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Hilfreiche Rezension
Vom Gehen im Wald
Der Wald schluckt einen, sobald man sich ihm nähert. Die Zweige bilden ein Tor, dahinter ist es schwarz und still. Man kann plötzlich atmen, die Brust wird ganz weit. Niemand begegnet einem, als sei man an einem ausgedachten Ort oder in einem Traum. Aber man hört ja den Ruf des Hähers, kann die Rinden der Bäume befühlen, die klebrig sind vom süßen Harz, sieht die Himmelsflecken, wenn man den Kopf in den Nacken legt. Immer wieder der Wunsch, sich in dieses Bild einzufügen, kein Fremder zu sein, kein Eindringling, vor dem gewarnt werden muss. Die Rehe liegen still im Unterholz. Ich sammle Kiefernzapfen, meine Taschen werden schwer. In jedem Schritt liegt der nahende Abend. Ich kehre nicht um, gehe tiefer in den Wald, verlasse den Weg. Zwischen den Buchen gehe ich, wie durch eine Säulenhalle, aufrecht und finster blicken sie auf mich herab. Solange ich gehe, muss ich nicht denken, kann mich auf den Atem konzentrieren, auf den feuchten Geruch sich zersetzenden Holzes, auf die Pilze, die einen Hexenkreis bilden, auf das dunkle Moos, das die Schritte lautlos und weich werden lässt...
16 Antworten


Ich kenne das Problem mit der H/S solcher Themendüfte.
Aber immerhin zaubert er für kurze Augenblicke Dir den Wald.
Ich mag den auch sehr gerne und würde mir
wünschen, dass dieser authentische Duft
nicht so flüchtig wäre , seufz…
Einen „Wald“-Pokal 🏆 für dich