
Hektor
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Wie alles begann, Kommentar am Rande (man muss ja auch nicht zum 37. Mal dasselbe in anderen Worten schreiben)
(Ein Park im Halbdunkel eines aufziehenden Abends; im Hintergrund hört man Geböller und lautes Kindergeschrei, ein großes Feuer brennt, im Vordergrund zwei Herren auf einer Bank)
Johnny Beton: Guten Abend, Hektor.
Hektor: Guten Abend, Herr Beton.
J.B.: Sie dürfen mich immer noch Johnny nennen.
H.: Ja, richtig. Also denn. Johnny.
J.B.: Wir haben uns heute hier an diesem Ort eingefunden, um einmal mehr über... (blättert in seinen Unterlagen) Parfum zu sprechen. Genauer gesagt... (liest betont von seinem Zettel ab) über El Instant deh Guerläing pur Homme (betont deutsch ausgesprochen).
H.: Ganz recht. Allerdings heißt der Duft L'Instant de Guerlain pour Homme (französisch ausgesprochen). Ich habe diesmal meinen dem häuslichen Badezimmer entnommenen Flakon dabei und (holt die Flasche aus seinem Beutel und hält ihn seinem Gegenüber hin) kann so direkt meine Eindrücke schildern.
J.B.: (Nimmt den Flakon in die Hand und wiegt ihn mit prüfendem Blick) Der geschlossene Flakon mit dem Deckel erinnert mich wahlweise an einen Korkenzieher oder an einen dieser Poller, an welchen man Schiffe mittels Trossen in einem Hafen zu vertäuen pflegt. Er liegt gut in der Hand.
H.: So ist es. Der Flakon ist zudem 1a verarbeitet, hier sitzt alles am rechten Platz, nichts wackelt oder klappert (zeigt auf den Deckel).
J.B.: (Zieht mehrmals den Deckel ab und steckt ihn wieder auf) Sie haben recht. Hier gibt es nichts zu beanstanden. (Nun ein wenig ernster) Das hat man bei anderen Häusern, die dem geneigten Duftfreund wesentlich mehr für ihre Erzeugnisse vom Konto abzubuchen geneigt sind, schon... ganz... anders... geseEEHEEE... (niest vernehmlich, es hört sich an wie CREEEEEEED).
H.: Gesundheit.
J.B.: Danke.
H.: Nun zum Inhalt. Wie Sie an meinen einleitenden Worten herausgehört haben sollten, habe ich mir das gute Wässerchen zugelegt.
(Die Kinder im Hintergrund haben sich in einem Halbkreis auf den Boden gesetzt und schauen gebannt auf das Feuer)
J.B.: Ich habe mir sowas gedacht, ja.
H.: Wenn Sie mir eine kleine Geschichte dazu erlauben würden?
J.B.: (Begeistert) Ich bitte darum!
H.: Dereinst habe ich mich durch die Drogerien und Douglasses dieser Welt gekämpft, stets auf der Suche nach etwas, was ich noch nicht kannte. Immer wieder aufs Neue wurde ich enttäuscht. Ich ging von Regal zu Regal, Hugo Boss, Calvin Klein, Iceberg... Irgendwie roch einiges nicht schlecht, anderes sogar ganz gut. Aber ich war immer sehr schnell überwältigt und erschlagen von der Überfülle an ähnlich riechenden Düften und so kaufte ich tatsächlich meistens nichts und blieb bei meinem aus Jugendzeiten ins Erwachsenenalter geretteten "Acqua di Giò pour Homme (Eau de Toilette)" - meiner Art Signaturduft für viele, viele Jahre. Nach meinem Studium entdeckte ich durch Zufall das zu der Zeit erschienene "Terre d'Hermès" und das war mein Erweckungserlebnis. Es gibt doch noch Düfte, die einen mitreißen können, die einem ein Lächeln ins Gesicht zaubern können, die einen voller Vorfreude auf den nächsten Tag einschlafen lassen, weil man ja am Morgen wieder großzügig sein Terre auftragen kann! Und so hatte ich über weitere Jahre lediglich zwei Düfte, Acqua di Giò und Terre, immer gleich im 200ml Fläschchen.
J.B.: Verstehe. Und was hat das jetzt mit diesem Duft (zeigt auf die Flasche) zu tun?
