Fresh21
14.04.2021 - 02:27 Uhr
44
Top Rezension
6
Preis
7
Flakon
7
Sillage
8
Haltbarkeit
7
Duft

1. Akt, und kein Schlechter

Dies ist der Auftakt zu einer Kommi-Reihe, die ich den Parfums von DER DUFT widme, nachdem ich (mit liebem Dank an Don) ein Discovery-Set mit 6 Proben gewann. Seinem Wunsch "mindestens 4 Rezensionen" komme ich gerne nach, und erfülle zugleich das Versprechen meines letzten Blogartikels, dies einmal völlig spaßbefreit zu tun, nachdem ich die Gemeinde nun schon zum dritten Mal mit einem Aprilscherz verladen habe:) Und dazu bietet sich nichts besser an als meine persönlichen Notizen während meiner Tests, die ich hierfür fast 1:1 zitieren kann.

Hier also der (aller)erste Kommentar zu diesem Duft:

Act eröffnet sehr zitrisch, leider inkl. einer etwas übelriechenden Note - ziemlich muffig, doch zum Glück nur für ca. 10 Minuten. Im Anschluss blendet der Duft zunehmend eine schwierig definierbare pflanzliche Note ein, die mich leicht an Eukalyptus erinnert, doch laut der Pyramide "nur" ein Mix aus Lavendel, Zypresse und ggf. Vetiver sein kann. Dieser leicht würzige Pflanzen-Ton macht nach ca. einer halben Stunde knapp die Hälfte des Acts aus, während die Zitrik schon deutlich nachgiebt. Das Ganze ist zusätzlich untersetzt von einem leicht scharfen Ton, der sich bald als der Tabak herausstellt, hier dezent rauchig, doch warm. Nach einer Stunde zeigt sich in etwa folgendes Bild: Zitrik 30%, Pflanzen 40%, (Würz-)Tabak 30%, wobei der Duft nun auch leicht süßlich riecht. Prima!

Zurückkommend auf den Anteil "pflanzlich" kann ich durchaus die vielen Eindrücke im Tortendiagramm nachvollziehen, denn dieser Hauptakkord hat tatsächlich von allem etwas: er ist dezent grün, ein wenig holzig, durchaus (hell)würzig, weniger erdig, doch dafür mehr harzig für mein Empfinden. Einzeln sind diese Nuancen nur schwer herauszuriechen, sind sie doch in einen dichten Mix gepackt. Dennoch ist dies kein schwerer Duft - im Gegenteil, für mich eher tänzelnd hell, durchwirkt von einer süßlich warm-rauchigen Tabaknote, die sich nach ca. 1,5 Stunden noch etwas mehr durchsetzt, wogegen die Limette nun nicht mehr als solche wahrnehmbar ist, wenngleich sie dem Act auch weiterhin eine gewisse Frische verschafft.

Das Moos kann ich kaum ausmachen, während der Lavendel und das Vetiver zu einer gewissen silbergrauen Stimmung des Dufts beitragen und einen kleinen, doch sehr stimmigen Kontrapunkt zur feinen Süße des Tabaks setzen. Nach hinten raus verliert der Duft ganz langsam an Zitrik, Frische und Süße. Was bleibt ist die leichte "Würze" des Tabaks, eingebettet in einen nun zunehmenden grauen Vetiver (wirkt trockenkrautig-grasig), was ihn nach ca. 4h etwas weniger gefällig und dafür seriöser und maskuliner macht, obschon auch die leicht lieblich-süßen Anteile immer wieder durchblitzen.

Nach 6h liegt die Sillage an meinem Hals bei ca. 60-70% und ist noch recht gut wahrnehmbar. Nach 8 Stunden changiert der Act nicht mehr hin und her, sondern bildet das Konzentrat aller Noten ab, im Wesentlichen: lichter grasiger Vetiver+Lavendel, süßlich-feinrauchiger-hellwürziger Tabak und weicher warmer Moschus. Dann aber baut sich die Sillage spürbar ab, um nach ca. 10h bei ca. 30% zu liegen. Immer noch nicht hautnah, aber nur noch so "stark", dass sie ab und zu in einem feinen Hauch vom Hals aufsteigt, um sich verschiedentlich nochmals zu melden.

Hinsichtlich Haltbarkeit und Sillage gibt es also nichts zu meckern, und auch insgesamt halte ich den Act für einen gelungenen, nicht alltäglichen Duft. Wenngleich er nicht meinem persönlichem Beuteschema entspricht, ist somit ein Test empfehlenswert, eignet er sich doch gleichermaßen für beide Geschlechter und jede Jahreszeit.

So, das war er also, der 1.Akt meiner Kommi-Reihe zu den DER DUFT Parfums und der 2.te folgt schon bald zu "Cinematic".

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