duftraum, durch die Weite dieser grünen Gegenden, durch Stadt und Land.
Rechts passiere ich, ich laufe noch keine Stunde, ein Restaurant - eine dampfende Schale Misosuppe wird abgestellt, würzig, wohltuend. Dazu Grüner Tee. Die Ruhe und wohldurchdachte, abgestimmte, scheinbare Einfachkeit, die asiatisches Essen mit sich bringen kann.
Ich gehe weiter. In der Umgebung ist es holzig, würzig, grün.
Ich rieche nichts Florales, und es ist stets ein gemessener Gang im Freien. Der Blick ruht nicht auf der Zierde irgendwelcher Garten-Blumen, sondern jetzt auf der ausladenden wunderbar kunstvoll geschnittenen Zeder mit ihrem Lichtspiel zwischen Vorder- und Hintergrund, den die Äste je nach Blickwinkel frei geben. Ich atme die Frische der Luft, des Wassers, der Gräser und Kräuter.
Jetzt erkenne ich den wundervoll eingebetteten Vetiver recht deutlich. Wie schön der nussige Charakter dieses Süßgrases mit der grünen Würze harmoniert ohne je schwer oder zu kühl zu werden. Riesige Büschel des schönen Süßgrases rascheln im Wind.
Asian Inspirations kann man hier verstehen, wie ein Maler, der unter Beibehaltung seiner eigenen künstlerischen Vorstellung asiatische Momente ins Bild bringt. Ich merke bald, dass meine Wanderung innerhalb eines solchen Bildes stattfindet.
Tempelgärten passen gut hierher, nicht als Abbild, sondern als Inspiration. Man erkennt sie im Duft, sie sind aber nicht der Duft. Das ist gut, weil es den Duft frei macht, mit dem Träger/der Trägerin eins zu werden.
Obgleich keinerlei Blumen, sondern aromatischstes Grün, Holz und Balsam, Harze, Gewürze usw. ist der Duft übrigens völlig unisex, mehr noch, er ist Zuordnungen gegenüber ganz unabhängig.
Ich denke, er geht auch zu jeder Jahreszeit, wenn er auch nicht gerade der typische Sommer- und schon gar nicht der typische Winterduft ist. Diese grüne Stimmung würde sich immer durchsetzen können.
Auch hier: Keine Zuordnung, keine Festlegung. Natur? Trotz der deutlich wahrnehmbaren Erd- und Pflanzenbezüge zu abstrakt. Das entledigt den Duft zumindest teilweise der üblichen (Grün-)Konzepte. Zugleich hat er etwas Impressionistisches, nein eher Romantisches, jedenfalls trotz der Abstraktion nicht allzu Modernistisches.
Farbe? Ja, deutlich grün, aber changierend. Mich würde es auch nicht wundern, wenn jemand den ganz anders sieht. Aber der Flakon passt schon und ist nicht nur eine hübsche Glaskunstspielerei von MoV. Chinesische Vase in Waldgrün würde ich glatt durchgehen lassen. Ganz vorne unten im Bild, bin gerade daran vorbeigekommen: Ein Laden mit chinesischen Kunsthandwerk. Oder war es italienisch?
Der Würzcharakter, etwas herbe Zitrischkeit und Leder-Nuss-Vetiver bleiben und setzen sich immer neu zusammen. Das Duftbild vervollständigt sich wahrnehmbar, verdichtet sich, ohne schwer zu werden. Ich bin ganz dabei, renne etwas unpassend immer mal wieder mitten ins Bild mit erhobener Nase und wittere eine Veränderung. Aber so scheint es zunächst im Wesentlichen zu bleiben. Das missfällt mir nicht, die Mischung ist ausgewogen und überzeugend, und es tritt nach ca. zwei Stunden eine balsamische Weichheit dazu, die samtig wirkt. Zugegeben: Asien wäre es gar nicht zwingend, wenn es nicht drauf stände. Auch hier also keine Festlegung, nur Inspiration. Mir sagt das sehr zu. Bleibt: DER GRÜNE DUFT.
Da mir der in der Basis verbleibende und schließlich verblassende Grünton sehr gefällt, nehme ich mir vor, den Gang durchs Grün noch oft zu wiederholen.
In der Ferne zieht ein sanftes mongolisches Kamel vorbei. Ungesattelt, Gras kauend.
Auftakt: Galbanum, Grüner Tee, grüne Minze. Bisschen würzig, das Grün. Holzig, waldig, grasiges Kraut webt eine offene grüne Landschaft.
Ich war so gespannt auf die Herznote, ob sie es mit der üblichen Oud-Bitterkeit übertrieben haben, die auf meiner Haut so gar nicht geht oder würde die Herznote, die so sagenhaft schön anders klingt, überzeugen? Es bleibt der Eindruck der grünen Landschaft, ist es ein chinesischer Garten oder mongolische Steppe? Ich gehe weiter.
Asien ist groß und vielfältig. Das haben schon andere vor mir schon toll und aus verschiedenen Perspektiven beschrieben. Das brauche ich also nicht mehr zu versuchen. Ich bleibe dabei, zu beschreiben, was mir den Duft so eindrücklich macht: Keine grelle Asien-Exotik hier, sondern harmonische und komplexe In-Eins-Verschmelzung von allem, was man sich unter Grün vorstellen könnte. Sicher hat mich der Flakon dazu vor-verurteilt.