(Vom Feuer der Kinder, die zwischenzeitlich einige Säcke mit Asche, eine große Menge der kürzlich zur Explosion gebrachten und ausgebrannten Feuerwerkskörper sowie ein paar alte Weihnachtsbäume, die allerdings auf anderen Feuern schon einmal gebrannt haben, auf ihren Bollerwägen herangefahren und von dort auf den brennenden Haufen geworfen haben, steigt eine beißende gelbgraue Rauchwolke auf, die zu den Männern auf der Bank zieht)
H.: (Schaut angewidert hoch, auch sein Gesprächspartner verzieht das Gesicht) Sie schauen so, wie ich mich seit einer Sekunde fühle...
J.B.: ... Sie haben mich durchschaut. Irgendwer hier im Park riecht streng nach...
H.: ... "Interlude Man", ...
J.B.: ... weswegen ich vorschlagen würde, dass wir schnell woanders hingehen, um unser ...
H.: ... Gespräch fortzusetzen. (Sie entfernen sich vom Feuer) Bis vor einem guten halben Jahr, als ich diese Seite hier so richtig entdeckt habe, hatte ich mich also durch viele minderwertige Düfte durchgerochen. Mit meinen beiden Düften, die ich abwechselnd auftrug, fühlte ich mich gut gewappnet gegen die alltägliche Unbill des Lebens. Dann stieß ich wie gesagt auf diese Seite. Ich wollte mich hier eigentlich nur ein wenig umsehen, wie meine beiden Helden des Badezimmerschranks sich hier so schlugen. Der eine kam ganz gut weg...
J.B.: ... Terre!
H.: ... und der andere so mittelmäßig.
J.B.: Acqua di Giò!
H.: Dann entdeckte ich durch Zufall, viele Jahre waren ins Land gegangen und ich wollte doch mal wieder einen Versuch starten und Abwechslung in den Schrank bringen, "Luna Rossa Extreme" bei Müller. Zack, gekauft.
J.B.: Da haben Sie sich aber was getraut.
H.: Was Sie nicht sagen. Ein 1a Duft, dies!
J.B.: Da stimme ich Ihnen zu. Allerdings sollten wir wieder zum L'Instant de Guerlain pour Homme kommen.
H.: Sie haben ja recht. Also: Nach Erwerb von Pradas Granate bin ich wieder hier auf die Seite und war überrascht, dass auch dieser Duft nicht so gut wegkommt, wie manch ein anderer. Und so las ich mich durch unzählige Kommentare und Bewertungen und wurde neugieriger und neugieriger.
J.B.: Und so stießen Sie auch auf L'Instant de Guerlain pour Homme?
H.: Sie sagen es. Dank der überragenden Bewertung und einiger euphorisierender Kommentare bin ich während eines Aufenthalts in der Galeria Krakowska in der Perfumeria Sephora gelandet und habe mich auf die Suche nach L'Instant de Guerlain pour Homme gemacht. Aufgefallen sind mir allerdings zunächst die vielen Test-Fläschchen von Tom Ford, die in echt nachgeradezu lächerlich klein wirken.
J.B.: Sie schweifen schon wieder ab.
H.: Ja, tut mir leid. Also, L'Instant de Guerlain pour Homme war schnell gefunden. Ich sprühte zunächst auf einen Teststreifen und war alles andere als amused. Auch die Hektorka wandte sich ab und wollte schnell wieder raus, in die anderen und für sie interessanteren Geschäfte.
J.B.: Verständlich.
H.: Ich konnte mir nicht erklären, warum die von mir geliebten Düfte so viel schlechter bewertet wurden als dieses süße, vom Teststreifen vor allem nach Kakao duftende Gebräu, das jetzt hier und heute in Ihrer Hand liegt und das mir jetzt seit mehreren Monaten treu den ein oder anderen Tag versüßt hat.
J.B.: Wie kam es dann zu dieser Entwicklung?
H.: Ganz einfach. Ich habe mich in den Monaten nach der Ernüchterung durch viele, viele Abfüllungen und Proben gekämpft und konnte dabei meinen Horizont deutlich erweitern. Eines guten Tages bin ich auf ein günstiges Angebot gestoßen und habe mir gedacht, gib ihm noch eine Chance. Guerlain hatte ich mittlerweile kennen gelernt und fand die meisten Sachen ganz ordentlich. Geben Sie mal her. (Hektor sprüht auf Johnnys Arm)
J.B.: Im Auftakt vor allem kakaoisch-zitrisch.
H.: So ist es. Das Zitrische nimmt recht schnell ab und im weiteren Verlauf entwickelt sich ein sehr warmer, einen den ganzen Tag umschmeichelnder Duft, der niemals aufdringlich wird. Ich dachte am Anfang, Düfte müssen immer knallen und eine ordentliche Sillage haben, aber das ist nicht so. Jeder Duft hat seine Funktion und L'Instant de Guerlain pour Homme will vor allem seinem Träger gefallen. Und das tut er tadellos.
