Aspasia0
14.12.2023 - 05:41 Uhr
18
Hilfreiche Rezension
7
Sillage
8
Haltbarkeit
9
Duft

An Artemis Seite

Wenn man sich wie ich in letzter Zeit mit Honigdüften befasst, stößt man schnell auf Bee von Zoologist und bekommt, wenn man die Rezensionen und Statements so liest den Eindruck, dass dieser Duft die Königsdiziplin der Honigdüfte ist. Honig für Hardcorefans des flüssigen Goldes, die sich auch von geballter Bienenpower nicht abschrecken lassen. Friss oder stirb!
Klar, dass das meine Neugierde wecke und nach einigen versuchen den Bienentraum zu ergattern (verdammt, bist du teuer T_T ), hielt ich gestern endlich eine Probe in den Händen und habe sie sofort aufgesprüht.

Sofort tropft der Honig dick und zäh in mein Hirn, bettet sich da auf den struppig aromatischen Ginster, das das übliche Chaos in meinem Kopf darstellt und weil meine Nerven bereits "Ode an die Freude" singen, streuen sie fröhlich tanzend noch ein paar Blütenblätter darüber. Draußen in der realen Welt gibt es ein Lagerfeuer aus frisch geschlagenen, noch von Harz bedecktem Holz, doch das bekommt mein dümmlich selig lächelndes Ich nur noch am Rande mit.

Bee hat keinen großartigen Verlauf, denn alle Noten sind in der ein oder anderen Form von Beginn an da und bleiben auch bis zum Schluss. Es ist ein Gesamtkunstwerk, eine Ode an den Honig, aber keiner, der fein kultiviert vom Imker produziert wurde, sondern ein weitaus urtümlicher. Ich kann es nicht genau erklären, aber der Duft hat etwas Wildes an sich. Nichts stark animalisch dreckiges, aber eben auch nichts, was innerhalb von vier Wänden oder Zäunen gehört und schon gar nicht aufs Brot.
Viel mehr stelle ich mir vor, dass so Ambrosia, die Speise der griechischen Götter, von dem Homer und Vergil schreiben, dass es auch als Duftessenz diente, riecht und in meinen Gedanken schmieren sich Nymphen damit ein und jagen dann zusammen mit Artemis durch den Wald. Elegant und unbändig zugleich.

Was soll ich noch weiter sagen, ich liebe ihn, will auch ein bisschen Ungezähmtheit im Alltag und das ist jetzt ein gravierendes Problem. Jemand mit mehr Vernunft, als ich, meinte mal, sie testet nichts, was sie sich nicht leisten kann. Ich sag ja, mehr Grips, als ich, denn hier hab ich nun den Salat, oder eher den Honig...
7 Antworten
SebastianMSebastianM vor 2 Jahren
Ich finde, der riecht genau so, wie es riecht, wenn man einen Bienenstock im Sommer öffnet. Dunkel, würzig, wachsig, herb-süß, etwas rauchig, sehr komplex und gar nicht einfach nach süßem Honig. Ein wundervoller Duft, der der Seele gut tut.
XRinxXRinx vor 2 Jahren
Ich finde auch dass Bee (und die meisten Zoologists generell) etwas sehr phantasievolles/exotisches an sich hat was man so im Alltag einfach nicht riecht
Aspasia0Aspasia0 vor 2 Jahren
@XRinx das war mein erster Zoo =) Ich habe aber noch Proben von Moth und Koala da, die ich noch testen kann und bin jetzt mega gespannt 😁
MalagaMalaga vor 2 Jahren
1
Ich liebe ihn auch, aber an einen Flakon hab ich mich noch nicht getraut. Ist halt nur was für hardcore Honigfans (mein Opa war Imker, hat irgendwie abgefärbt).
Aspasia0Aspasia0 vor 2 Jahren
@Malaga ach, ich wohne in Berlin, hier heißt es olfaktorisch sowieso Friss oder Stirb, da würd eich mir weniger Gedanken machen 😂 Wenn ich also mal im Lotto gewinne, darf der Flakon gerne einziehen
DuftgroupieDuftgroupie vor 2 Jahren
1
Muss ich irgendwann unter die Nase bekommen 🤩🍯
Einen „Honig“-Pokal 🍯🏆 für dich
Aspasia0Aspasia0 vor 2 Jahren
1
@Duftgroupie vielen Dank, der wird direkt ausgeschleckt 😋