Ich mache weiter eine Gang durch den Duftraum, durch die Weite dieser grünen Gegenden, durch Stadt und Land.
Rechts passiere ich, ich laufe noch keine Stunde, ein Restaurant - eine dampfende Schale Misosuppe wird abgestellt, würzig, wohltuend. Dazu Grüner Tee. Die Ruhe und wohldurchdachte, abgestimmte, scheinbare Einfachkeit, die asiatisches Essen mit sich bringen kann.
Ich gehe weiter. In der Umgebung ist es holzig, würzig, grün.
Ich rieche nichts Florales, und es ist stets ein gemessener Gang im Freien. Der Blick ruht nicht auf der Zierde irgendwelcher Garten-Blumen, sondern jetzt auf der ausladenden wunderbar kunstvoll geschnittenen Zeder mit ihrem Lichtspiel zwischen Vorder- und Hintergrund, den die Äste je nach Blickwinkel frei geben. Ich atme die Frische der Luft, des Wassers, der Gräser und Kräuter.
Jetzt erkenne ich den wundervoll eingebetteten Vetiver recht deutlich. Wie schön der nussige Charakter dieses Süßgrases mit der grünen Würze harmoniert ohne je schwer oder zu kühl zu werden. Riesige Büschel des schönen Süßgrases rascheln im Wind.
Asian Inspirations kann man hier verstehen, wie ein Maler, der unter Beibehaltung seiner eigenen künstlerischen Vorstellung asiatische Momente ins Bild bringt. Ich merke bald, dass meine Wanderung innerhalb eines solchen Bildes stattfindet.
Tempelgärten passen gut hierher, nicht als Abbild, sondern als Inspiration. Man erkennt sie im Duft, sie sind aber nicht der Duft. Das ist gut, weil es den Duft frei macht, mit dem Träger/der Trägerin eins zu werden.
Obgleich keinerlei Blumen, sondern aromatischstes Grün, Holz und Balsam, Harze, Gewürze usw. ist der Duft übrigens völlig unisex, mehr noch, er ist Zuordnungen gegenüber ganz unabhängig.
Ich denke, er geht auch zu jeder Jahreszeit, wenn er auch nicht gerade der typische Sommer- und schon gar nicht der typische Winterduft ist. Diese grüne Stimmung würde sich immer durchsetzen können.
Auch hier: Keine Zuordnung, keine Festlegung. Natur? Trotz der deutlich wahrnehmbaren Erd- und Pflanzenbezüge zu abstrakt. Das entledigt den Duft zumindest teilweise der üblichen (Grün-)Konzepte. Zugleich hat er etwas Impressionistisches, nein eher Romantisches, jedenfalls trotz der Abstraktion nicht allzu Modernistisches.
Farbe? Ja, deutlich grün, aber changierend. Mich würde es auch nicht wundern, wenn jemand den ganz anders sieht. Aber der Flakon passt schon und ist nicht nur eine hübsche Glaskunstspielerei von MoV. Chinesische Vase in Waldgrün würde ich glatt durchgehen lassen. Ganz vorne unten im Bild, bin gerade daran vorbeigekommen: Ein Laden mit chinesischen Kunsthandwerk. Oder war es italienisch?
Der Würzcharakter, etwas herbe Zitrischkeit und Leder-Nuss-Vetiver bleiben und setzen sich immer neu zusammen. Das Duftbild vervollständigt sich wahrnehmbar, verdichtet sich, ohne schwer zu werden. Ich bin ganz dabei, renne etwas unpassend immer mal wieder mitten ins Bild mit erhobener Nase und wittere eine Veränderung. Aber so scheint es zunächst im Wesentlichen zu bleiben. Das missfällt mir nicht, die Mischung ist ausgewogen und überzeugend, und es tritt nach ca. zwei Stunden eine balsamische Weichheit dazu, die samtig wirkt. Zugegeben: Asien wäre es gar nicht zwingend, wenn es nicht drauf stände. Auch hier also keine Festlegung, nur Inspiration. Mir sagt das sehr zu. Bleibt: DER GRÜNE DUFT.
Da mir der in der Basis verbleibende und schließlich verblassende Grünton sehr gefällt, nehme ich mir vor, den Gang durchs Grün noch oft zu wiederholen.
In der Ferne zieht ein sanftes mongolisches Kamel vorbei. Ungesattelt, Gras kauend.
Aktualisiert am 28.07.2018 - 19:04 Uhr
3 Antworten
Kovex vor 7 Jahren
Gut beschrieben! Seine stille Ausdruckskraft macht ihn so besonders.
Yatagan vor 7 Jahren
Ich mochte den auch sehr gerne. Ja, vielleicht, weil er GRÜN ist.
Seerose vor 7 Jahren
Ah, in der Mongolei bist Du letztlich gelandet, ganz von Japan und dem "Miso-Süppchen" Miso...moment, das ist doch Wasser. Ja, passt alles und das Kamel steht für Oud? Oder dachtest Du an jemand anderes?:-D