J.B.: Also der extravagante Büroduft für kalte Tage.
H.: Sie sagen es. Ich muss weg. Adieu!
Johnny Beton: Guten Abend, Hektor.
Hektor: Guten Abend, Herr Beton.
J.B.: Sie dürfen mich immer noch Johnny nennen.
H.: Ja, richtig. Also denn. Johnny.
J.B.: Wir haben uns heute hier an diesem Ort eingefunden, um einmal mehr über... (blättert in seinen Unterlagen) Parfum zu sprechen. Genauer gesagt... (liest betont von seinem Zettel ab) über El Instant deh Guerläing pur Homme (betont deutsch ausgesprochen).
H.: Ganz recht. Allerdings heißt der Duft L'Instant de Guerlain pour Homme (französisch ausgesprochen). Ich habe diesmal meinen dem häuslichen Badezimmer entnommenen Flakon dabei und (holt die Flasche aus seinem Beutel und hält ihn seinem Gegenüber hin) kann so direkt meine Eindrücke schildern.
J.B.: (Nimmt den Flakon in die Hand und wiegt ihn mit prüfendem Blick) Der geschlossene Flakon mit dem Deckel erinnert mich wahlweise an einen Korkenzieher oder an einen dieser Poller, an welchen man Schiffe mittels Trossen in einem Hafen zu vertäuen pflegt. Er liegt gut in der Hand.
H.: So ist es. Der Flakon ist zudem 1a verarbeitet, hier sitzt alles am rechten Platz, nichts wackelt oder klappert (zeigt auf den Deckel).
J.B.: (Zieht mehrmals den Deckel ab und steckt ihn wieder auf) Sie haben recht. Hier gibt es nichts zu beanstanden. (Nun ein wenig ernster) Das hat man bei anderen Häusern, die dem geneigten Duftfreund wesentlich mehr für ihre Erzeugnisse vom Konto abzubuchen geneigt sind, schon... ganz... anders... geseEEHEEE... (niest vernehmlich, es hört sich an wie CREEEEEEED).
H.: Gesundheit.
J.B.: Danke.
H.: Nun zum Inhalt. Wie Sie an meinen einleitenden Worten herausgehört haben sollten, habe ich mir das gute Wässerchen zugelegt.
(Die Kinder im Hintergrund haben sich in einem Halbkreis auf den Boden gesetzt und schauen gebannt auf das Feuer)
J.B.: Ich habe mir sowas gedacht, ja.
H.: Wenn Sie mir eine kleine Geschichte dazu erlauben würden?
J.B.: (Begeistert) Ich bitte darum!
H.: Dereinst habe ich mich durch die Drogerien und Douglasses dieser Welt gekämpft, stets auf der Suche nach etwas, was ich noch nicht kannte. Immer wieder aufs Neue wurde ich enttäuscht. Ich ging von Regal zu Regal, Hugo Boss, Calvin Klein, Iceberg... Irgendwie roch einiges nicht schlecht, anderes sogar ganz gut. Aber ich war immer sehr schnell überwältigt und erschlagen von der Überfülle an ähnlich riechenden Düften und so kaufte ich tatsächlich meistens nichts und blieb bei meinem aus Jugendzeiten ins Erwachsenenalter geretteten "Acqua di Giò pour Homme (Eau de Toilette)" - meiner Art Signaturduft für viele, viele Jahre. Nach meinem Studium entdeckte ich durch Zufall das zu der Zeit erschienene "Terre d'Hermès" und das war mein Erweckungserlebnis. Es gibt doch noch Düfte, die einen mitreißen können, die einem ein Lächeln ins Gesicht zaubern können, die einen voller Vorfreude auf den nächsten Tag einschlafen lassen, weil man ja am Morgen wieder großzügig sein Terre auftragen kann! Und so hatte ich über weitere Jahre lediglich zwei Düfte, Acqua di Giò und Terre, immer gleich im 200ml Fläschchen.
J.B.: Verstehe. Und was hat das jetzt mit diesem Duft (zeigt auf die Flasche) zu tun?
(Vom Feuer der Kinder, die zwischenzeitlich einige Säcke mit Asche, eine große Menge der kürzlich zur Explosion gebrachten und ausgebrannten Feuerwerkskörper sowie ein paar alte Weihnachtsbäume, die allerdings auf anderen Feuern schon einmal gebrannt haben, auf ihren Bollerwägen herangefahren und von dort auf den brennenden Haufen geworfen haben, steigt eine beißende gelbgraue Rauchwolke auf, die zu den Männern auf der Bank zieht)
H.: (Schaut angewidert hoch, auch sein Gesprächspartner verzieht das Gesicht) Sie schauen so, wie ich mich seit einer Sekunde fühle...
