Cloud Collection (No.1) von Zarkoperfume

Cloud Collection (No.1) 2017

Augusto
04.03.2019 - 07:50 Uhr
8
Top Rezension
7.5Duft 8Haltbarkeit 8Sillage 10Flakon

Zitrone des Nordens

Oh, Honigsüße Kopfnote! Wie überraschend. Dann schleicht ein Holz- und leicht stickiger Blattgrün-Geruch herbei, es wird bitter und bleibt doch süß. Der Geschmack, äh Geruch, wird irgenwie mehlig. Und orange.

Weißdornblüten riechen an sich ja nicht nur gut, aber in Düften können sie interessant sein, wenn sie andere frische, blumige Noten unterfüttern. Ob Sanddorn auch so riecht? Dem Duft nach zu urteilen, zumindest ähnlich. Aber nicht aasig, nur etwas muffig und fruchtig wie bei Hagebutten oder eben Sanddorn. Sanddornmarmelade an der See.

Unter Cloud-Collection hatte ich mir was Luftigeres vorgestellt. Stratus, wie Stratosphäre, wie ein griechischer Vorname, eine griechische Stadt, wie griechisch für "Heer"? Na, das passt nun gar nicht, außer das Heer versteckt sich in Sanddornbüschen, wie die sich bewegenden Soldatenbüsche bei Monty Pythons. Ah, wenn schon nicht luftig, dann lustig oder wie?

Also: Honig, Sanddornbüsche, von mir aus in den Dünen. Gut.

Nach einer Weile wird der Duft cremig. Fette weiße Creme, frisch und pastös. Jasmin läßt sich erahnen, betont den Geruch, der mich mehr an den schon genannten Weißdorn erinnert, an den bäuerlichsten Weißblüher unter den Düften, wenn man so will. Und der zwischen betörend und stinkend schwanken kann, mit einem Windstoß. Der Sanddorn ist da offenbar ganz ähnlich. Ich schwanke auch.

Der Cremeeindruck passt ganz gut zur Sanddornmarmelade. Frisch eingecremt an den Frühstückstisch. Das Mehlige sind die Brötchen. An Sanddornmarmelade komme ich vom Geruchs-Eindruck bei diesem Duft einfach nicht vorbei. Auch nicht an deren schöner Farbe, dieses kräftige, matte Orange.

Der fruchtige Eindruck bleibt. Aber auch der Drang, den Duft im Freien zu sehen. Denn er riecht nun doch nach offenen Himmel. Und nach feucht-warmem Holz.
Das, was zunächst durch den Honig süß-würzig, aber etwas arg dick für den Anfang wirkte, legt sich jetzt, der Aufstrich wird gewissermassen zarter. Das Holz dringt kräftiger durch.
Nach einer guten Stunde wirkt der Duft in der Herznote als wäre er jetzt ausgereift. Schöner Eindruck.
Er ist sogar leicht aprikosig im Kontrast zum immer dunkler werdenden Holz. Helle orange Lichtspiele, Wolken und Schatten, der sich im Holz zusammenzieht.

Es ist ein ungewohntes Zusammenspiel der Duftnoten, auch wenn man meint, Frucht und Holz zur Genüge gehabt zu haben. Der Sanddorn ist nun wirklich einmal eine ganz andere Note. Man nennt ihn auch die Zitrone des Nordens, das gefällt mir eigentlich ganz gut. Und passt irgendwie zum Duft.
Aktualisiert am 04.03.2019 - 07:52 Uhr
3 Antworten
YataganYatagan vor 6 Jahren
Schon wieder so was: Sanddorn, ja, mag ich sehr (habe gerade einen Honig mit Sanddorn offen), aber die Marke kam bei mir nie über die o.g. Note von 7.5 hinaus, weil zu synthetisch. Merkliste? Mal sehen...
KriemhildKriemhild vor 6 Jahren
Schöner Kommentar!
Sanddorn, die Zitrone des Nordens.. Man lernt nie aus :-)
Mir gefällt dieser Duft ganz gut, auch wenn mich seine ölige Beschaffenheit ein bisschen stört. Eventueller Kaufkandidat, wäre der Preis nicht so überambitioniert..
GschpusiGschpusi vor 6 Jahren
Außergewöhnlicher, bzw. eigenbrödlerischer Duft, den ich sehr gerne mag.