Poets of Berlin von Vilhelm Parfumerie

Poets of Berlin 2017

KerstinKerko
28.12.2025 - 07:55 Uhr
3
Hilfreiche Rezension
7Duft 8Haltbarkeit 7Sillage

(K)Eine Hommage an David Bowie

Dieser Duft ist irgendwann auf meiner Merkliste gelandet, weil er eine Hommage an "das Chamäleon" der Popmusik der 70er und 80er Jahre - David Bowie - sein soll. Als riesiger Bowie-Fan musste ich den einfach mal testen irgendwann...

Nun bekam ich von der lieben Wisivc eine Probe und voller Spannung testete ich...

Huuhh, schon SEHR süß...
Beeren und Vanille,
nicht künstlich, immerhin!
Aber ... huuuhhh ... süß!
Nach ein paar Minuten kommen grüne Sprenkel dazu, dimmen die Süße ein klein wenig ab, aber hauptsächlich bleibt es bei mir eben "girly"-fruchtig-süß - und das über Stunden (die Haltbarkeit ist zumindest wirklich gut)!
Spät in der Basis nach über 8 Stunden, wirkt er dann würziger, leicht rauchig und etwas maskulin.

Vilhelm selber schreiben auf ihrer Homepage:
Berlin, eine Stadt, die mit der gleichen kinetischen, magnetischen Energie lebt, die David Bowie in den siebziger Jahren für einige prägende, rekuperative und produktive Jahre anzog. Immerwährende kreative Bewegung verkörpert in einer kühnen Kollision von Heidelbeere, Zitrone, Bambus, grünem wildem Orris und haitianischem Vetiver.

Eine Hommage an David Bowie?
DIE hätte ICH mir ganz anders vorgestellt: Einen Duft mit mehr Ecken und Kanten, trotzdem irgendwie schillernd, und im stetigen Wandel.
Für eine Hommage an einen herausragenden Künstler, an "DAS Chamäleon" der Popgeschichte, ist mir dieser zu zahm und zu linear - denn Bowie wollte nie ein sich anpassendes Chamäleon sein, sondern - ganz im Gegenteil - rebellieren und polarisieren. Steter Wandel haben ihn und seine Musik über fast 5 Jahrzehnte ausgemacht.
Poets of Berlin ist zweifelsohne ein netter, süß-fruchtiger Duft - hat für mich persönlich (als eingefleischter Bowie-Fan) aber so garnichts mit David Bowie zu tun - sorry!

Mit VIEL gutem Willem wäre eine Hommage an die von Bowie erschaffene Kunstfigur Ziggy Stardust nachvollziehbar - erst süß (quietschbunt, feminin wie die äußere Erscheinung von Ziggy) und spät dann doch herber und maskuliner. Wie Bowies Spiel mit den Geschlechtern und Geschlechterrollen.

Aber mit SO viel gutem Willem könnte man wohl aus jedem Duft eine Hommage an irgendeine Persönlichkeit herauslesen...

Fazit:
Süß-fruchtig, nett. Gute Haltbarkeit.
Aber FÜR MICH keine Ehrenbezeugung für einen der erfolgreichsten Musiker der Pop- und Rockmusik.
3 Antworten
FloydFloyd vor 11 Tagen
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Ich stell ihn mir jetzt in seiner Glam-Phase vor, geschminkt, als Brian Eno Flügel auf dem Rücken hatte.. und immer noch will es nicht passen..
PollitaPollita vor 12 Tagen
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Ich hab mich damals so aufgeregt, als Bowies Musik für die Werbung von Phantom (Rabanne) ausgewählt wurde. Das passt doch nie und nimmer zusammen. Trug er nicht Vetiver von Guerlain? Mich hat Poets of Berlin übrigens an Meringa von Profumum Roma erinnert.
VerbenaVerbena vor 12 Tagen
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Bin da völlig bei Dir und habe ähnlich bewertet. Gut geschrieben. Herzlichst, ein Bowie-Fan.