J.B.: ... Sie haben mich durchschaut. Irgendwer hier im Park riecht streng nach...
H.: ... "Interlude Man", ...
J.B.: ... weswegen ich vorschlagen würde, dass wir schnell woanders hingehen, um unser ...
H.: ... Gespräch fortzusetzen. (Sie entfernen sich vom Feuer) Bis vor einem guten halben Jahr, als ich diese Seite hier so richtig entdeckt habe, hatte ich mich also durch viele minderwertige Düfte durchgerochen. Mit meinen beiden Düften, die ich abwechselnd auftrug, fühlte ich mich gut gewappnet gegen die alltägliche Unbill des Lebens. Dann stieß ich wie gesagt auf diese Seite. Ich wollte mich hier eigentlich nur ein wenig umsehen, wie meine beiden Helden des Badezimmerschranks sich hier so schlugen. Der eine kam ganz gut weg...
J.B.: ... Terre!
H.: ... und der andere so mittelmäßig.
J.B.: Acqua di Giò!
H.: Dann entdeckte ich durch Zufall, viele Jahre waren ins Land gegangen und ich wollte doch mal wieder einen Versuch starten und Abwechslung in den Schrank bringen, "Luna Rossa Extreme" bei Müller. Zack, gekauft.
J.B.: Da haben Sie sich aber was getraut.
H.: Was Sie nicht sagen. Ein 1a Duft, dies!
J.B.: Da stimme ich Ihnen zu. Allerdings sollten wir wieder zum L'Instant de Guerlain pour Homme kommen.
H.: Sie haben ja recht. Also: Nach Erwerb von Pradas Granate bin ich wieder hier auf die Seite und war überrascht, dass auch dieser Duft nicht so gut wegkommt, wie manch ein anderer. Und so las ich mich durch unzählige Kommentare und Bewertungen und wurde neugieriger und neugieriger.
J.B.: Und so stießen Sie auch auf L'Instant de Guerlain pour Homme?
H.: Sie sagen es. Dank der überragenden Bewertung und einiger euphorisierender Kommentare bin ich während eines Aufenthalts in der Galeria Krakowska in der Perfumeria Sephora gelandet und habe mich auf die Suche nach L'Instant de Guerlain pour Homme gemacht. Aufgefallen sind mir allerdings zunächst die vielen Test-Fläschchen von Tom Ford, die in echt nachgeradezu lächerlich klein wirken.
J.B.: Sie schweifen schon wieder ab.
H.: Ja, tut mir leid. Also, L'Instant de Guerlain pour Homme war schnell gefunden. Ich sprühte zunächst auf einen Teststreifen und war alles andere als amused. Auch die Hektorka wandte sich ab und wollte schnell wieder raus, in die anderen und für sie interessanteren Geschäfte.
J.B.: Verständlich.
H.: Ich konnte mir nicht erklären, warum die von mir geliebten Düfte so viel schlechter bewertet wurden als dieses süße, vom Teststreifen vor allem nach Kakao duftende Gebräu, das jetzt hier und heute in Ihrer Hand liegt und das mir jetzt seit mehreren Monaten treu den ein oder anderen Tag versüßt hat.
J.B.: Wie kam es dann zu dieser Entwicklung?
H.: Ganz einfach. Ich habe mich in den Monaten nach der Ernüchterung durch viele, viele Abfüllungen und Proben gekämpft und konnte dabei meinen Horizont deutlich erweitern. Eines guten Tages bin ich auf ein günstiges Angebot gestoßen und habe mir gedacht, gib ihm noch eine Chance. Guerlain hatte ich mittlerweile kennen gelernt und fand die meisten Sachen ganz ordentlich. Geben Sie mal her. (Hektor sprüht auf Johnnys Arm)
J.B.: Im Auftakt vor allem kakaoisch-zitrisch.
H.: So ist es. Das Zitrische nimmt recht schnell ab und im weiteren Verlauf entwickelt sich ein sehr warmer, einen den ganzen Tag umschmeichelnder Duft, der niemals aufdringlich wird. Ich dachte am Anfang, Düfte müssen immer knallen und eine ordentliche Sillage haben, aber das ist nicht so. Jeder Duft hat seine Funktion und L'Instant de Guerlain pour Homme will vor allem seinem Träger gefallen. Und das tut er tadellos.
J.B.: Also der extravagante Büroduft für kalte Tage.
