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DonCologne

DonCologne

Rezensionen
11 - 12 von 12
Wer mit dem Strom schwimmt, schwimmt nicht schlecht!
Mit AHSEE ist Chanel eine wirkliche Glanzleistung gelungen!

Ist der Duft so innovativ? Meiner Meinung nach nicht wirklich, da sind Düfte wie Antaeus, Égoïste oder selbst die Édition Blanche aus gleichem Hause schon deutlich origineller bzw. markanter und haben mehr Wiedererkennungswert. Ist es ein Duft von dem ich nicht genug bekomme und den ich an sich extrem mag? Jein.
Auch wenn ich vorher genannte Düfte (diese sind lediglich "wahllose" Exempel, die ich gut kenne und eben aus dem selben Dufthaus stammen) gewissermaßen, aufgrund ihrer Originalität, mehr schätze und "respektiere", stehen sie AHSEE doch in einem Punkt bei mir nach: Sie werden einfach nicht annähend so häufig von mir verwendet. Ja ich würde sogar fast behaupten, dass AHSEE einer, wenn nicht sogar der meist verwendete Duft meiner Sammlung ist. Die Allrounderqualitäten vom Eau Extrême sind ja hinlänglich bekannt und dazu auch gleich mehr im Fazit.

Zum Duft:
Die hier angegebene Duftpyramide lässt sich m.E. gut heraus riechen. Eine wirklich schöne mandarinig-minzige Eröffnung, angenehm kühl "metallisch", der sich sogleich die Tonkabohne als Hauptkomponente zugesellt. Gebettet ist das alles auf einer schönen sauberen weißen Moschusbasis, die dem Duft sein "frisch gebügelt" und sein cremiges Flair verleiht. Während die Mandarine recht zügig verschwindet, finde ich erstaunlich, wie lange der Duft seine Frische, in der niemals penetrant wirkenden Tonkabohnen-Süße behalten kann. Und dort ist Eau Extrême vielen Konkurrenten voraus, die mir des Öfteren mit einer sehr schnell verfliegenden Frische und einer übrig bleibenden klebrigen Süße den Riechgenuss vermiest haben.

Fast hätte ich einen wichtigen Punkt vergessen, der doch einige hier lesende Männer interessieren dürfte: Die Gerüchte um seine Erfolgsqualitäten beim anderen Geschlecht sind wirklich wahr. Ich habe schon zahlreiche Komplimente für diesen Duft (eigentlich ausschließlich) von der Frauenwelt erhalten. Und ich meine auch schon die ein oder andere Frau dabei beobachtet zu haben, wie sie - wenn ich den Raum damit betrat oder bei einer flüchtigen Umarmung - tief inhalierte und danach ein positiver Eindruck in ihren Augen ablesbar war. Einbildung ist auch eine Bildung und dass ich ihn ziemlich oft trage, spielt dabei sicherlich auch eine Rolle. ; ) Wie gelingt das diesem, wenn ich es böse ausdrücke: fast schon unspektakulären Duft, auf soviel Gefallen zu stoßen? Manche sagen, dass Düfte, die tendenziell von Frauen an Männern gemocht werden, entweder sehr frisch oder angenehm betörend süß und verführerisch daher kommen müssen. Eau Extrême bedient meiner Meinung nach beide Klischees vortrefflich, ohne eine Seite zu übertreiben. Er ist und bleibt frisch, ohne mit Schärfe oder "Agressivität" zu verprellen und ist angenehm süß, ohne kitschig oder klebrig zu wirken. Er ist männlich und trotzdem nahbar.

