Probe Nummer Drei aus meinem Probenpaket. Diesmal ein Duft der durch eine ordinäre Art besticht. Kein Highlight-Duft, der zum tiefen Träumen einlädt oder große Entdeckungen verspricht, nein ein recht geradliniger und schüchterner Kandidat. Es handelt sich hier um den cremigen Duft des Hauses, welcher sowohl bei warmen, als auch bei kalten Temperaturen seinen Platz findet. Ein Duft, der unscheinbar in der Welt steht und gerade auf Grund seiner Art doch einige Leute begeistern könnte.
Man sieht bereits an der Duftpyramide, hier ist ultrakomplexes Werk vorhanden, denn gerade durch seine Klarheit und mit dem Spiel der angegebenen Noten wirkt er umso stimmiger auf der Haut.
Es handelt sich hier hauptsächlich um einen süßlich-cremigen Vanilleduft, der sehr natürlich wirkt und weniger etwas von einem Backaroma hat. Dies liegt an dem Zusammenspiel der verschiedenen Noten. Die angegebene Blaubeere schafft es sehr gekonnt der Vanille zu schmeicheln und sowohl synthetische, als auch zu süße Nuancen zu überdecken. Dies funktioniert zum einen durch die Saftigkeit der Blaubeere, die sehr harmonisch die Süße unterdrückt, gleichzeitig aber Fruchtsüße zulässt. Zum anderen spielt der Duft mit der Fruchtsäure, weshalb hier auch ein Konterpart existiert, der aus dem Hintergrund alles im Zaum hält.
Also cremig, fruchtig, leichte Süße, leichte Säure – alles in einem sehr harmonisch Duftbild.
Etwas später kommen hintergründig noch etwas Sandelholz und Vetiver dazu. Helle Holzigkeit macht sich etwas bemerkbar, zarte Dunkelheit mit einer grünlich-grasigen Not vernimmt man nur als hauchdünne Nuancen, die dem Duft noch etwas Charakter verleihen. Beide Noten werden aber nie so hochgehoben, dass man von einem großen Bestandteil des Duftes sprechen kann.
In der Kopfnote ist eigentlich noch die Zitrone angegeben, diese merke ich auf meiner Haut allerdings nicht oder kaum, da die Fruchtsäure der Blaubeere spürbar mehr zur Geltung kommt. Eventuell sorget die Zitrone hier für einen etwas bemerkbaren Effekt der säuerlichen Note.
Auf der Haut sitzt der Duft recht gut, vermag daher mindestens sechs bis acht Stunden den Träger zu beglücken und immer mal wieder zum schnuppern einzuladen. Von der Sillage her ist er etwas schwächer auf der Brust als seine Brüder, da die natürliche Anmutung weniger penetrant in die Nase sticht als synthetisch wirkende Aromen. So muss man sich mit einer Armlänge an Sillage zufriedengeben.
Ein wirklich toller Duft, der sicherlich in der beginnenden Sommersaison auch wundervoll auf der Haut liegt. Schön cremig, nur leichte Süße der Vanille und zusätzlich fruchtige Noten mit zarter Säure. Gerne mehr davon.
Blueberry Cheesecake? Ich wusste nicht, dass ich danach riechen will, aber jetzt ist es meine Mission. Cheesecake ist der winzige Kuchen, den ich in meinem Leben brauche.