H.: Sie sagen es. Ich muss weg. Adieu!
5 Antworten
Ein Hauch von Nichts neben dem Telefon
(Ein Park im Halbdunkel eines aufziehenden Abends; im Hintergrund hört man Geböller und lautes Kindergeschrei, im Vordergrund zwei Herren auf einer Bank)
Johnny Beton: Guten Abend, Hektor. Ich begüße Sie.
Hektor: Guten Abend, Herr Beton.
J.B.: Für Sie Johnny.
H.: Na gut. Johnny.
J.B.: Wir haben uns heute hier an diesem Ort eingefunden, um über... (blättert in seinen Unterlagen) Parfum zu sprechen. Genauer gesagt... (liest betont von seinem Zettel ab) über Artisan Acqua von John Varvatos.
H.: Ganz recht. Ich habe sogar den Flakon dabei und (holt die Flasche aus seinem Beutel) kann so direkt meine Eindrücke schildern.
J.B.: Der Flakon sieht aber klasse aus. Ist das Bast?
H.: Nein, fühlt sich an wie Jute. Genau kann ich es aber nicht sagen. (Wendet sich mit ernstem Gesicht und einer abwehrenden Geste seiner freien Hand seinem Gesprächspartner zu) - Der Flakon soll hier ja eigentlich auch nur die Nebenrolle spielen, es geht um ja schließlich um das, was drin ist.
J.B.: Das Behältnis sieht aber schon recht vielversprechend aus - Dann schießen, äh... sprühen Sie mal los.
H.: Einen Moment... (fummelt am Verschluss herum und drückt ein paar Mal auf den Auslöser) ... so. (Sprüht nach kurzem Zögern auch einmal auf den ausgestreckten Arm seines Gegenübers)
J.B.: (Erhebt sich ein wenig von der Bank und hält seine Nase in den Sprühnebel und riecht danach wild am Handgelenk) Das riecht aber ganz schön toll, muss ich sagen.
H.: (Jovial) Allerdings. Rein vom ersten Eindruck her riecht es gleich angenehm würzig-frisch mit einer Spur ins Zitrische. Auch eine leichte Holznote schwingt mit. Für den Sommer sicher sehr toll, das alles.
(Das Geböller im Hintergrund wird kurzzeitig lauter, man sieht einige Raketen aufsteigen. Dazu hört man nicht minder leiseres Kindergequieke; die Herren machen einen abgelenkten Eindruck)
J.B.: (Schaut auf seinen Banknachbarn, der verträumt in den Himmel blickt und ist irritiert ob der kleinen Gesprächspause) Also der perfekte Sommerdurft? Für das Büro? Für Abende am Strand, Spaziergänge in lauen Sommernächten? (Riecht wieder am Handgelenk und schaut ernüchtert). Könnten Sie noch einmal nachsprühen, bitte?
H.: Gern... (Sprüht zweimal auf das Handgelenk, diesmal auf das des anderen Arms) ... und nein. Für diese Zwecke ist der Duft gänzlich ungeeignet. Wie Sie just selber schon bemerkt haben, handelt es sich hier um einen Duft, der das sinnbildliche Reh im Wald darstellt. Kaum sieht man es, schon ist es wieder verschwunden.
J.B.: (Mit der Nase am einen Handgelenk, gleich darauf wieder am anderen) Sie meinen "riecht".
H.: (Schaut irritiert) Wie auch immer.
J.B.: Ich verstehe aber, was Sie meinen. Hier an meinem ersten Handgelenk riecht man Artisan Acqua nur noch ganz schwach. (Hält den Arm etwas weiter weg) - Wenn ich den Arm weiter weg halte, kann ich den Duft gar nicht mehr wahrnehmen. (Riecht wieder am anderen Gelenk). Selbst hier, wo Sie zweimal gesprüht haben, nehme ich den Duft nur noch sehr schwach wahr. Liegt es daran (macht ausladende Armbewegungen), dass der Herbst schon Einzug hält in unseren Landen?
H.: (Schaut sich interessiert um) Das mag sein. Ich denke aber, dass es im Sommer nicht viel besser sein wird.
J.B.: Wofür also kann ich (zeigt auf das Jute-Fläschchen) so etwas gebrauchen?
H.: Mir fallen nur wenige Gelegenheiten ein. Als kurzfristigen Stimmungsaufheller kann man Artisan Acqua sicher gebrauchen. Etwa (schaut seinen Gesprächspartner jetzt direkt an und spricht gedämpft weiter), wenn die Schwiegermutter, mit der Sie vielleicht nicht ganz so gern ausführlich telefonieren, anruft, die Ehefrau gerade nicht zur Hand ist und Sie selber das Gespräch annehmen müssen. (Jetzt wieder lauter) Kurz vorher ordentlich was von dem Duft hinter die Ohren gesprüht und dann kann das Gespräch beginnen.