Fazit: Dieser Duft ist bei YouTubern, der Community und auch so (zu recht) ziemlich gut bekannt und wird daher sicherlich auch oft getragen. Trotzdem hat ihn sicherlich sein nicht gerade niedriger Preis davor "geschützt" allzu inflationär zu werden. Für spezifische Situationen findet man womöglich besseres, trotzdem ist sein Ruf als perfekte jahreszeiten- und anlassunabhängige Allzweckwaffe absolut berechtigt, als welche er bei mir oft zum Einsatz kommt, falls ich mal ratlos vorm Parfümschrank stehe oder eben einfach Lust auf ihn habe. Er passt eigentlich zu so gut wie jedem Typ von Mann und auch egal welchen Alters er ist.
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Wie Zähneputzen beim Barbier
Vorab: Sehr lange lese ich nun schon in diesem schönen Forum und habe dabei schon soviel Inspiration und Gutes aus den vielen Rezensionen hier ziehen können. Zeit also auch meinen "Einstand" zu feiern, der Community was zurück zu geben und meine erste Rezension zu schreiben.

Es wurde hier ja schon des Öfteren erwähnt, dass die Jungs und Mädels der Replica-Markting-Abteilung gute Arbeit geleistet haben. Unterschiedliche Situationen des Lebens in einem konkreten Duft einzufangen ist m.E. eine gute Idee und hat definitiv meine Aufmerksamkeit auf sich ziehen können, speziell was diesen Duft oder auch den allzu bekannten Jazz Club anbelangt. Trotzdem bleibt bei mir ein leicht fader Beigeschmack, ob ich eigentlich nach einer "spezifischen Situation" bzw. nach einem "spezifischem Ort" riechen möchte...aber ich möchte nicht abdriften...

Zum Duft: Auftrag erledigt! Wer At the Barber's kauft und hofft einen Rasierduft/Fougère zu erhalten, dürfte erstmal nicht enttäuscht sein. Beim ersten Mal riechen kam mir sofort Drakkar Noir in den Sinn, nur moderner und vielleicht um seine, auf manche unter Umständen altbacken wirkenden Ecken und Kanten, beraubt. Beim wiederholten Testen wollte sich der Vergleich zu Drakkar Noir immer weniger einstellen, was im Sinne der Eigenständigkeit ja auch durchaus positiv zu bewerten ist. Mich persönlich erinnert der Duft sofort, neben den eindeutigen Rasiernoten, an Zahnpasta bzw. an den Geruch als Kind, wenn ich ins Bad kam, mein Vater sich rasiert hatte, sich die Zähne geputzt und den Mund mit Odol-Mundwasser ausgespült hatte und noch ein gehöriger Schwall Minze/Menthol in der Luft lag. Deswegen bin ich auch ein bisschen verwundert, dass nichts dergleichen hier in den Noten gelistet wird. Während die bei vielen Frischedüften in der Kopfnote vorhandene Minze schnell verfliegt, nehme ich diese bis zum Verklingen des Dufts durchgehend wahr.

Einzug in meine Sammlung wird At the Barber's vermutlich trotzdem nicht halten. Für mich ist er, trotz großzügigem Auftragen, von Anfang an extrem körpernah und war von meinen Mitmenschen, wenn dann eher subtil und nicht wirklich als Parfüm wahrnehmbar. Die Haltbarkeit liegt bei mir bei ca. 4-6 Stunden, während die Sillage so gut wie gar nicht zum Tragen kommt. Trotz allem muss ich zugeben gab es, frisch nach dem Auftragen versteht sich, auch schon ein Kompliment für den Duft. Der Duft ist meiner Meinung nach von all meinen Geschlechtsgenossen (denn männlich ist er definitiv) gut ab dem Alter des ersten Barwuchses und aufwärts tragbar. Der eckt nirgendwo an, belästigt niemanden und hat eine angenehme Frische und milde Würze. Sehe ich definitiv in der Freizeit oder auch sehr gut im Büro und wird auch beim Sport keine schlechte Figur machen. Für Dates oder Abendveranstaltungen ist er mir zu wenig markant, nicht wirklich sexy und zu leicht.

Wer also nichts gegen Düfte der älteren Schule hat, kann (lieber) mal Azzaro pour Homme, Drakkar Noir oder wenn ihr ihn noch bekommt YSL's Rive Gauche probieren und wenn es moderner sein darf vielleicht den MFK- Masculin Pluriel oder vielleicht auch Chanels Platinum Égoiste.

Ich hoffe dem oder anderen hilft das ein wenig weiter.
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