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L'Or de Torrente (Eau de Parfum) von Torrente

L'Or de Torrente 2001 Eau de Parfum

Esther19
17.11.2012 - 05:34 Uhr
Top Rezension
7Duft 7.5Haltbarkeit 5Sillage 10Flakon

Kaffee-Klatsch mit Wechselbalg

Geständnis voraus: Mich hat auch der jugendstilig-angehauchte Kitschflakon mit inspiriert, mir den Duft zu kaufen. ( Übrigens: Es gibt weitaus schlimmeren Kitsch! ) Und natürlich der Kaffee, den ich gern und mehrmals am Tage in diversen Formen genieße. Und wenn ich Kaffee sage, meine ich auch Kaffee und nicht jene braun gefärbte Flüssigkeit, die einem oft als solcher offeriert wird. ( Ist doch Westkaffe, da braucht man etwas weniger...!)
Nach wie vor weiß ich immer noch nicht so richtig, was ich von dem L`Or halten soll: Einerseits gefällt mir die ausgesprochene Eigenwilligkeit des Duftes, eine Richtung, die schon der Originalität nicht entbehrt. Und dann wieder eine Disharmonie, die über den winzigen Kick einer interessanten Widerborstigkeit hinausgeht: Wie ein Wechselbalg, der sich ständig ändert, kommt er mir vor: Mal eine schöne Pudrigkeit mit der Magnolie, dann wieder tritt eine leicht unangenehme Säure hervor. Die Magnolie gefällt mir, ähnlich wie in "Rumeur", stilisiert, leicht trocken. Auch die Angelika trittmit ihrer Herbheit der Gefahr zum Abdriften in Liebliches entgegen.. Doch die Säurenote ist mir zu stark, fast zitrisch, überdosiert. Ähnliche Unverträglichkeit erlebte ich bei "Ilaya" von Isabelle Derroisne, der auch mit Kaffee spielt, wo sich anfangs Ingwer und Jasmin ins Gehege kamen. Sind das hier die Früchte? Nicht zu süß, aber wie nicht mehr ganz frisch. Die Iris wirkt mit Cremeschaum dagegen, aber der Kaffee kommt zu wenig zum Wirken. Sollte man etwa Schonkaffee verwendet haben? Falls Rose dabei sein sollte, ist sie eher Deko auf der Tafel, die auch nicht unbedingt ein Zederholztisch sein muss. All das ist immer wieder anziehend und zugleich mit einer Prise Ärgerlichkeit über die Gastgeberin. Man freut sich über die Einladung und fühlt sich doch ein Quäntchen Unbehaglichkeit, nicht so ganz in der richtigen Runde zu sitzen. Es ist nämlich eine Teilnehmerin dabei, die mit ihrer kreischigen Stimme immer dazwischen plappert . Es dauert, bis die endlich die Klappe hält!
Schließlich, nach einer ziemlich langen Zeit, mindestens einer Stunde, wird es dann doch noch recht schön. Der Duft wird dann pudrig- holzig -fein, mit dem sehr zarten Hauch von Kaffee . Die Vanille umschwebt immer , hauchzart und angenehm unsüß. Das Kaffeegold hält erstaunlich lange, bleibt aber hautnah.
Merkwürdiger Duft: Ich werde mit ihm nicht völlig vertraut, weil mich eben anfangs die Fruchtplagegeister stören, und ich mag ihn zugleich wegen der sehr schönen , ausgefallenen Basis. Ausmustern werde ich ihn also nicht.
3 Antworten
AavaAava vor 13 Jahren
Besser, ein etwas unbehaglicher als ein langweiliger Duft :-) Grandioser Kommi! Danke!
DuftstickDuftstick vor 13 Jahren
Trotz der vielen Früchte liest sich die Pyramide für mich recht gut!! Eau noir von Dior hat ja auch Kaffeearomen eingebaut und der gefällt mir auch. Super Kommi!!!!
Medusa00Medusa00 vor 13 Jahren
Düfte die nach Kaffee riechen mag ich auch, aber der klingt sonderbar. Schöner Flakon.