J.B.: (Dem ein Licht aufgeht) Deswegen sicher auch der interessante Flakon! Den kann man dann ja so direkt neben das Telefon stellen und er fällt dort gar nicht negativ auf...
H.: (Zustimmend) Genau.
J.B.: Und wenn man gar keine Schwiegermutter hat?
H.: (Verschmitzt) Sie meinen, wenn man noch eine sucht?
J.B.: Ja, nein... also Sie wissen schon, was ich meine. (Mit Nachdruck) Wenn man die Tochter irgendeiner zukünftig noch am Telefon abzuwimmelnden Schwiegermutter anzulocken gezwungen ist!
H.: Dafür müsste die Dame, deren zukünftig mit der Schwiegermutter zu führende Telefonate man sich mit einem Schuss Artisan Acqua zu versüßen gedenkt schon so weit angelockt sein, dass man an dem Punkt "ich mache mich nur noch einmal kurz frisch" angelangt ist. Die linke Hand an der Türklinke des Badezimmers, die bereitwillig und erwartungsfroh zu einem in die Schlafstätte gekletterte Dame (macht Gänsefüßchenzeichen) "startklar", sprüht man kräftig mit der rechten an alle relevanten Körperstellen und legt den Weg ins Schlafzimmer im Kurzsprint zurück, bevor alles verflogen ist. Die Dame wird begeistert und dem derart Duftenden im Sinne spätehelicher Freuden sicher dienlich sein.
J.B.: (Kichernd) Die Dame weiß ja auch noch nicht, dass derselbe Duft fürderhin noch zu einem anderen Zweck bestimmt sein wird.
H.: Nein, das sollte man natürlich auch nicht verraten. (Mit erhobenem Zeigefinger) Der Gentleman schweigt auch hier.
(Die Kinder im Hintergrund räumen derweil ein wenig auf und verlassen munter hüpfend den Park)
J.B.: (Schaut auf die Uhr) Nun gut, ich fasse zusammen: Der Duft an sich ist sehr angenehm in der Nase. Er fällt nicht negativ bzw. schon nach kurzer Zeit gar nicht mehr auf und eignet sich somit durchaus als Büroduft...
H.: ... wenn man zwischendurch ordentlich nachlegt, versteht sich...
J.B.: (Jetzt, den größeren Banknachbarn nachahmend, selber mit erhobenem Zeigefinger) ... wenn man ordentlich nachlegt. Man sollte also immer ein kleines Fläschchen am Mann führen.
H.: Sie sagen es. Frauen empfehle ich den Duft eher nicht, es sei denn, Sie stellen sich gerne statt der üblichen Holzfiguren und Kerzenständer auch mal einen Flakon auf die Fensterbank.
J.B.: Oder neben das Telefon.
H.: (Denkt kurz nach) Das wäre ja, nähmen wir den obigen Geschichtsfaden wieder auf, eine sehr eigenwillige Fortsetzung jener Illustration... die aber auch durchaus seinen Reiz hätte.
J.B.: In der Tat. (Riecht nochmal an beiden Handgelenken und schaut sehnsüchtig auf den Flakon) Ich bräuchte nun, da es schon ein wenig frisch geworden ist, Ihre Bewertung.
H.: Insgesamt gebe ich dem Duft 70%. Mit einer längeren Haltbarkeit wäre mehr möglich gewesen.
J.B.: Wurde der wirklich schöne Flakon hier schon angemessen berücksichtigt? Ich erinnere an die vielseitige Verwendbarkeit.
H.: Allerdings. Aber bei einem Duft geht es für mich zuvorderst nur um den Duft. Sie werden wohl kaum eine Frau kennenlernen, die Ihnen sagt, dass Sie zwar weder gut noch schlecht riechen würden, aber bestimmt, vor einer halben Stunde oder vor fünf Stunden, Artisan Acqua aufgetragen hätten, den Duft mit diesem tollen Flakon.
J.B.: Eine solche Frau wird es wohl kaum geben. Ich danke für dieses Gespräch. Auf Wiedersehen.
H.: Auf Wiedersehen.
(Hektor packt den Flakon wieder in seinen Beutel, nicht ohne vorher noch mehrmals wild den Auslöser betätigt und sowohl sich als auch sein Gegenüber ordentlich mit Artisan Acqua besprenzt zu haben, und geht mit einem Grinsen im Gesicht, das relativ zeitnah und mit einem nachdenklichen Blick auf seinen Beutel wieder abebbt, nach Hause)
Johnny Beton: Guten Abend, Hektor. Ich begüße Sie.
Hektor: Guten Abend, Herr Beton.
J.B.: Für Sie Johnny.
H.: Na gut. Johnny.
J.B.: Wir haben uns heute hier an diesem Ort eingefunden, um über... (blättert in seinen Unterlagen) Parfum zu sprechen. Genauer gesagt... (liest betont von seinem Zettel ab) über Artisan Acqua von John Varvatos.
H.: Ganz recht. Ich habe sogar den Flakon dabei und (holt die Flasche aus seinem Beutel) kann so direkt meine Eindrücke schildern.
J.B.: Der Flakon sieht aber klasse aus. Ist das Bast?
H.: Nein, fühlt sich an wie Jute. Genau kann ich es aber nicht sagen. (Wendet sich mit ernstem Gesicht und einer abwehrenden Geste seiner freien Hand seinem Gesprächspartner zu) - Der Flakon soll hier ja eigentlich auch nur die Nebenrolle spielen, es geht um ja schließlich um das, was drin ist.
J.B.: Das Behältnis sieht aber schon recht vielversprechend aus - Dann schießen, äh... sprühen Sie mal los.
H.: Einen Moment... (fummelt am Verschluss herum und drückt ein paar Mal auf den Auslöser) ... so. (Sprüht nach kurzem Zögern auch einmal auf den ausgestreckten Arm seines Gegenübers)
J.B.: (Erhebt sich ein wenig von der Bank und hält seine Nase in den Sprühnebel und riecht danach wild am Handgelenk) Das riecht aber ganz schön toll, muss ich sagen.
H.: (Jovial) Allerdings. Rein vom ersten Eindruck her riecht es gleich angenehm würzig-frisch mit einer Spur ins Zitrische. Auch eine leichte Holznote schwingt mit. Für den Sommer sicher sehr toll, das alles.
(Das Geböller im Hintergrund wird kurzzeitig lauter, man sieht einige Raketen aufsteigen. Dazu hört man nicht minder leiseres Kindergequieke; die Herren machen einen abgelenkten Eindruck)
J.B.: (Schaut auf seinen Banknachbarn, der verträumt in den Himmel blickt und ist irritiert ob der kleinen Gesprächspause) Also der perfekte Sommerdurft? Für das Büro? Für Abende am Strand, Spaziergänge in lauen Sommernächten? (Riecht wieder am Handgelenk und schaut ernüchtert). Könnten Sie noch einmal nachsprühen, bitte?
H.: Gern... (Sprüht zweimal auf das Handgelenk, diesmal auf das des anderen Arms) ... und nein. Für diese Zwecke ist der Duft gänzlich ungeeignet. Wie Sie just selber schon bemerkt haben, handelt es sich hier um einen Duft, der das sinnbildliche Reh im Wald darstellt. Kaum sieht man es, schon ist es wieder verschwunden.
J.B.: (Mit der Nase am einen Handgelenk, gleich darauf wieder am anderen) Sie meinen "riecht".
H.: (Schaut irritiert) Wie auch immer.
J.B.: Ich verstehe aber, was Sie meinen. Hier an meinem ersten Handgelenk riecht man Artisan Acqua nur noch ganz schwach. (Hält den Arm etwas weiter weg) - Wenn ich den Arm weiter weg halte, kann ich den Duft gar nicht mehr wahrnehmen. (Riecht wieder am anderen Gelenk). Selbst hier, wo Sie zweimal gesprüht haben, nehme ich den Duft nur noch sehr schwach wahr. Liegt es daran (macht ausladende Armbewegungen), dass der Herbst schon Einzug hält in unseren Landen?
H.: (Schaut sich interessiert um) Das mag sein. Ich denke aber, dass es im Sommer nicht viel besser sein wird.
J.B.: Wofür also kann ich (zeigt auf das Jute-Fläschchen) so etwas gebrauchen?
H.: Mir fallen nur wenige Gelegenheiten ein. Als kurzfristigen Stimmungsaufheller kann man Artisan Acqua sicher gebrauchen. Etwa (schaut seinen Gesprächspartner jetzt direkt an und spricht gedämpft weiter), wenn die Schwiegermutter, mit der Sie vielleicht nicht ganz so gern ausführlich telefonieren, anruft, die Ehefrau gerade nicht zur Hand ist und Sie selber das Gespräch annehmen müssen. (Jetzt wieder lauter) Kurz vorher ordentlich was von dem Duft hinter die Ohren gesprüht und dann kann das Gespräch beginnen.
J.B.: (Dem ein Licht aufgeht) Deswegen sicher auch der interessante Flakon! Den kann man dann ja so direkt neben das Telefon stellen und er fällt dort gar nicht negativ auf...
H.: (Zustimmend) Genau.
J.B.: Und wenn man gar keine Schwiegermutter hat?
H.: (Verschmitzt) Sie meinen, wenn man noch eine sucht?
J.B.: Ja, nein... also Sie wissen schon, was ich meine. (Mit Nachdruck) Wenn man die Tochter irgendeiner zukünftig noch am Telefon abzuwimmelnden Schwiegermutter anzulocken gezwungen ist!
H.: Dafür müsste die Dame, deren zukünftig mit der Schwiegermutter zu führende Telefonate man sich mit einem Schuss Artisan Acqua zu versüßen gedenkt schon so weit angelockt sein, dass man an dem Punkt "ich mache mich nur noch einmal kurz frisch" angelangt ist. Die linke Hand an der Türklinke des Badezimmers, die bereitwillig und erwartungsfroh zu einem in die Schlafstätte gekletterte Dame (macht Gänsefüßchenzeichen) "startklar", sprüht man kräftig mit der rechten an alle relevanten Körperstellen und legt den Weg ins Schlafzimmer im Kurzsprint zurück, bevor alles verflogen ist. Die Dame wird begeistert und dem derart Duftenden im Sinne spätehelicher Freuden sicher dienlich sein.
J.B.: (Kichernd) Die Dame weiß ja auch noch nicht, dass derselbe Duft fürderhin noch zu einem anderen Zweck bestimmt sein wird.
H.: Nein, das sollte man natürlich auch nicht verraten. (Mit erhobenem Zeigefinger) Der Gentleman schweigt auch hier.
(Die Kinder im Hintergrund räumen derweil ein wenig auf und verlassen munter hüpfend den Park)
J.B.: (Schaut auf die Uhr) Nun gut, ich fasse zusammen: Der Duft an sich ist sehr angenehm in der Nase. Er fällt nicht negativ bzw. schon nach kurzer Zeit gar nicht mehr auf und eignet sich somit durchaus als Büroduft...
H.: ... wenn man zwischendurch ordentlich nachlegt, versteht sich...
J.B.: (Jetzt, den größeren Banknachbarn nachahmend, selber mit erhobenem Zeigefinger) ... wenn man ordentlich nachlegt. Man sollte also immer ein kleines Fläschchen am Mann führen.
H.: Sie sagen es. Frauen empfehle ich den Duft eher nicht, es sei denn, Sie stellen sich gerne statt der üblichen Holzfiguren und Kerzenständer auch mal einen Flakon auf die Fensterbank.
J.B.: Oder neben das Telefon.
H.: (Denkt kurz nach) Das wäre ja, nähmen wir den obigen Geschichtsfaden wieder auf, eine sehr eigenwillige Fortsetzung jener Illustration... die aber auch durchaus seinen Reiz hätte.
J.B.: In der Tat. (Riecht nochmal an beiden Handgelenken und schaut sehnsüchtig auf den Flakon) Ich bräuchte nun, da es schon ein wenig frisch geworden ist, Ihre Bewertung.
H.: Insgesamt gebe ich dem Duft 70%. Mit einer längeren Haltbarkeit wäre mehr möglich gewesen.
J.B.: Wurde der wirklich schöne Flakon hier schon angemessen berücksichtigt? Ich erinnere an die vielseitige Verwendbarkeit.
H.: Allerdings. Aber bei einem Duft geht es für mich zuvorderst nur um den Duft. Sie werden wohl kaum eine Frau kennenlernen, die Ihnen sagt, dass Sie zwar weder gut noch schlecht riechen würden, aber bestimmt, vor einer halben Stunde oder vor fünf Stunden, Artisan Acqua aufgetragen hätten, den Duft mit diesem tollen Flakon.
J.B.: Eine solche Frau wird es wohl kaum geben. Ich danke für dieses Gespräch. Auf Wiedersehen.
H.: Auf Wiedersehen.
(Hektor packt den Flakon wieder in seinen Beutel, nicht ohne vorher noch mehrmals wild den Auslöser betätigt und sowohl sich als auch sein Gegenüber ordentlich mit Artisan Acqua besprenzt zu haben, und geht mit einem Grinsen im Gesicht, das relativ zeitnah und mit einem nachdenklichen Blick auf seinen Beutel wieder abebbt, nach Hause)
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